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Traffic-Quellen für Websites: Woher kommen die Besucher?

Traffic-Quellen für Websites

Wenn Links die Blutgefäße des Internets sind, dann ist der Traffic das Blut. Ohne Besucher ist Ihre Website nichts weiter als ein lebloser Haufen Programmiercode. In diesem Artikel erfahren Sie, was Traffic ist, aus welchen Quellen er stammt, wie Sie ihn messen und welche Probleme es dabei geben kann. Außerdem geben wir Ihnen wertvolle Tipps zur Steigerung des Besucherstroms.

Wer eine Website betreibt, der will, dass sie besucht wird. Nur dann besteht die Chance auf sich aufmerksam zu machen und auch etwas zu verkaufen. Insofern wünscht sich jeder Webmaster mehr Sichtbarkeit und Traffic. Und doch beschäftigt sich kaum jemand damit, woher sein Traffic überhaupt kommt. Sich mit der Herkunft, Messung, Klassifizierung und Analyse des Traffics auseinanderzusetzen hilft dabei

  • Abhängigkeiten von einzelnen Traffic-Quellen aufzudecken,
  • ungenutzte Traffic-Potenziale offenzulegen und
  • die Wirksamkeit einzelner Marketingmaßnahmen zu beurteilen.

In diesem Traffic-Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über Traffic wissen müssen. Wie uns dabei ein Segelboot hilft, erfahren Sie nach ein paar grundlegenden Informationen. Los geht’s!

Was ist Traffic?

Das englische Wort „Traffic“ bedeutet „Verkehr“. In Bezug auf Suchmaschinenoptimierung wird damit der Verkehr auf einer Website bezeichnet, der sich aus den Besuchern dieser zusammensetzt. Der Traffic sagt also aus, wie viele Nutzer eine Website in einem bestimmten Zeitraum hat.

Warum braucht eine Website Traffic?

Als Kennzahl ist der Traffic ein wichtiger Indikator für den Erfolg einer Website. Prinzipiell gilt: Je mehr Traffic, desto besser. Denn schließlich betreibt niemand seine Website als Selbstzweck, sondern möchte, dass diese wahrgenommen wird. Mehr noch: Jede gute Website hat ein Ziel, das nur erreicht werden kann, wenn sie besucht wird.

Jeder Nutzer ist ein potenzieller Kunde oder zumindest ein Multiplikator – und somit eine Chance. Je mehr Traffic, desto mehr Menschen sehen sich Ihren Content an und können von diesem überzeugt werden. Deshalb korrelieren in der Regel Traffic und Conversion.

Aber Achtung: Traffic ist nicht gleich Traffic. Am wertvollsten ist der Traffic, der konvertiert. SEOs sprechen deshalb auch gern von qualifiziertem Traffic.

Was ist qualifizierter Traffic?

Qualifizierter Traffic ist selektiver. Gemeint sind damit nur die Besucher, die ein konkretes Bedürfnis haben, zu dem Ihr Angebot passt. Sie befinden sich also bereits in einer konkreten Phase der Customer Journey. Sie sind qualifiziert für einen Kauf oder ein vergleichbares Ziel wie eine Registrierung oder ein Download.

Ein einfaches Beispiel: Wenn Tim Cook bei der Apple Keynote ein neues iPhone-Modell vorstellt, dann interessiert das viele Menschen auf der ganzen Welt. Doch längst nicht jeder, der sich über die neuen Funktionen informiert, will oder kann sich das Smartphone leisten. Wer nicht über das nötige Kleingeld verfügt, gilt oft als nicht qualifiziert. Wer hingen mal schauen will, ob sich ein Austausch des alten Modells lohnt, der hat bereits ein Kaufinteresse und ist sehr wohl qualifiziert. Apple-Fans, die sowieso jedes Modell kaufen, sind sogar hochqualifiziert – müssen aber ehrlicherweise auch nicht mehr groß überzeugt werden.

Qualifiziert ist nicht nur, wer kaufen will

Nur weil Traffic nicht qualifiziert ist, heißt das nicht, dass er wertlos ist. Die Frage ist vielmehr, wie man Qualifizierung definiert. Statt den Fokus nur auf diejenigen zu legen, die wirklich kaufwillig sind, sollten Sie Ihren Blick weiten.

Qualifiziert ist letztlich jeder aus Ihrer Zielgruppe, der mit Ihrer Website und Marke positive Erfahrungen macht. Man spricht hier auch von der User Experience. Denn nur, weil ein Besucher nicht sofort kauft, heißt das nicht, dass er nicht später noch zum Kunden wird. Ist es Ihnen gelungen Besucher mit hochwertigem Content zu befriedigen oder zu begeistern, dann werden diese Ihre Marke im Bewusstsein behalten.

Brand Building ist längst ein wichtiger Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung und zahlt sich langfristig aus. Zum Beispiel durch Weiterempfehlungen. Besucher, die von Ihrer Website und Ihrem Angebot überzeugt sind, kaufen vielleicht nicht sofort, weil kein akutes Bedürfnis besteht. Aber diese Besucher empfehlen Sie weiter. Sei es in Form von Mundpropaganda, einer Bewertung, einem Social Share oder einem Backlink.

Mit Content Marketing breiten Traffic-Strom erzeugen

Deshalb behandelt Content Marketing häufig auch thematische Randbereiche, die dazu geeignet sind, Bedürfnis zu schaffen und die Markenbekanntheit zu steigern. Denn gerade organischer Traffic ist langfristig und kosteneffizient. Die Zeiten, in denen unqualifizierter Traffic die Server belastet hat, sind längst vorbei. Insofern spricht nichts gegen die Faustregel: Je mehr Traffic, desto besser.

Etwas anders sieht das bei bezahlten Traffic-Motoren wie Search und Social Ads aus. Hier kostet Sie jeder Klick oder Lead bares Geld. Je nach Wettbewerbsumfeld nicht selten hohe zwei oder sogar dreistellige Beträge. Deshalb macht es in diesen Bereichen durchaus Sinn auf möglichst qualifizierten Traffic hinzuarbeiten, um die Kosten gering und den Return on Investment hochzuhalten.

Qualifizierter Traffic ist jeder Besucher mit einer positiven User Experience

Die Qualifikation kann sich in vielfacher Hinsicht auszahlen:

  • Besucher hat ein Kaufinteresse und wird zeitnah zum Kunden
  • Besucher hat kein bewusstes Bedürfnis, wird aber auf ein interessantes Produkt aufmerksam und zieht einen Kauf in Erwägung
  • Besucher erinnert sich an die Marke
    • wird später zum Kunden
    • empfiehlt die Marke anderen weiter
    • setzt einen Link zur Website
    • teilt die Website auf sozialen Netzwerken
    • gibt eine positive Bewertung ab
    • besucht einen stationären Point of Sale

Welche Traffic-Quellen gibt es?

Bevor wir die einzelnen Traffic-Quellen aufschlüsseln und Ihnen Tipps zur Optimierung dieser geben, wollen wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Quellen verschaffen. Die folgende Tabelle enthält die Traffic-Quellen, die Google zum Beispiel in Google Analytics klassifiziert.

Traffic ChannelErläuterungKontext/Nutzerintention
DirectSitzungen, bei denen der Nutzer die URL Ihrer Website in den Browser eingibt oder Ihre Website über ein Lesezeichen aufgerufen hatNutzer erinnert sich an Ihre Marke oder hat von Ihnen gehört.
Organic SearchZugriffe über die unbezahlte Suche einer beliebigen SuchmaschineNutzer mit klarem Bedürfnis.
Paid SearchZugriffe über Anzeigen in den Suchergebnissen von Suchmaschinen (Google Ads, Bing Ads, etc.)Ungeduldiger Nutzer mit klarem Bedürfnis.
DisplayZugriffe über Display-Anzeigen aus dem Suchnetzwerk von Suchmaschinen (z. B. Google AdSense)Nutzer, der soeben auf Ihr Angebot aufmerksam geworden ist und Interesse daran hat.
ReferralZugriffe über externe Links (Backlinks) von Websites, die keine sozialen Netzwerke sindNutzer, der an weiteren Informationen interessiert ist.
SocialZugriffe über eines der etwa 400 sozialen Netzwerke (ausgenommen Social Ads)Nutzer, der verhältnismäßig ziellos surft und auf Ihr Angebot aufmerksam wurde.
EmailZugriffe die aus einem E-Mail-Programm wie Microsoft Outlook stammenNutzer, der mit Ihrer Marke i. d. R. bereits vertraut ist und mehr Informationen wünscht.
SonstigesZugriffe, die keinem der genannten Channels zugeordnet werden können./.

Die vier Traffic-Quellen, auf die Sie im Marketing den größten Einfluss haben, sind die organischen Suchergebnisse, bezahlte Anzeigen, soziale Netzwerke und E-Mails. Ihre Wirkungsweise lässt sich wunderbar anhand eines Bootes verdeutlichen.

Je mehr Antriebsweisen, desto besser

Wie Sie gleich noch näher erfahren werden, sind bezahlte Anzeigen ein echter Traffic-Booster. Vor allem mit PPC-Anzeigen kann der Besucherstrom schnell erhöht und gut skaliert werden. Sie wirken wie der Motor, der das Boot (in unserem Beispiel: die Website) zügig seinem Ziel näherbringt. Allerdings ist irgendwann der Treibstoff verbraucht, so wie das Budget bei einer PPC-Kampagne. Nur wenn ständig nachgefüllt wird, läuft der Motor auf Hochtouren. Das geht schnell ins Geld.

Wie gut, dass schlaue Köpfe das Segelboot erfunden haben, das sich den ohnehin vorhandenen Wind zunutze macht. Im Online Marketing wird das Segel mit der Suchmaschinenoptimierung gleichgesetzt. Je besser Sie Ihre Website für Suchmaschinen und ihre Nutzer optimieren, desto größer Ihr Segel. Und desto mehr Wind (Traffic) kann es auffangen. Das ist effizient, denn für Suchmaschinen-Traffic müssen Sie nichts bezahlen.

Auch mit Paddeln lässt sich ein Boot antreiben – wenn auch langsam und mühsam. Aber wenn der Treibstoff aufgebraucht ist und Flaute herrscht, ist jeder Bootsmann froh, wenn er funktionierende Paddel an Board hat. Vor allem aber sind sie eine gute Unterstützung. Jeder Paddelschlag führt Sie Ihrem Ziel ein Stückchen näher. Social Media und E-Mail gehören deshalb in jeden soliden Marketingmix. Zumal jeder zusätzliche Kanal Ihnen ein bisschen mehr Unabhängigkeit verschafft und das Risiko minimiert, dass Ihr Traffic stark einbricht, wenn ein Kanal wegfällt.

Segelboot

Die Wellen, die das Boot natürlich ebenfalls vorantreiben, sind umso stärker, je bekannter Ihre Marke ist. Mit den vier Maßnahmen betreiben Sie automatisch auch Brand Building – ob bewusst oder unterbewusst. Durch zusätzliche, gezielte Maßnahmen können Sie das Branding-Prozess beschleunigen, was sich wiederum auf die anderen Marketingmaßnahmen auswirkt.

Alle Maßnahmen sind eng verzahnt und wirken dann am besten, wenn sie parallel angewendet werden. Je mehr Antriebsquellen ein Boot besitzt, desto schneller kommt es ans Ziel und desto mehr Ziele kann es in gleicher Zeit erreichen.

Bezahlter Traffic (Anzeigen)

Die einfachste und schnellste Möglichkeit, um Traffic zu generieren, ist es bezahlte Anzeigen zu schalten. Das kann Werbung in Suchmaschinen (Google Ads, Bing Ads, etc.) oder in sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, Twitter, LinkedIn, etc.) sein. Auch Display-Werbung und gekaufte Links fallen in diese Kategorie.

  • Schnell: Nach der Wahl der geeigneten Plattform sind bezahlte Anzeigen schnell aufgesetzt und ausgespielt. Es dauert keinen Tag, bis eine Kampagne gestartet werden kann.
  • Skalierbar: Über das Budget kann der Traffic je nach Situation auf Knopfdruck hoch- oder runtergeschraubt werden.
  • Zielgerichtet: Durch genaue Wahl der Keywords oder Zielgruppen können bezahlte Anzeigen extrem zielgerichtet ausgespielt werden. Statt hoher Streuverluste brillieren sie durch eine hohe Qualität der Besucher.
  • Erfolgsbasiert: Bezahlt wird in der Regel nur dann, wenn ein Internetnutzer auf die Anzeige klickt oder eine bestimmte Handlung vollzieht (z. B. Lead-Formular ausfüllt). Durch Pay per Click wird das Kostenrisiko minimiert – vorausgesetzt Sie sind in der Lage Ihre Anzeigen gut zu optimieren. Ansonsten können Sie nämlich auch pure Geldverbrenner sein.
  • Temporär: Allerdings werden die Anzeigen nur so lange ausgespielt, wie Budget vorhanden ist. Ist es verbraucht, ist der Traffic aus dieser Quelle gleich null.
  • Teuer: Für schnelle Erfolge muss viel gezahlt werden. Und wird nicht mehr gezahlt, gibt es keinen Traffic mehr. Vor allem bei wettbewerbsstarken Branchen muss mit hohen Klickpreisen gerechnet werden, die eine professionelle Optimierung erfordern, damit Paid Advertising seine Effizienz ausspielen kann.

Aufgrund der genannten Eigenschaften eignen sich bezahlte Anzeigen vor allem dafür, um schnellen Traffic zu generieren. Zum Beispiel um eine neue Website oder neue Produkte anzuschieben oder um Auftragsflauten zu überwinden. Mit Ads können Sie schwächelnde Traffic-Quellen kurzfristig ausgleichen, so wie der Bootsführer den Motor anschmeißt, wenn kein Wind mehr weht.

3 Tipps, um Ihren Ads-Traffic zu erhöhen:

  1. Wählen Sie die richtige Plattform für Ihre Anzeigen. Bei Suchmaschinen bedienen Sie eine vorhandene Nachfrage, während Sie bei sozialen Netzwerken Nachfrage erzeugen.
  2. Machen Sie regelmäßige A/B-Tests um herauszufinden, welche Anzeigen am besten funktionieren. Oft führen schon eine leicht abgewandelte Headline oder ein anderes Bildmotiv zu sprunghaft mehr Klicks.
  3. Nutzen Sie Retargeting um Besucher, die Ihre Website bereits besucht haben, zurückzugewinnen und endgültig von Ihrem Angebot zu überzeugen.

Organischer Traffic (Suchmaschinenoptimierung)

Der Großteil des Suchmaschinen-Traffics ist organisch. Wer gute Rankings und damit eine hohe Sichtbarkeit bei Google erzielt, darf sich oft langfristig über einen stetigen Traffic-Fluss freuen, für den kein Geld an die Suchmaschine bezahlt werden muss. Damit das gelingt, ist es erforderlich, den Algorithmus der Suchmaschine von der Qualität Ihrer Website zu überzeugen.

SEO zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Langfristig: Die Bemühungen, die Sie in die Suchmaschinenoptimierung stecken, wirken langfristig. Wenn Sie Ihre SEO-Maßnahmen konsequent nach den Nutzerbedürfnissen ausrichten, brauchen Sie keine Angst vor Algorithmus-Updates zu haben und profitieren von einem stabilen Ranking.
  • Grenzenlos: Theoretisch können Sie für Millionen von Keywords ranken – und einige Websites tun das auch! Indem Sie immer mehr thematisch verwandte Keywords bedienen, vergrößern Sie Ihren organischen Traffic kontinuierlich – vom kleinen Bach zum reißenden Fluss.
  • Unabhängig: Auch wenn nicht alle Rankingfaktoren transparent sind, so zählen für das organische Ranking einzig und allein diese Faktoren. Es gibt keine Korrelation zwischen dem Schalten von Anzeigen und der organischen Sichtbarkeit. Gute Positionen in den Suchergebnissen lassen sich nicht kaufen.
  • Glaubwürdig: Was unabhängig ist, ist auch glaubwürdig. Während manche Nutzergruppen Anzeigen per se ignorieren, herrscht in die organischen Rankings großes Vertrauen.
  • Kompetitiv: Weil die obersten Plätze in den Suchergebnissen oft den meisten Traffic auf die Website spülen, sind diese besonders begehrt. Es gibt kaum noch wettbewerbsarme Nischen. Um die Konkurrenz abzuhängen, bedarf es deshalb qualitativ hochwertiger Inhalte, die von der Zielgruppe ob ihres Mehrwerts geliebt werden. Kompetitiv ist SEO aber auch deshalb, weil Websites immer öfter mit Google selbst konkurrieren. Denn die Suchmaschine liefert immer mehr Informationen direkt aus, um die Nutzer in der Suche zu halten. Das kann die Klickrate reduzieren.
  • Kosten-Nutzen-Verhältnis: Professionelle Suchmaschinenoptimierung verschafft Ihnen kontinuierlich starken Traffic. Analog zum passiven Einkommen könnte man auch von passivem Traffic sprechen, wenngleich es natürlich weder Einkommen noch Traffic ohne Vorarbeit gibt. Und die nennt sich eben SEO und auch hier ist zunächst eine Investitionsbereitschaft erforderlich.

3 Tipps, um Ihren Suchmaschinen-Traffic zu erhöhen:

  1. Analysieren Sie die Suchanfragen und die Suchintentionen Ihrer Zielgruppe. Je höher das Suchvolumen, desto mehr Traffic erhalten Sie bei einer guten Platzierung in den Suchergebnissen. Bieten Sie auf die Suchintentionen maßgeschneiderten Content an.
  2. Optimieren Sie auch die Snippets (Meta-Title und die Meta-Description) Ihrer Seiten. Nur wenn es Ihnen hier gelingt Aufmerksamkeit zu wecken, wird Ihre Website angeklickt und Traffic generiert.
  3. Arbeiten Sie darauf hin, Featured Snippets zu erlangen. Diese stechen in den Suchergebnissen deutlich hervor und verzeichnen eine weitaus höhere Klickrate als die klassisch gleichförmigen Snippets.

Social Media Traffic

Social Media ist in den vergangenen Jahren zu einer immer wichtigeren Traffic-Quelle geworden. Als zusätzlicher, längst etablierter Channel sind die sozialen Netzwerke eine große Chance – zumal es mittlerweile für jede Zielgruppe die passende Plattform gibt.

Social Media Marketing zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Kostenlos: Im Gegensatz zu Social Media Ads sind Profilauftritte kostenlos. Ihre professionelle Bespielung hingegen erfordert durchaus Expertise und Ressourcen, so dass ähnlich wie bei SEO trotzdem Kosten entstehen können.
  • Langsam: Der Aufbau einer treuen und interaktiven Fangemeinde benötigt Zeit. Regelmäßiger Content, auch dann, wenn ihn zumindest scheinbar kaum jemand liest, ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer dafür keine Ausdauer hat oder Dienstleister beauftragen will, sollte es lieber gleich lassen.
  • Unberechenbar: Social Media Traffic schwankt häufig stark, auch wenn eine große Fangemeinde besteht. Hinzu kommt, dass soziale Netzwerke nicht nur für Empfehlungen, sondern auch für Kritik genutzt werden. So können Facebook, Twitter und Co. sich zum Schauplatz für Shitstorms entwickeln und der Marke schaden.
  • Vielseitig: Social Media bringt nicht nur Traffic auf die Website, sondern trägt auch zum Brand Building bei. Außerdem können die Netzwerke für Public Relations, Kundenservice, Networking, Influencer Marketing und Marktforschung genutzt werden.

3 Tipps, um Ihren Social Media Traffic zu erhöhen:

  1. Fokussieren Sie sich auf Netzwerke, die Verlinkungen erlauben und somit einen ungehinderten Besucherfluss auf Ihre Website ermöglichen. Niemand tippt gern etwas manuell in die Suche oder den Browser ein, wie es zum Beispiel bei Instagram häufig nötig ist. Durchlässige Netzwerke wie Facebook und LinkedIn bringen mehr Traffic.
  2. Setzen Sie auch in Social-Media-Postings klare Handlungsaufforderungen. Call to Actions (CTAs) wirken in sozialen Netzwerken genauso wie auf Ihrer Website.
  3. Kein Posting ohne Bild! Bilder sind es, die uns in der mit Content und Werbung überschwemmten Timeline ins Auge springen und dazu anregen, sich näher mit einem Posting zu befassen. Noch besser funktionieren auch kurze, prägnante Videos.

E-Mail-Traffic

E-Mails haben ein starkes Alleinstellungsmerkmal: Sie sind der einzige Marketingkanal, zwischen dem keiner der großen Technologiekonzerne wie Google oder Facebook steht. Sie besitzen weder Ihre Rankings noch Ihre Follower, aber Sie besitzen Ihre E-Mail-Liste. Somit sind E-Mails der einzige digitale Kanal, bei dem Sie vollständig unabhängig sind und den Sie voll kontrollieren können.

Wie bei Social Media gilt: Rudern erlangt seine Wirksamkeit durch Koordination und Wiederholungen.

E-Mail-Marketing zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Gestaltungsspielraum: Anders als bei vielen anderen Marketingmaßnahmen haben Sie bei E-Mails einen großen Gestaltungsspielraum. Sie können Text beliebig um Bilder und Video ergänzen und sind in der Länge nicht beschränkt.
  • Testfreundlich: Die freie Gestaltung ermöglicht es vieles auszuprobieren und sich schrittweise an das erfolgreichste Mailing heranzutasten. A/B-Tests sind auch beim E-Mail-Marketing der Schlüssel zu steigenden Öffnungs- und Klickraten.
  • Kostengünstig: E-Mail-Marketing ist verhältnismäßig kostengünstig, was den Return on Investment erhöht. Statt hoher Investitionen bedarf es eher Kreativität und Ausdauer.
  • Kundenbindung: Mit regelmäßigen E-Mails bleiben Sie im Gedächtnis, schaffen Vertrauen und erhöhen schließlich die Kundenbindung.

3 Tipps, um Ihren E-Mail-Traffic zu erhöhen:

  1. Wählen Sie nicht die Firma, sondern Ihren persönlichen Namen als Absender. Das erhöht die Öffnungsrate Ihrer Mailings.
  2. Wecken Sie mit der Betreffzeile Aufmerksamkeit, indem Sie zum Beispiel Versprechen offerieren. Ihnen muss es möglichst schnell gelingen, dass Ihre E-Mails angeklickt werden. Je mehr Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher ist eine Öffnung.
  3. Segmentieren Sie Ihre E-Mail-Liste und senden Sie denen, die mit Ihnen interagieren, weitere Mails mit gezielten Inhalten.

Referral Traffic

Während die bisher aufgeführten Traffic-Quellen den meisten Webmastern geläufig sind, fristet der Referral-Traffic ein Schattendasein. Darunter sind die Besucher zu verstehen, die über einen Link von einer anderen Website auf Ihre Website gelangen. Meist ist die Förderung von Referral Traffic kein Bestandteil der Marketingstrategie. Dabei ist dies aus gleich zwei Gründen sinnvoll:

  1. Referral Traffic wirkt wie eine konstante Strömung unter unserem Boot. Links sorgen für ein kleines aber feines Traffic-Grundrauschen.
  2. Google wertet Links als Empfehlungen. Sie bringen nicht nur unmittelbaren Traffic, sondern können sich auch äußerst positiv auf das Ranking Ihrer Seiten auswirken und dadurch langfristig den organischen Traffic erhöhen.

Traffic-Spitzen sind meist auf akute Erwähnungen zurückzuführen, zum Beispiel im Rahmen von Public-Relations-Aktionen. Regelmäßiger Referral Traffic stammt von Verzeichnissen oder Evergreen-Content, in dem Ihre Website verlinkt ist.

3 Tipps, um Ihren Referral Traffic zu erhöhen:

  1. Suchen Sie nach relevanten Verzeichnissen und tragen Sie Ihre Website dort ein. Besonders lohnenswert sind lokale Verzeichnisse, zum Beispiel von der Kommune, der Wirtschaftsförderung, der zuständigen Kammer oder einem Verband, dem Sie angehören.
  2. Schreiben Sie hochwertige Gastartikel auf thematisch passenden Websites und Blogs und lassen Sie sich dafür mit einem Link zu Ihrer Website entlohnen.
  3. Betreiben Sie aktive Pressearbeit, indem Sie auf Neues aufmerksam machen und der Presse Material zur Verfügung stellen.

Traffic durch Direktzugriffe

Direkte Zugriffe sind die Königsdisziplin unter den Traffic-Quellen. Denn nur wer Ihre Marke bereits kennt und Vertrauen zu ihr hat, der gibt die Domain direkt in den Browser ein. Oft besteht sogar schon eine Kundenbeziehung, wenn Besucher die Website auf direktem Weg besuchen. Obwohl am wenigsten thematisiert, sind Direktzugriffe sicherlich die wichtigsten. Wichtiger als alle anderen Quellen zusammen.

Direkter Traffic ist wie die natürliche Strömung unter dem Boot, die es kontinuierlich vorantreibt und zudem unabhängig von den anderen Antriebsmöglichkeiten macht. Demzufolge sollte es das Ziel von Webmastern und SEOs sein, den direkten Traffic zu steigern – noch vor allen anderen Traffic-Quellen. In der Praxis erhalten die Direktzugriffe allerdings kaum Aufmerksamkeit.

3 Tipps, um Ihren direkten Traffic zu erhöhen:

  1. Machen Sie Ihre Domain allgegenwärtig. Es darf kein Dokument und kein Werbemittel geben, wo nicht auf jeder Seite Ihre Website-Adresse abgedruckt ist.
  2. Erweitern Sie Ihren Marketingmix um Offline-Werbung wie Flyer, Print-Anzeigen, Außenwerbung, Radio- und Fernsehspots.
  3. Betreiben Sie Networking – wo immer es geht. Besuchen Sie Branchentreffen und Messen, halten Sie Vorträge und bieten Sie sich als Interviewpartner an. Werden Sie erst lokal und dann überregional bekannt.

Woher kommt mein Traffic?

Um nun herauszufinden, über wie viel Traffic aus welchen Quellen Ihre Website verfügt, können Sie verschiedene Tools zu Hilfe nehmen. Am einfachsten ist sicherlich die Nutzung von kostenlosen Webanalyse-Tools wie Google Analytics.

So rufen Sie Ihre Traffic-Übersicht in Google Analytics auf:

Berichte > Akquisition > Alle Zugriffe > Channels

Traffic Channel bei Google Analytics
In Google Analytics werden Ihnen die hier vorgestellten Traffic-Quellen angezeigt, sofern Ihre Website Zugriffe über einen der genannten Channel verzeichnet. Zur Visualisierung werden verschiedene Diagramme angeboten.

Außerdem bietet fast jedes SEO-Tool eine Traffic-Analyse. Da kein Tool 100-prozentig genau ist, erlangen Sie die belastbarsten Zahlen, wenn Sie die Daten mehrerer Tools miteinander vergleichen und einen Durchschnitt errechnen. Aber auch ohne diesen Aufwand erhalten Sie eine klare Tendenz, welche Quellen Ihre stärksten sind und wo es Optimierungsbedarf gibt.

Dass die Zahlen nicht exakt sind, liegt an unterschiedlichen Gründen, die in den einzelnen Traffic-Quellen begründet sind. Folgend vier Beispiele:

Navigationale Suchanfragen

Problem:

Bei Marken ist ein Teil des organischen Traffics in Wahrheit direkter Traffic. Aus Gewohnheit oder Unwissenheit wird die Marke in die Suchmaschine eingegeben, um dann direkt auf das erste Ergebnis zu klicken. Diese Nutzer haben eine rein navigationale Suchintention und wissen bereits, wohin sie wollen. Je bekannter die Marke, desto größer der Anteil navigationaler Suchen, die die Traffic-Daten verfälschen.

Lösung:

Über die Google Search Console können Sie in Erfahrung bringen, wie viel Prozent Ihres organischen Suchmaschinen-Traffics auf markenbezogenen Suchanfragen wie Ihre Firma zurückzuführen sind.

Dark Social Traffic

Problem:

Analyse-Tools sind nicht in der Lage bestimmte Social Shares ihrer Quelle zuzuordnen. Werden Links von Facebook zum Beispiel über E-Mail, Messenger wie WhatsApp, Chat-Anwendungen wie Skype oder andere Textnachrichten geteilt, kann der Traffic nicht Facebook zugeordnet werden.

Lösung:

Betreiben Sie aktives Kampagnen-Tracking, indem Sie Ihre URLs mit UTM-Parametern versehen, die den Analyse-Tools eindeutig mitteilen, von welcher Quelle der Traffics stammt (siehe folgendes Kapitel).

Referral als bunter Blumenstrauß

Problem:

Was in Google Analytics als Referral Traffic angezeigt wird, ist oft ein buntes Potpourri undifferenzierter Zugriffe. Wenn Sie unter Berichte > Akquisition > Alle Zugriffe > Verweise Ihre Backlink-Übersicht aufrufen, werden Sie mit großer Sicherheit feststellen, dass unter den angezeigten Quellen auch Suchmaschinen wie Yahoo oder DuckDuckGo, Social Networks wie LinkedIn und Facebook sowie andere Plattformen sind, die keine von sich aus verweisenden Linkquellen darstellen.

Lösung:

Sie können in Google Analytics für jede Property selbst bestimmen, welche Quellen der organischen Suche als Channel zugewiesen werden. Außerdem können Sie Domains aus der Verweisliste ausschließen. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn es sich bei den Linkquellen um Websites aus der Unternehmensfamilie handelt. Die Einstellungen können Sie unter Verwaltung > Property > Tracking-Informationen vornehmen.

Einstellungen Traffic Informationen bei Google Analytics
In Google Analytics können Sie einstellen, welche Quellen der organischen Suche zugeordnet werden sollen und welche Websites nicht als Verweise gezählt werden sollen.

Sonstiges als direkter Zugriff

Problem:

Vieles, was Google keiner eindeutigen Quelle zuordnen kann, wird als Direktzugriff gewertet. Zum Beispiel:

  • URL-Eingaben in die Adressleiste des Browsers
  • Links im Browserverlauf und den Lesezeichen
  • Browseraufrufe im Inkognito-/Privatmodus
  • Linkklicks, die außerhalb des Browsers stattfanden (z. B. in PDF-Dokumenten, Office-Dokumenten wie Word oder PowerPoint, Apps, QR-Codes)
  • Klicks von der HTTPS- zur HTTP-Seite
  • Links mit ungültigem Kampagnen-Tracking-Code

Lösung:

Nutzen Sie bei selbstgesetzten Links stets UTM-Tracking und versehen Sie die Links mit der Source und dem Medium.

Traffic Analyse Semrush
Auch alle gängigen SEO-Tools bieten eine Traffic-Analyse an. Semrush erstellt aufgrund vorhandener Daten zudem eine Entwicklungsprognose für den aktuellen Monat.
Semrush

Semrush

  • Universal-Tool
  • Freemium

Semrush kann für SEO, PPC, SMM, Keyword-Recherche, Wettbewerbsanalysen, Content-Marketing und Kampagnenmanagement verwendet werden. Ähnlich umfangreich wie Ahrefs.

Wie kann man Traffic messen?

Trotz der geschilderten Problemfälle sind Webanalyse- und SEO-Tools mittlerweile ganz gut in der Lage den Traffic korrekt zu messen. Dennoch können Sie bei der Kategorisierung des Traffics nachhelfen und vor allem auch eigene Kampagnen ganz individuell tracken.

Dafür werden UTM-Parameter genutzt, der der URL angehangen werden und eine genaue Nachverfolgung der Website-Zugriffe ermöglichen. Die Parameter sind standardisiert, so dass jedes Tool sie auswerten kann.

Wie genau Sie Ihre URLs mit UTM-Parametern versehen, welche Tools Ihnen dabei helfen und wo Sie Ihren Kampagnen-Traffic in Google Analytics analysieren können, erfahren Sie in diesem Schritt-für-Schritt-Artikel.

Vielfalt ist Trumpf

Wie Sie sehen, führen viele Wege nach Rom – oder eben auf Ihre Website. So wie Sie Ihr Aktiendepot diversifizieren, sollten Sie auch Ihren Traffic auf mehrere Standbeine stellen. Wenn Sie sich zu sehr auf ein oder zwei Traffic-Quellen verlassen, begeben Sie sich in riskante Abhängigkeit.

Verzeichnet Ihre Website zum Beispiel mehr als 90 Prozent der Zugriffe über die organische Suche, kann ein Algorithmus-Update, das zu Sichtbarkeitsverlusten führt, schnell einen existenzbedrohlichen Umsatzeinbruch zur Folge haben.

Aber auch wenn alles gut geht, entgehen Ihnen vielleicht lukrative Kunden, die andere Kommunikationsplattformen bevorzugen, auf denen Sie bisher nicht präsent sind. Auch die besten Fischer suchen nicht immer den gleichen See auf. Sie wissen, unter welchen Bedingungen sie wo den meisten Fang machen. Wenn Sie sich regelmäßig mit Ihrem Traffic beschäftigen, neue Quellen erschließen und vorhandene optimieren, werden auch Sie ein Gespür für die Steuerung von Besucherströmen bekommen.

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