Canonical Tag
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Canonical Tag – Die Lösung für doppelte Inhalte im SEO
Der Canonical Tag, auch bekannt als rel="canonical", ist ein HTML-Element, das Suchmaschinen mitteilt, welche Version einer Seite als die „Originalversion“ betrachtet werden soll. Er wird im <head>-Bereich einer Webseite eingesetzt und ist ein zentrales Werkzeug, um Duplicate Content zu vermeiden.
Wenn mehrere URLs identische oder sehr ähnliche Inhalte enthalten – sei es durch Sortierungsparameter, Session-IDs oder verschiedene Pfade – signalisiert der Canonical Tag den Suchmaschinen, welche dieser Seiten indexiert und für das Ranking berücksichtigt werden soll.
Warum ist der Canonical Tag wichtig?
1. Vermeidung von Duplicate Content
Duplicate Content entsteht, wenn identische oder sehr ähnliche Inhalte unter mehreren URLs auffindbar sind. Suchmaschinen haben Schwierigkeiten, solche Inhalte korrekt zuzuordnen und könnten entweder alle Seiten ignorieren oder die falsche Seite indexieren. Der Canonical Tag schafft hier Klarheit und verhindert Rankingverluste durch doppelte Inhalte.
2. Bündelung von Ranking-Signalen
Backlinks, Nutzerverhalten und andere Ranking-Signale können sich bei mehrfach vorhandenen Inhalten auf verschiedene URLs verteilen. Durch die Verwendung eines Canonical Tags werden diese Signale auf die als „kanonisch“ definierte Seite konzentriert, was deren Sichtbarkeit erhöht.
3. Bessere Crawling-Effizienz
Indem man den Suchmaschinen mitteilt, welche Version einer Seite relevant ist, verhindert man, dass unnötige Crawling-Ressourcen auf Varianten mit gleichem Inhalt verschwendet werden. Das ist insbesondere bei großen Websites von Vorteil.
Wie wird der Canonical Tag implementiert?
Ein Canonical Tag wird wie folgt im <head>-Bereich einer HTML-Seite eingebunden:
<link rel="canonical" href="https://www.beispielseite.de/kanonische-url/" />
Dabei ist zu beachten:
- Absolute URL verwenden: Der Canonical Tag sollte immer die vollständige URL enthalten.
- HTTPS bevorzugen, sofern die Seite über ein SSL-Zertifikat verfügt.
- Konsistente Domainwahl: www- und non-www-Varianten sollten einheitlich behandelt werden.
- Nur eine kanonische URL pro Seite angeben.
Häufige Einsatzszenarien
- Produktseiten mit Filteroptionen: Wenn Filter oder Sortierungen verschiedene URLs erzeugen, z. B.
?farbe=blau, sollte die Hauptproduktseite als kanonisch ausgezeichnet werden. - Seiten mit Session-IDs: URLs mit dynamischen Parametern, die durch Tracking oder Sessions entstehen, sollten per Canonical auf die Basisversion verweisen.
- Druckversionen von Seiten: Für Inhalte, die sowohl als Web- als auch Druckversion verfügbar sind, sollte die Webversion als kanonisch gelten.
- Mehrsprachige Websites: Wenn Inhalte sprachlich gleich, aber auf unterschiedlichen Domains oder Verzeichnissen liegen, ist ein gezielter Einsatz des Canonical Tags zusammen mit hreflang sinnvoll.
Was der Canonical Tag nicht kann
- Keine Weiterleitung: Der Canonical Tag leitet Benutzer nicht weiter – er ist lediglich ein Hinweis an Suchmaschinen.
- Keine Indexierungs-Garantie: Auch wenn eine Seite als kanonisch ausgezeichnet ist, kann Google theoretisch eine andere Version indexieren, wenn es dafür signifikante Gründe sieht.
- Nicht für völlig unterschiedliche Inhalte geeignet: Der Canonical Tag sollte nur verwendet werden, wenn die Seiten inhaltlich sehr ähnlich oder identisch sind.
Best Practices
- Selbstreferenzierende Canonicals verwenden: Jede Seite sollte auf sich selbst als kanonisch verweisen, wenn sie die bevorzugte Version ist.
- Canonical und Weiterleitungen nicht kombinieren: Wenn eine Seite bereits per 301 weitergeleitet wird, ist ein zusätzlicher Canonical Tag überflüssig.
- Regelmäßig prüfen: Mithilfe von SEO-Tools oder der Google Search Console sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob Canonical Tags korrekt implementiert sind.
Fazit
Der Canonical Tag ist ein unverzichtbares Werkzeug in der technischen Suchmaschinenoptimierung. Er ermöglicht es, Suchmaschinen effizient durch eine Website zu führen, verhindert Probleme durch doppelte Inhalte und stärkt die Sichtbarkeit der richtigen Seiten in den Suchergebnissen. Wer ihn korrekt und strategisch einsetzt, legt einen soliden Grundstein für langfristigen SEO-Erfolg.