Warum Sprachmodelle bestimmte Unternehmen erwähnen – und was Marken tun können, um dort aufzutauchen.
Sprachmodelle greifen bei der Antwortgenerierung auf externe Websites zurück – ein Vorgang, der als Grounding bezeichnet wird.
Sie prüfen Inhalte, kombinieren Fakten und belegen Aussagen mit Quellen.
Wer in diesen Quellen vorkommt, wird in KI-Antworten häufiger genannt.
Wer dort fehlt, bleibt unsichtbar – selbst mit guten eigenen Inhalten.

Damit entsteht ein neues Arbeitsfeld zwischen SEO, Medienarbeit und Datenstrategie: die AI Source Optimization.
Sie zielt darauf, die Sichtbarkeit in den Drittquellen zu erhöhen, die Sprachmodelle zur Absicherung ihrer Antworten heranziehen.

Wie Sprachmodelle Quellen auswählen

Systeme wie Google AI Overviews, ChatGPT Search oder Perplexity nutzen externe Inhalte, um Informationen überprüfbar zu machen.
Sie bevorzugen Webseiten, die klar strukturiert, vertrauenswürdig und thematisch konsistent sind.
Dabei geht es nicht um Keyword-Dichte oder Ranking-Stärke, sondern um Reputation, Aktualität und Informationswert.

Typische Grounding-Quellen sind Nachrichtenportale, Fachmagazine, Verbraucherportale, Verbände, Studienportale oder Regierungsseiten.
Solche Domains tauchen besonders häufig auf, weil ihre Inhalte wiederkehrende Qualitätssignale senden.

Wichtig ist: Die exakten Kriterien sind nicht vollständig dokumentiert, doch aus realen Tests ergeben sich konsistente Muster.

Warum diese Quellen strategisch wichtig werden

In klassischen Suchergebnissen entscheidet die Relevanz einzelner Seiten.
In KI-Antworten entscheidet die Präsenz in Drittquellen.
Wenn Modelle mehrere Quellen berücksichtigen, wiederholen sich bestimmte Domains besonders häufig – sie werden zu einer Art „informeller Basis“ der Antwortsysteme.

Unternehmen, die dort Erwähnung finden, werden häufiger als Beispiel, Beleg oder Referenz genutzt.
Das ist keine bezahlte Sichtbarkeit, sondern eine Folge ihrer Datenqualität und ihres Informationswerts.

KI-Quellenanalyse: Wie man relevante Grounding-Websites identifiziert

Die Analyse beginnt mit einer einfachen Frage:
Welche Websites werden in meinem Themenumfeld regelmäßig als Quelle aufgeführt?

Praktische Vorgehensweise:

  • Antwortsysteme beobachten und wiederkehrende Quellen notieren.
  • Relevante Tools, wie Google News nutzen, um häufig zitierte Domains zu erkennen.
  • Eigene Source-Matrix erstellen: Domain, Thema, Domain-Typ, Aktualität, Kontaktpotenzial.
  • Priorisierung nach Relevanz, Reputation und redaktioneller Passung.
Mini-Workflow: Die 5-Schritt-Grounding-Analyse
1) 10–20 typische KI-Anfragen im eigenen Themenfeld testen.
2) Alle wiederkehrenden Domains notieren.
3) Diese Domains in einer Matrix kategorisieren.
4) Relevante Ansprechpartner oder redaktionelle Formate identifizieren.
5) Themen entwickeln, die für diese Quellen echten Mehrwert liefern.

Maßnahmen: Wie man Sichtbarkeit in Drittquellen aufbaut

Sichtbarkeit in Grounding-Quellen entsteht nicht durch Links, sondern durch zitierfähige Inhalte.
Entscheidend sind Relevanz, Struktur und Verlässlichkeit.

  • Daten & Fakten: eigene Auswertungen, Marktbeobachtungen oder definierte Begrifflichkeiten.
  • Aktualität: klare Datumsangaben und nachvollziehbare Quellenbezüge.
  • Struktur: FAQ-, Dataset- oder Article-Markup, um Inhalte leichter interpretierbar zu machen.
  • Stabilität: redaktionelle Pflege, regelmäßige Updates und thematische Konsistenz.

Outreach-Pitch: Wie die Ansprache funktioniert

Ziel ist nicht ein Link, sondern eine Erwähnung als Quelle.
Der Ton ist klar, professionell und inhaltlich getrieben – nicht technisch.

Beispiel-Pitch (kurz & professionell)
„Guten Tag Frau/Herr …,
wir haben aktuelle Daten zu [Thema], die für Ihre Leserschaft relevant sein könnten.
Die Analyse enthält [kurze Beschreibung der Datenbasis] und klare Ergebnisse, die Ihr bestehendes Format zu [Artikel/Thema] sinnvoll ergänzen.
Falls Interesse besteht, stelle ich Ihnen die Zahlen sowie die Methodik gerne bereit.“

Zwei Praxisbeispiele

B2C-Beispiel: Gartenmöbel-Hersteller

Analyse: Verbraucherportale und DIY-Magazine tauchten am häufigsten als Quellen auf.
Maßnahme: Erstellung einer Materialstudie mit Messwerten und Belastungstests.
Ergebnis: Erwähnung auf einem relevanten Garten- und DIY-Verbraucherportal – später sichtbare Nennung in Perplexity-Antworten bei Fragen zu Materialbeständigkeit und Kaufberatung.

B2B-Beispiel: Software-Anbieter

Analyse: Technologie-Portale und Fachberichte dominierten die Grounding-Quellen.
Maßnahme: Veröffentlichung eines Security-Benchmarks mit klarer Methodik und ergänzender Medienarbeit.
Ergebnis: Platzierung auf einem etablierten IT-Fachportal – wiederkehrende Erwähnung in ChatGPT Search bei technischen Fachanfragen.

Checkliste: Bin ich eine zitierfähige Quelle?

  • Liefern meine Inhalte nachvollziehbare Fakten?
  • Gibt es klare Datumsangaben und eine Aktualisierungshistorie?
  • Sind Autor oder Expertise erkennbar?
  • Besteht eine klare Struktur mit semantischer Orientierung?
  • Enthalten meine Inhalte originäre Informationen – nicht nur Zusammenfassungen?
  • Werden Begriffe definiert oder Daten eingeordnet?

Fazit

Sichtbarkeit entsteht heute auf mehreren Ebenen.
Neben der eigenen Website zählt zunehmend, in welchen Quellen man vorkommt.
Antwortsysteme bewerten Informationen anhand von Struktur, Belegbarkeit und thematischer Kontinuität.

AI Source Optimization ist damit kein Trendbegriff, sondern ein praktisches Arbeitsfeld:
die Verbindung aus fachlicher Tiefe, redaktioneller Qualität und kluger Quellenarbeit.

Unternehmen, die früh beginnen, ihre Präsenz in relevanten Drittquellen aufzubauen, erhöhen ihre Chance,
nicht nur in Suchergebnissen sichtbar zu sein – sondern auch in den Antworten von morgen.


Weiterführende Hinweise

  • Google Developers – AI Overviews & Quellenlogik
  • OpenAI Help – Browsing with Citations
  • Perplexity.ai – Quellenauswahl und Source View

Häufig gestellte Fragen

Beobachte Antworten in ChatGPT Search, Perplexity und AI Overviews und notiere wiederkehrende Domainnamen. Ergänzend helfen Tools wie BuzzSumo, Ahrefs oder Google News, um häufig zitierte Quellen im eigenen Themengebiet zu identifizieren.

Beim Linkaufbau steht der Backlink im Vordergrund. Bei AI Source Optimization geht es um die Erwähnung als glaubwürdige Quelle. Entscheidend sind Fakten, Strukturen und Daten – nicht der Link selbst.

Zitierfähige Informationen wie Datenanalysen, klare Definitionen, nachvollziehbare Messwerte, Branchenbenchmarks oder methodisch saubere Studien. Alles, was überprüfbar und thematisch fokussiert ist, erhöht die Chance auf Erwähnung.

Durch redaktionelle Ansprachen mit echtem Mehrwert: Daten, Erkenntnisse oder Beobachtungen, die ein Medium sinnvoll in bestehende Inhalte integrieren kann. Das Ziel ist die Erwähnung, nicht die Linkplatzierung.

Über regelmäßige Tests mit typischen Nutzerfragen, Source-Monitoring in Perplexity und ChatGPT Search sowie kontrollierte Keyword-Sets. Ergänzend helfen eigene SERP-Snapshots für Vergleichszeiträume.