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Pillar Pages

Weil sich die Art und Weise, wie Internetnutzer Suchmaschinen bedienen im Laufe der Jahre verändert hat, hat sich auch die Art und Weise verändert, wie erfolgreiche SEOs Inhalte erstellen. Statt die erfolgversprechendsten Keywords in den Mittelpunkt zu stellen, rücken Pillar Pages das Thema selbst in den Fokus. Damit tragen sie dem immer intelligenter werdenden Google-Algorithmus Rechnung, der zunehmend menschlicher agiert und dadurch immer bessere Suchergebnisse liefert.

Suchanfragen in ganzen Sätzen statt einzelnen Wörtern

Statt mit kurzen Suchbegriffen („Rotweinfleck entfernen“), konfrontieren die Nutzer die Suchmaschinen mit immer längeren, natürlicheren und somit auch komplexeren Suchbegriffen („Wie entferne ich einen Rotweinfleck auf grauem Teppich?“). Es gibt also einen Wandel von den Short Tail Keywords hin zu den Long Tail Keywords. Laut Ahref bestehen bereits heute 41,7 Prozent aller Suchanfragen aus fünf oder mehr Wörtern.

Geschuldet ist die Lust auf Plauderei mit den Suchmaschinen insbesondere den Sprachassistenten, mit denen wir nicht mehr nur das Smartphone oder Tablet bedienen, sondern die in Form von Amazon Echo, Apple HomePod und Google Dot in immer mehr Büros und Wohnräumen stehen. Auch moderne Fernseher unterstützen die Sprachsteuerung. Mit den Sprachassistenten kommunizieren wir beinahe so wie mit unseren Mitmenschen, statt ihnen nur irgendwelche Wortfetzen hinzuwerfen. Das wirkt sich auch auf die Online-Suche aus. Bei Google werden schon jetzt mehr als 20 Prozent der mobilen Suchanfragen über die Stimme und nicht über die Tastatur gestellt.

Keywords verlieren an Bedeutung, Thema rückt in den Fokus

Dieses neue Suchverhalten erfordert eine angepasste Content-Strategie, vor allem wenn es um die informationsorientierte Suche geht. SEOs müssen Inhalte erstellen, die ein Thema lückenlos und somit aus verschiedenen Perspektiven behandeln, statt sich nur um die Aspekte rund um vielversprechende Keywords zu konzentrieren. Die breitere Aufstellung führt zwangsläufig zu mehr Traffic. Die Kunst ist es schließlich, diesen auch in Leads oder Sales zu verwandeln.

Pillar Pages, die um Content Cluster ergänzt werden, sind eine zeitgemäße Content-Strategie für die informationsorientierte Suche. Im Mittelpunkt steht als dominierende Säule (engl. pillar) die Pillar Page, die das Hauptthema, für das ein starkes Ranking erzielt werden soll, umfangreich behandelt. Die Pillar Page behandelt grob alle Aspekte des übergeordneten Hauptthemas und somit auch alle Fragen, die dazu anfallen. Die Content Cluster gruppieren sich um die Säule und vertiefen einzelne Aspekte des Hauptthemas.

Pillar Page mit klarer Verlinkungsstruktur

Während auf der Pillar Page selbst Keywords kaum eine Rolle spielen, orientieren sich die Content Cluster wieder stärker daran. Durch die Verlinkungsstruktur puschen die Keyword-orientierten Content Cluster die zentrale Pillar Page. Von dort aus wird auf die Content Cluster verlinkt, die einzelne Themenaspekte detaillierter betrachten. Die einzelnen Cluster wiederrum verlinken intern auf die Pillar Page. Um möglichst viel Trust an die Hauptseite weiterzugeben, findet keine Verlinkung zwischen den Content Clustern statt.

Im Unterschied zu holistischen Seiten wird das Thema also nicht erschöpfend und vollumfänglich auf nur einer Seite behandelt, sondern es gibt weiterführende Unterseiten. Diese vertiefen das Thema, statt nur zu wiederholen, was auf der Pillar Page sowieso schon steht. Indem aber zum Zweck der internen Verlinkung alle Aspekte zumindest einmal oberflächlich angesprochen werden, gibt es durchaus Ähnlichkeiten zu holistischem Content.

Pillar Pages schaffen Vertrauen bei Google und Besuchern

Ähnlich ist zum Beispiel der Umfang, der in der Regel mehrere tausend Wörter umfasst. Somit sind Pillar Pages sehr zeitaufwendig, was sich letztlich auch in den Kosten wiederspiegelt. Die Investition lohnt sich aber gerade jetzt, weil man sich durch den Trust, den Google Webseiten mit ausführlichem, mehrwertbasierten Content zugesteht, einen erheblichen Vorsprung zur Konkurrenz aufbauen kann, der das gute Ranking langfristig sichert. Denn Pillar Pages belegen häufig die oberen Positionen bei Google und Co. Durch den klaren Fokus auf die Hauptseite wird gleichzeitig das Problem klassischer Webseiten gelöst, bei denen die verschiedenen Unterseiten in den Suchergebnissen miteinander konkurrieren.

Wer eine Pillar Page erstellen oder eine bestehende Webseite zu einer Pillar Page umbauen möchte, sollte sich zunächst Gedanken um die optimale Content Strategie machen. Das Thema, für das das Ranking erzielt werden soll, muss einerseits groß genug sein um Stoff für mehrere sinnvolle Content Cluster zu liefern. Andererseits darf es nicht zu komplex sein, um alle Aspekte zum Thema auf der Pillar Page anreißen zu können.

Während der Erstellung des Inhalts steht stets die Zielgruppe im Mittelpunkt. Zuerst muss deshalb geklärt werden, welche Herausforderungen die potentiellen Leser haben, welche Fragen und Probleme auf der Pillar Page geklärt werden können und müssen. Bei Pillar Pages kommt es noch mehr als bei anderem Content darauf an, dass der Autor sein Handwerk versteht und sich mit der Materie gut auskennt. Der Webseitenbetreiber wird für den nutzerorientierten, ansprechend aufbereiteten Content mit einem wertvollen Vertrauensbonus von Google belohnt und setzt sich damit spürbar von den Mitbewerbern ab.


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