Der große Guide: SEO für Fotografen

Der große Guide: SEO für Fotografen

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SEO für Fotografen

SEO Für Fotografen

Für Fotografen war es nie einfacher als heute ihre Bilder einer großen Zielgruppe zu präsentieren, mit der Fotografie einen Nebenverdienst zu erzielen oder die Leidenschaft gleich zum Beruf zu machen. Facebook, Instagram und Flickr sind zwar ein guter Einstieg, um auf sich aufmerksam zu machen, stoßen aber schnell an ihre Grenzen. Mit einer eigenen Webseite sind Sie deutlich flexibler und unabhängiger.

In diesem ausführlichen Guide „SEO für Fotografen“ geht es speziell um die Suchmaschinenoptimierung für Fotografen. Wir verraten Ihnen, wie Sie bereits mit einfachen Mitteln Ihre Position in den Suchergebnissen verbessern können, mehr kaufwillige Besucher anlocken und somit nachhaltig mehr Umsatz erzielen.

1. Warum eigentlich SEO?

Eine Webseite ist dank kostenloser Content-Management-Systeme und zahlreicher Online-Dienste heute schnell aufgesetzt. Templates für Fotografen, die Ihre Bilder gekonnt in Szene setzen, gibt es wie Sand am Meer. Doch bei den meisten Webseitenbetreibern stellt sich rasch Ernüchterung ein: Die Besucherstatistik weist enttäuschende Zahlen aus, die Aufträge bleiben aus.

Schuld daran ist nicht das System hinter der Webseite, sondern ihre mangelnde Optimierung. Als Fotograf konkurrieren Sie mit zahlreichen Mitbewerbern – darunter auch vielen Hobbyfotografen – um die vorderen Positionen bei Google. Denn wer einen Fotografen sucht, der tut das zu 98 Prozent beim Marktführer unter den Suchmaschinen.

Wer googelt, der bleibt meist auf Seite eins der Suchergebnisse. Hier haben aber – abgesehen von den bezahlten Anzeigenplätzen – lediglich bis zu zehn Webseiten Platz. Wenn Sie mit Ihrer Webseite nicht in der digitalen Bedeutungslosigkeit landen wollen, dann kommen Sie um Suchmaschinenoptimierung (SEO) nicht umher.

2. Google verstehen, SEO begreifen

Bevor Sie ganz konkret in die Suchmaschinenoptimierung eintauchen, sollten Sie sich bewusst vor Augen führen, was Google ist und wie Google tickt. Im Mittelpunkt des Konzerns steht nach wie vor die Suchmaschine, die hierzulande einen Marktanteil von 95 Prozent besitzt. Weil es in ganz Europa ähnlich aussieht, spielen Mitbewerber wie Bing und Yahoo quasi keine Rolle und SEO bezieht sich immer auf den Algorithmus von Google.

Der geheime Google-Algorithmus bestimmt, welche Webseite wo in den Suchergebnissen platziert wird. Das Ranking wird von rund 200 verschiedenen Faktoren gesteuert. Ziel der Suchmaschinenoptimierung ist es, die identifizierten Rankingfaktoren so zu beeinflussen, dass die optimierte Webseite in den Suchergebnissen möglichst weit vorne steht um möglichst viel Traffic und Conversions/Leads zu erzielen.

Die Suchmaschinenoptimierung stützt sich auf zwei Säulen: OnPage– und OffPage-Optimierung. Unter die OnPage-Optimierung fallen alle Maßnahmen, die direkt an einer Webseite vorgenommen werden. Sie sind inhaltlicher, struktureller oder technischer Natur. OffPage-Optimierung hingegen befasst sich mit allen externen, also von außen einwirkenden SEO-Faktoren.

Die Beeinflussung des Rankings durch SEO wird von Google unterstützt, so lange sie nicht gegen die Richtlinien für Webmaster verstößt. Verbotene SEO-Maßnahmen werden von Google mit einer Penalty bestraft, die schlimmstenfalls den Ausschluss aus dem Index zur Folge hat.

Googles oberstes Ziel ist es, seinen Nutzern die besten Suchergebnisse zu liefern, um die marktbeherrschende Stellung, von der auch der Erfolg anderer Google-Dienste wie AdSense und AdWords abhängig ist, zu halten bzw. auszubauen. Wenn Sie sich vor diesem Hintergrund stets fragen, ob SEO-Maßnahmen dazu beitragen, die besten Webseiten nach oben zu bringen, dann werden Sie ganz intuitiv die richtigen Entscheidungen treffen.

Um das Unternehmensziel zu erreichen, arbeitet Google ständig an der Verbesserung des Suchalgorithmus. Das hat zur Folge, dass Suchmaschinenoptimierung ein dynamischer und lebenslanger Prozess ist. Was gestern noch funktioniert hat, kann heute schon obsolet sein.

3. Keyword-Recherche und Zielgruppe

Wer Google nutzt, der gibt eine Suchphrase in den Suchschlitz der Suchmaschine ein. Daraufhin präsentiert Google die besten Suchergebnisse für diese Suchanfrage. Wenn Sie von Ihrer Zielgruppe gefunden werden wollen, müssen Sie deshalb zunächst herausfinden, nach welchen Keywords diese sucht. Denn nur wenn Sie diese Schlüsselwörter inhaltlich auf Ihrer Webseite behandeln, kann diese zu den Keywords auch gelistet werden.

Aus diesem Grund steht am Anfang der Suchmaschinenoptimierung immer eine gewissenhafte Keyword-Recherche, die die Basis für viele SEO-Maßnahmen bildet. Diese Recherche erfolgt in der Regel in zwei Schritten:

1. Brainstorming

Am einfachsten und schnellsten ist es, wenn Sie sich als erstes selbst in die Situation der Suchenden hineinversetzen und sich zunächst fragen, wonach Sie suchen würden. Um eine objektivere und vielschichtigere Einschätzung zu erhalten, hilft es Familie, Freunde und Kollegen zu befragen. Schreiben Sie alle Suchphrasen, die Ihnen einfallen oder genannt werden, auf. Die Keywords, die am häufigsten genannt werden, werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch am häufigsten gesucht.

2. Keyword-Tools

Nach dem Brainstorming haben Sie zwar eine erste Tendenz, aber noch keine wirklich belastbaren Daten. Keine Webseite kann für alle bei der Zielgruppe relevanten Suchbegriffe auf Platz eins landen. Stattdessen müssen Sie sich einige Keywords heraussuchen, auf die Sie sich bei der Suchmaschinenoptimierung konzentrieren. Professionelle Keyword-Tools helfen die Begriffe ausfindig zu machen, die das meiste Potential besitzen. Sie zeigen zum Beispiel an, wie oft ein Keyword in einem bestimmten Zeitraum gesucht wird und wie hoch der Klickpreis dafür bei AdWords ist. Neben dem Google Keyword-Planner und kostenlosen Tools wie keywordtool.io gibt es auch zahlreiche kostenpflichtige SEO-Tools, die bei der Keyword-Recherche behilflich sind.

Statt sich nun aber voreilig auf die Keywords zu stürzen, die das höchste Suchvolumen haben, sollten Sie zuvor die Mitbewerber analysieren. Gegen große Player haben Sie als Einzelspieler selten eine Chance. Es wird deshalb schwierig sein, für das Keyword „Hochzeitsfotografie“ schnell und kostengünstig an der Spitze zu landen. Doch müssen Sie das überhaupt?

Mit dem Keyword „Hochzeitsfotografie Sankt Augustin“ präzisieren Sie Ihre Zielgruppe und reduzieren gleichzeitig Ihre Konkurrenz. Wenn Sie das Keyword „Hochzeitsfotograf“ mit den Wörtern „buchen“ oder „Kosten“ kombinieren, erreichen Sie zudem jene Gruppe, die sich nicht nur oberflächlich informieren will, sondern bereits eine ganz konkrete Buchungs- und Kaufabsicht hat. Obwohl Sie mit diesen Keywords vielleicht weniger Besucher erreichen, haben Sie in der Regel eine höhere Konversionsrate.

Grundsätzlich gilt, dass der Wettbewerb unter Single bzw. Short Tail Keywords (z. B. „Fotograf“) relativ stark ist. Deshalb stehen bei SEOs mittlerweile mehr die Long Tail Keywords (z. B. „Fotograf für Familienbilder in Aachen“) im Fokus. Mid Tail Keywords (z. B. „Produktfotograf in Bonn“) sind ein idealer Kompromiss zwischen zu generischen und zu spezifischen Keywords. Sie versprechen deshalb die besten Erfolgsaussichten.

4. Auf den Content kommt’s an

Wenn Sie sich Ihrer Zielgruppe bewusst sind und wissen, welche Suchbegriffe diese nutzt, können Sie zielgerichteten Content erstellen. Google hat erst vor Kurzem durchscheinen lassen, dass Content und Backlinks die beiden wichtigsten Rankingfaktoren überhaupt sind. Content umfasst Text, Bilder, Videos, Audiospuren und interaktive Elemente.

Text ist für Google der wichtigste Content, weil die Suchmaschine diesen wunderbar verarbeiten und sehr genau analysieren kann. Ausgerechnet die Werke von Fotografen, nämlich Bilder, sind für Google hingegen zunächst ein Rätsel. Aber dazu später mehr.

Guter Content zeichnet sich dadurch aus, dass er relevant ist und den Betrachtern einen Mehrwert bietet. Hier unterscheidet sich Text nicht von den anderen Inhaltsarten. Nur mit Text haben Sie die Möglichkeit, die in der Keyword-Recherche ermittelten Schlüsselwörter auf Ihrer Webseite zu positionieren. Das tun Sie, indem Sie sich thematisch mit den gesuchten Themen auseinandersetzen, nicht jedoch indem Sie wahllos irgendwelche Keywords auf die Seite packen.

Hinter jeder Suchanfrage steckt eine Intension. In der Regel wird nach Antworten auf konkrete Fragen oder nach Lösungen für akute Probleme gesucht. Wenn Sie unterschiedliche Arten der Fotografie anbieten, empfiehlt es sich für Hochzeitsfotografie, Firmenfotografie, Produktfotografie, etc. jeweils einzelne Unterseiten anzulegen. Dort beschreiben Sie Ihre Leistungen ausführlich und nutzen dabei in der Regel schon ganz automatisch die meistgesuchten Keywords.

Wenn Ihnen auffällt, dass besonders oft nach den Kosten für einen Fotografen gesucht wird, dann nutzen Sie dieses Potential und erstellen Sie eine entsprechende Unterseite. Auch wenn Sie keine konkreten Preise angeben wollen, können Sie dort beispielsweise erklären, wie sich der Preis für ein Shooting zusammensetzt und von welchen Faktoren dieser abhängt. Eventuell lässt sich auch ein Preisrahmen nennen. Auf diese Weise gewinnen Sie nicht nur Traffic (und wichtige Nutzersignale – siehe weiter unten), sondern schaffen auch Transparenz und Vertrauen. Jeder Leser wird verstehen, dass man die Preisfrage nicht pauschal beantworten kann.

Achten Sie bei der Erstellung des Contents auf folgende Dinge:

Grundsätzlich gilt: Je mehr Content, desto besser. Eine typische Fotografenwebseite ist meist jedoch relativ überschaubar. Man informiert über seine Leistungen und sich selbst, nennt ein paar Referenzen und bietet Kontaktmöglichkeiten an. Ein Blog bietet gute Möglichkeiten, zusätzlichen Raum für Content zu schaffen. Zudem gibt er Ihnen die Gelegenheit sich als Experte zu etablieren und Einblicke hinter die Kulissen zu gewähren.

Viele Fotografen haben Angst ihr Fachwissen auf diese Weise weiter zu geben. Aber mal ehrlich: Wer einen Fotografen sucht, der fotografiert nicht plötzlich selbst, nur weil im Blog steht, wie es geht. Ganz im Gegenteil: Er wird eher der Meinung sein, dass Sie der geeignete Kandidat für seinen Auftrag sind.

Aber Achtung: Ein Blog macht nur Sinn, wenn Sie sich die Zeit zur Pflege nehmen. Google liebt es, wenn regelmäßig neue Inhalte erscheinen. Verwaiste Blogs, denen nach drei Postings die Puste ausgegangen ist, gibt es schon zur Genüge. Es macht auch auf den Kunden keinen guten Eindruck, wenn der letzte Blogeintrag vier Jahre zurückliegt. Das gilt auch für die News-Seite, die viele Unternehmen auf ihrer Webseite haben wollen.

5. OnPage-Optimierung

Die eingangs erwähnte OnPage-Optimierung umfasst alle SEO-Maßnahmen, die direkt an Ihrer Webseite vorgenommen werden können – für die Sie also ganz allein verantwortlich sind. Es gibt demnach keine Ausreden, wenn die folgenden Basics der Suchmaschinenoptimierung nicht bedacht wurden:

Die hier genannten OnPage-Faktoren sind exemplarisch. Im Laufe dieses Guides werden weitere wichtige Faktoren, wie zum Beispiel die Ladezeit, in einem eigenen Kapitel erläutert. Wenn Ihre Webseite auf WordPress basiert, finden Sie für viele Faktoren Plugins, die Ihnen die Arbeit abnehmen. Das ist vor allem bei der Sitemap praktisch, die auf diese Weise nicht ständig händisch aktualisiert werden muss.

6. Ladezeit

Wer nach etwas sucht, der will schnelle Ergebnisse. Das kennen Sie sicher auch von sich selbst: Lädt eine in den Suchergebnissen angeklickte Webseite nicht schnell genug, dann klicken Sie auf den Zurück-Button Ihres Browsers und rufen den nächsten Vorschlag auf. Der Webseite ist nicht nur ein Besucher entgangen, der vielleicht sogar zum Kunden geworden wäre. Nein, schlimmer noch: Die Webseite sendet schlechte Nutzersignale an Google. Warum das so dramatisch ist, erfahren Sie im weiteren Verlauf dieses Guides.

So testen Sie die Ladezeit Ihrer Webseite

Wie die aktuelle Ladezeit Ihrer Webseite ist, ob diese gut ist und was Sie konkret daran verbessern können, verrät Ihnen PageSpeed Insights. Das kostenlose Online-Tool von Google gibt die Ladezeit auf einer Skala von 1 bis 100 an. Je höher der Wert, desto besser. Er wird getrennt für Desktop und Mobil ermittelt, so dass Sie zielgerichtet optimieren können. Eine farbliche Visualisierung des Analysewerts (grün = gut, gelb = mittel, rot = schlecht) erleichtert die erste Einschätzung.

Von der Ladezeit einer Webseite hängt also ziemlich viel ab, weshalb sie in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Rankingfaktoren aufgestiegen ist. Leider sind es ausgerechnet Bilder, die die Ladezeit strapazieren. Fürs Web braucht es aber zum Glück keine Fotos mit 20 Millionen Pixeln und einer Größe von mehr als fünf Megabyte. Ehrlich gesagt wären Sie als Fotograf sogar ziemlich blöd, wenn Sie den Bilderdieben Ihre aufwendig fotografierten Werke auch noch in bestmöglicher Qualität zur Verfügung stellen würden.

Indem Sie Ihre Fotos komprimieren und gegebenenfalls skalieren, verringern Sie die Dateigröße ganz erheblich und steigern somit die Ladegeschwindigkeit. Auf normalen Webseiten reichen 50 Prozent der Bildqualität vollkommen aus. Das ungeschulte Auge erkennt dabei ohnehin keinen Unterschied. Sie als Fotograf können gern noch etwas drauflegen, vor allem wenn die Bilder viel Platz auf Ihrer Webseite einnehmen. Schon 80 Prozent Qualität verringern die Dateigröße spürbar.

Zum Komprimieren und Skalieren können Sie natürlich Ihr gewohntes Bildbearbeitungsprogramm verwenden. Wenn Sie ein Content-Management-System wie WordPress nutzen, dann gibt es aber auch Plugins, die Ihnen die Arbeit abnehmen. Bedenken Sie aber, dass zu viele und insbesondere ineffiziente Plugins ebenfalls die Ladezeit beeinträchtigen können.

Einen großen Effekt auf die Ladezeit hat die Angabe der Bildgröße im Img-Tag (siehe Infobox unter Bilder SEO), mit dem die Bilder im Quellcode eingebunden werden. Wenn Sie „height“ und „width“ hier definieren, dann wird während das Bild noch lädt ein Platzhalter gesetzt. Dadurch kann der Rest der Seite vom Browser bereits aufgebaut werden, bevor das Bild vollständig geladen wurde. Dies bewirkt, dass sich die Ladezeit insgesamt verringert. Die Größenangabe erfolgt in Pixeln.

7. Mobiltauglichkeit

Die Tatsache, dass Google bei der Ladezeit zwischen Desktop und Mobil unterscheidet, macht bereits deutlich, wie wichtig der Suchmaschine Webseiten sind, die auch auf Smartphones und Tablets eine gute Figur machen. Viele Webseiten haben bereits heute mehr Aufrufe über mobile Endgeräte als über den Desktop. Deshalb wird vielfach bereits die Mobile-First-Strategie verfolgt, bei der die mobile Version einer Webseite im Vordergrund steht.

Mit einem responsiven Webdesign erreichen Sie, dass Ihre Webseite sowohl auf dem 28-Zoll-Monitor, dem Laptop als auch auf dem Smartphone optimal angezeigt wird. Seiten die für Smartphones und Tablets nicht optimiert sind, lassen sich nur umständlich bedienen. Die Usability ist aber ein weiterer Rankingfaktor und nimmt zudem Einfluss auf die Nutzersignale.

Achten Sie bei der Wahl des Templates darauf, dass es responsive ist, sich also der jeweiligen Bildschirmgröße automatisch anpasst. Es gibt mittlerweile viele kostenlose Templates, die diese Voraussetzung erfüllen. Eine noch bessere Wahl sind häufig kostenpflichtige Templates, die meist schlanker programmiert sind und unter dem Gesichtspunkt der Ladezeit fast immer die bessere Wahl darstellen. Eine Lizenz dafür kostet im Mittel zwischen 50 und 100 Euro. Die beste Lösung ist, sich ein eigenes und individuelles Design erstellen zu lassen.

8. Nutzersignale

Der Hinweis auf die Nutzersignale zieht sich wie eine roter Faden durch diesen Guide und durch die Suchmaschinenoptimierung. Dabei sind sich Experten noch uneinig, ob diese Signale tatsächlich direkt das Ranking beeinflussen. Klar ist, dass sie irgendwie hineinfließen, aber wie weiß niemand so recht.

Betrachtet man sich den Quellcode einer Suchergebnisseite, stellt man fest, dass Google heute eine Vielzahl an Daten erfasst. Google leitet nicht mehr einfach nur weiter, sondern registriert wie oft ein Link angeklickt wird (Click Through Rate), ob der Besucher kurz (Short Click) oder lange (Long Click) auf der Seite verweilt (Time on Site), ob er noch weitere Seiten aufruft oder diese auf der Einstiegsseite wieder verlässt (Bounce Rate). All das sind Werte, die Ihnen jedes Web-Analyse-Tool anzeigt.

So verbessern Sie das Snippet und die Klickrate Ihrer Webseite

Das Listing Ihrer Webseite auf der Suchergebnisseite von Google erfolgt in Form eines sogenannten Snippets. Dieses besteht aus dem Titel Ihrer Webseite, der URL sowie der Seitenbeschreibung. Mit diesen wenige Zeilen Text muss es Ihnen gelingen, Interesse für die Webseite dahinter zu erzeugen. Nehmen Sie mit dem Titel und der Beschreibung Bezug auf die Keywords, für die Sie optimiert haben. Versuchen Sie dabei Aufmerksamkeit und Neugier zu wecken. Nutzen Sie die 70 bzw. 320 Zeichen voll aus, schon allein um den maximalen Raum auf der Seite einzunehmen und somit maximale Klickfläche zu bieten. Ein Generator hilft bei der Optimierung des Snippets und somit bei der Verbesserung der Klickrate.

Dass die User Signals keine direkten Rankingfaktoren sind, dürfte auch damit zusammenhängen, dass sie sehr differenziert betrachtet werden müssen. Eine kurze Verweildauer kann sowohl bedeuten, dass der Besucher gleich gefunden hat, wonach er gesucht hat, oder eben nicht. Das gilt auch für die Absprungrate. Es ist nämlich gar nicht so einfach, Nutzer die ein konkretes Anliegen habe, auch noch dazu zu verführen, weitere Unterseiten zu besuchen.

Grundsätzlich besteht jedoch Konsens darüber, dass höhere Klickraten, längere Verweildauer und geringe Absprungraten sich positiv auswirken, weil die Webseite dadurch Relevanz signalisiert.

So können Sie als Fotograf die Nutzersignale Ihrer Webseite verbessern:

9. Bilder SEO

Bilder spielen bei Fotografen natürlich die Hauptrolle. Sie können noch so lesenswerte Texte auf Ihrer Webseite haben. Was potentielle Kunden letztlich interessiert sind natürlich Ihre Arbeitsergebnisse. Sie geben den Ausschlag dafür, ob ein Fotograf gebucht wird oder nicht.

Leider bringen Fotos, Bilder und Grafiken gleich zwei Probleme mit sich: Sie verlängern die Ladezeit, vor allem aber kann Google Bilder nicht „lesen“. Die Suchmaschine weiß nicht, was abgebildet wird. Um in der Bildersuche – die übrigens eine unterschätzte Traffic-Quelle ist – trotzdem die richtigen Motive anzeigen zu können, braucht Google andere Anhaltspunkte.

Beachten Sie die folgenden Tipps, damit Google mit Ihren Bildern etwas anfangen kann:

Während Text grundsätzlich einmalig sein sollte um Duplicated Content zu vermeiden, können Bilder selbstverständlich mehrfach und auf unterschiedlichen Seiten eingebunden werden. Google wertet dies sogar als positives Rankingsignal.

Bilder werden für Google immer wichtiger, was nicht nur die – aus Urhebersicht nicht immer positive – Anpassung der Bildersuche zeigt. Vor allem aber spielen Fotos längst auch in der organischen Suche eine Rolle. Bei fast jedem Suchbegriff wird vor oder über den Snippets eine kleine Vorschau der am besten rankenden Bilder angezeigt. Oder aber die Anzeige relevanter Bilder erfolgt rechts neben den Suchergebnissen im Knowledge Graph, wo die Bilder deutlich größer sind.

Wenn es Ihnen dank konsequentem Bilder SEO gelingt, dass Ihre Fotos sogar in der organischen Suche angezeigt werden, dann dürfen Sie sich über ordentlich Traffic und hoffentlich gute Nutzersignale freuen. Es lohnt sich also auch hier zu optimieren – gerade für Fotografen!

So sieht der perfekte Image-Tag aus

<img src=“http://www.domain.de/images/reisefotos/brandenburger-tor-berlin.jpg“ alt=“Brandenburger Tor in Berlin“ title=“Brandenburger Tor, 2017, © Max Mustermann“ height=“400″ width=“500″ />

Update/Tool-Tip: Ein nützliches Tool für die Komprimierung und Bildbearbeitung stellt Google selber zur Verfügung. Die neue Google-App Squoosh komprimiert und verkleinert Fotos blitzschnell (auch Offline) im Browser.

10. OffPage-Optimierung (Backlinks)

Besteht die OnPage-Optimierung aus vielen kleinen Stellschrauben, geht es bei der OffPage-Optimierung vor allem um die sagenumwobenen Backlinks. Damit sind Verlinkungen von anderen Webseiten auf die Ihrige gemeint. Für Google stellt ein solcher Backlink eine Empfehlung dar und damit einen wichtigen Faktor um die Relevanz einer Webseite zu beurteilen. Schließlich würden Sie ja auch niemals einen Link zu einer schlechten Webseite setzen.

Ein Backlink von irgendeiner Webseite nützt wenig. Auch hier ist wieder Relevanz gefragt. Der Content der Linkquelle sollte thematisch zum Content des Linkziels passen. Es muss nicht haargenau ums gleiche Thema gehen, aber zumindest im weitesten Sinne um Fotografie. Ideal ist ein DoFollow-Link, weil dieser im Gegensatz zum NoFollow-Link Linkjuice vererbt. Je besser die Linkquelle rankt, desto kraftvoller ist der Backlink. Grundsätzlich ist ein thematisch relevanter Link von einer starken Webseite effektvoller als 50 (gefühlter Wert) schwache Links von irgendwelchen Webseiten.

Nun ist es gerade in der Anfangsphase schwer, Backlinks zu erhalten. Von selbst werden Sie nur verlinkt, wenn Sie guten Content bieten, der zudem auch noch bekannt ist. Sie müssen sich zunächst also einen Namen machen und für eine gute Sichtbarkeit Ihrer Webseite sorgen. Digital ist das ohne Backlinks schwer. Sie können aber durchaus ein wenig nachhelfen. Lediglich der Kauf von Links wird von Google bestraft, wenn Sie dabei erwischt werden bzw. zu offensichtliche Muster erzeugen. Schlimmstenfalls kann das zum dauerhaften Ausschluss aus dem Index führen.

Linkquellen für Fotografen:

Wenn Sie den Linkaufbau selbst in die Hand nehmen, dann ist es wichtig gezielt und behutsam vorzugehen. Das Linkwachstum muss auf natürliche Weise und über einen längeren Zeitraum erfolgen. Google wird zurecht misstrauisch, wenn für eine erst wenige Tage alte Webseite plötzlich zahlreiche Links gesetzt werden. Zu einem natürlichen Backlinkprofil gehören sowohl starke, als auch schwache Links. Letztere kommen im Idealfall von selbst, während Sie Ihre kostbare Zeit in die Generierung hochwertiger Links investieren.

11. Local SEO

Wenn Sie nicht gerade ein international gefragter Starfotograf sind, der sich auf Haute Couture oder Raubtiere in der freien Wildbahn spezialisiert hat, dann werden Ihre Auftraggeber in der Regel aus der Region stammen. Deshalb sollten Sie Ihre Webseite unbedingt auch für lokale Suchanfragen („Fotostudio Sankt Augustin“) optimieren. Google hat nämlich einen eigenen Index für lokale Unternehmen.

Sofern Google der Aufenthaltsort eines Nutzers bekannt ist, zum Beispiel durch die IP-Adresse, werden ihm bereits in der organischen Suche (auch) Suchergebnisse aus der Region angezeigt. Wenn es sich um einen Suchbegriff handelt, der eindeutig einen lokalen Bezug aufweist (z. B. „Friseur“ oder „Pizzeria“), dann werden zusätzlich in einer Box oberhalb der organischen Suchergebnisse die Local Listings anzeigt. Auch der Knowledge Graph rechts neben den Suchergebnissen kann lokale Elemente enthalten. Zudem gibt es lokale Einträge in Google Maps. Viel Potential also!

Basis für eine gute lokale Optimierung ist zunächst einmal eine gute OnPage-Optimierung. Auch mit Ihrem Content sollten Sie einen lokalen Bezug schaffen. Elementar ist zudem, dass Sie sich über Google My Business Zugang zu Ihrem Unternehmensprofil bei Google verschaffen.

Wenn Google bereits Informationen zu Ihrem Unternehmen vorliegen, beispielsweise aus Branchenbüchern wie den Gelben Seiten, können Sie Infos wie Adresse, Telefon, Homepage und Öffnungszeiten hier anpassen. Wichtig ist, dass Sie überall im Internet die gleichen Kontaktdaten angeben und auch auf eine identische Schreibweise achten. Das stärkt das Vertrauen von Google zu Ihnen und fördert Local SEO. Auch eine Unternehmensbeschreibung ist vorgesehen.

Als Fotograf wird es Sie freuen, dass Fotos bei Google My Business eine große Rolle spielen. Sie können diese direkt hochladen und sollten das auch tun. Die Bilder werden zusammen mit den Grunddaten im Knowledge Graph angezeigt und repräsentieren Ihr Unternehmen. Zudem erhöhen Fotos die Klickrate. Als Fotograf sollten Sie auf jeden Fall ein Foto Ihrer Person sowie Ihr Logo hochladen. Bilder, die Sie bei der Arbeit zeigen, sind ebenfalls empfehlenswert. Ihr Fotostudio können Sie sogar in 360-Grad präsentieren.

Wichtiger Bestandteil von Local SEO sind zudem die Unternehmensbewertungen, die direkt bei Google abgegeben werden. Fragen Sie zufriedene Kunden ruhig, ob diese bereit sind Sie bei Google zu bewerten. Verzichten Sie aber auf gekaufte Bewertungen, die schon aufgrund fehlender Authentizität eher negative Signale senden können.

12. Fazit

Mit dem Guide zur Suchmaschinenoptimierung für Fotografen haben Sie einen ersten Überblick über die wichtigsten Maßnahmen erhalten, die Ihrer Webseite zu einer besseren Positionierung in den Suchergebnissen verhelfen. SEO ist eine der kosteneffizientesten und nachhaltigsten Marketingmaßnahmen überhaupt. Versuchen Sie so viele Tipps wie möglich umzusetzen, verzichten Sie dabei aber unbedingt auf unlautere Mittel.

Vor allem Bilder SEO und Local SEO werden noch von vielen Webseitenbetreibern vernachlässigt. Hier haben Sie bereits mit einfachen Mitteln die Möglichkeit erfolgreiche Resultate zu erzielen. Versuchen Sie sich auch online so gut wie möglich zu vernetzen, um ein starkes und natürliches Backlinkprofil aufzubauen.

Suchmaschinenoptimierung ist ein komplexer und langwieriger Prozess. Wir können an dieser Stelle nur oberflächlich auf die einzelnen Faktoren und Maßnahmen eingehen. Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen unter „#askSEOPT“ zur Verfügung.
Weitere SEO-Tipps erhalten Sie zudem auch in meinem Instagram Account „seoretisch“.

Sie werden es nicht bereuen!

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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9 Kommentare

Kay 11. März 2018 um 12:15

Ein wirklich hilfreicher Artikel mit tollen Tipps, um sich einen Überblick im SEO Wirrwarr zu verschaffen. Und das nicht nur für Fotografen, wie ich finde.

Liebe Grüße, Kay.

Antworten

L♥ebe was ist 11. März 2018 um 13:00

eine super Einfrührung! ich bin selber zwar keine Fotografin und beschäftige mich nur laienmäßig für den Blog mit der Fotografrie … aber ich habe auch eine Fotografin mit im Redaktionsteam, der ich deinen Blog hier direkt mal zeigen muss 🙂

liebste Grüße auch,
❤ Tina

Antworten

Marie-Theres Schindler 11. März 2018 um 13:35

Das sind richtig tolle Tipps – ich bin zwar keine Fotografin, binde aber auf meinem Blog viele Bilder ein.
Herzliche Grüße,
Marie

Antworten

Sabana 11. März 2018 um 18:12

Ein toller Beitrag und sogar einige Tipps dabei, die ich noch nicht kannte.
Ich finde es klasse, dass du dir die Mühe gemacht hast, das alles zu recherchieren und uns als einen gesamten Beitrag mitzuteilen, den man auch versteht.

LG Sabana

Antworten

Avaganza 11. März 2018 um 21:14

Ein super informativer Beitag mit tollen Tipps! Vielen Dank für den tollen Überblick in einem Dschungel von SEO Fakten, die Amateure wie mich überfluten. Ich habe einige wertvolle Tipps für mich herausgreifen können :-)!

Liebe Grüße und schönen Sonntag!
Verena

Antworten

Who is Mocca? 11. März 2018 um 23:42

Ein super informativer Beitrag. SEO gehört für mich einfach täglich dazu und wenn man die wichtigsten Dinge mal intus hat, geht vieles fast schon von allein 🙂

Liebe Grüße,
Verena

Antworten

Local SEO: Lokale Suchmaschinenoptimierung für lokale Unternehmen 10. Mai 2018 um 12:22

[…] erhalten. Auch für Rechtsberatung und medizinische Dienstleistungen, für Immobiliengeschäfte, für Fotografen und natürlich das Handwerk ist Local SEO kaum verzichtbar. Es ist also vor allem der […]

Antworten

Sergej 15. November 2018 um 11:05

Hi Eren, ein guter Beitrag, vielen Dank.
Hast du eventuell auch Beispiele von guten Fotografen-Seiten?
Nicht, dass es als Werbung wahrgenommen werden wird/soll aber ich hätte gerne eine Seite als Referenz angeschaut.

Antworten

Eren Kozik 19. November 2018 um 9:50

Hi Sergej. Sehr gern. Ich kenne wirklich viele gut umgesetzte Seiten, allerdings möchte ich hier ungern Werbung für die Seiten machen.
Ich empfehle Dir hier die Google-Suche, denn meist gibt es ja einen Grund, warum zu relevanten Begriffen vorne stehen. Gerne kannst Du Dich auch bei mir im Newsletter anmelden, denn dort zeige ich ab und an optimierte Seiten zum besseren Verständnis.
Zusätzlich kannst Du mir gerne auch unter #askSEOPT Deine konkrete Frage stellen! 😉
Viele Grüße
Eren

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