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QDF

Die Abkürzung QDF steht für Query Deserves Freshness und bedeutet so viel wie „Suchanfragen erfordern Frische“. Dabei handelt es sich um einen Bestandteil von Googles Suchalgorithmus, der immer dann greift, wenn es zu einem erhöhten Suchvolumen zu einem bestimmten Thema kommt und wenn dieses auf Nachrichtenseiten, in Blogs und Magazinen aktuell thematisiert wird. Kommen beide Gegebenheiten zusammen, spricht alles dafür, dass aktuelle Inhalte relevanter sind als zeitlose Inhalte.

Ein typisches Beispiel sind Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tornados. Hat kürzlich keine dieser Katastrophen stattgefunden, zeigt Google auf den vorderen Positionen der Suchergebnisse zeitlose Inhalt an, die sich zum Beispiel mit der Definition oder Entstehung von Erdbeben und Tornados befassen. Gab es hingegen kürzlich ein solches Ereignis, steigen Berichterstattung und Suchtraffic an. Google registriert dies und aktiviert zu diesem Thema den QDF-Algorithmus, der nun dafür sorgt, dass aktuelle Inhalte besser positioniert werden, weil diese temporär relevanter sind als zeitlose Inhalte.

QDF führt also zu einer aktiven Veränderung der Suchergebnisse, die allerdings nur so lange anhält, wie das öffentliche Interesse andauert. In der Regel sehen die Suchergebnisse nach wenigen Tagen so aus, wie vor dem Ereignis.

Anhaltspunkte für QDF

Ob ein erhöhtes Interesse an frischen Inhalten besteht, erkennt Google anhand der Suchanfragen und der neu publizierten Inhalte auf den Webseiten. Im Detail beobachtet die Suchmaschine die Anzahl der Suchanfragen zu bestimmten Keywords (Traffic) sowie die Aktualität und Häufigkeit der Berichterstattung auf Nachrichtenportalen, in Online-Magazinen und Blogs. Hinzu kommen wahrscheinlich Erwähnungen in sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook und Instagram, wo aktuelle Ereignisse von öffentlichem Interesse besonders schnell und zahlreich thematisiert werden.

Identifiziert Google ein entsprechendes Ereignis, spielt der Frische-Faktor eine wichtigere Rolle als es die OffPage-Faktoren tun. Denn insbesondere mit Backlinks, die normalerweise einen relativ hohen Einfluss auf das Ranking haben, können Seiten mit neuem Content logischerweise nicht dienen. Durch die zumindest zeitweise bessere Positionierung, gepaart mit dem öffentlichen Interesse, haben diese Seiten allerdings die Chance wertvolle Backlinks zu sammeln, die auch nach Abklingen des Interesses für ein gutes Ranking sorgen können.

Die OnPage-Faktoren behalten ihre Bedeutung unverändert bei und helfen Google einerseits bei der Identifizierung aktueller und zugleich thematisch passender Inhalte sowie bei der Berechnung einer Rangfolge.

Bedeutung für Google und SEO

QDF wurde bereits 2007 zum Bestandteil des Google-Algorithmus erklärt. Als Erfinder gilt Amit Singhal, der von der New York Times als „master of Google’s ranking algorithm“ bezeichnet wurde. In einem Artikel dieser Zeitung wird QDF als ein mathematisches Verfahren bezeichnet, das ermittelt, wann Nutzer aktuelle Informationen wünschen und wann nicht. Für Google ist diese Analysefähigkeit wichtig, um seinen Nutzern jederzeit relevante Suchergebnisse präsentieren zu können. Ganz im Sinne des obersten Unternehmensziels: zufriedene Kunden. Matt Cutts, ebenfalls ehemaliger Google-Mitarbeiter, hat QDF als Rankingfaktor in einem Video für Webmaster bestätigt.

Für Webmaster und SEOs ist QDF in der Regel eher ein Nachteil, da sie bei einem aktuellen Ereignis ihre angestammte Position in den Suchergebnissen zugunsten einer temporären Nachricht einbüßen und vom erhöhten Suchvolumen allenfalls bedingt profitieren.

Da nicht jedes öffentliche Interesse plötzlich und unerwartet eintrifft, wie es in Folge von Unglücken oder Katastrophen der Fall ist, können sich SEOs QDF theoretisch zunutze machen. Die Einführung eines neuen Smartphones beispielsweise ist in der Regel einige Wochen oder Tage vorher absehbar. Gleiches gilt zum Beispiel für politische Ereignisse wie Wahlen. Ob sich der Aufwand angesichts der relativ kurzen Halbwertszeit des QDF-Rankings lohnt, muss im Einzelfall abgewogen werden.


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