Wie wird man ein SEO?

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Wie wird man ein SEO?

Immer wenn ich neue Stellen in meiner Agentur ausgeschrieben habe, freue ich mich auf die Zeit, in der es heißt, neue junge Talente für die Kollegen und mich zu finden. Der Moment, wenn mich die ersten Bewerbungen erreichen, ist dann aber auch gerne einmal der Augenblick, in dem die Vorfreude leichter Ernüchterung weicht. Warum dies so ist und was man meiner Meinung nach braucht, um in der Suchmaschinenoptimierung, also als SEO, oder im Online Marketing erfolgreich zu sein, möchte ich daher nun einmal zusammenfassen.

Zehn Punkte, die ein guter SEO-Bewerber können muss

Bei Bewerbungen bin ich zwar kein großer Freund von Checklisten, aber zurückblickend ist es spannend zu sehen, was meine besten Angestellten können und vor allem konnten, als sie bei mir angefangen haben. Generell gibt es nicht den Typ von Bewerber, den ich einlade, aber bei all den unterschiedlichen Bewerbungen meiner Mitarbeiter gibt es diese zehn Punkte, die bei den meisten herausstachen und für mich auf dem Weg zu einem hervorragenden SEO wichtig sind.

Analysefähigkeiten

Google Analytics, Google Search Console, Screaming Frog, Sistrix oder auch Excel sind nur wenige Tools, mit denen sich ein SEO auskennen sollte. Grundlagenwissen bzw. ein Verständnis für Zahlen und Daten ist daher für mich eine wichtige Eigenschaft, die ein Bewerber mitbringen sollte. Hierzu gehört das Verstehen von Statistiken ebenso, wie die Kenntnis von Korrelationen und Kausalitäten bzw. dem Unterschied zwischen diesen beiden Dingen.

Gerade in der Kommunikation mit den Kunden ist es für mich als Agenturinhaber wichtig, dass die Bewerber schnell eigenständig agieren und analysieren können. Daher ist eine ausgeprägte Analysefähigkeit oder die Beschäftigung mit Daten & Fakten für mich ein wichtiger Bestandteil des Wissens, welches ein SEO-Experte besitzen sollte.

Kommunikation

Die Fähigkeit der Kundenkommunikation ist für mich eine weitere wichtige Eigenschaft. Consultants stehen per E-Mail und Telefon in stetigem Austausch mit Kunden und Kollegen. Hier ist es wichtig, dass die Kommunikation einheitlich und immer zuvorkommend ist. Natürlich ist niemand unfehlbar und ein Rechtschreibfehler tut auch niemandem weh, man sollte jedoch schon an der Bewerbung sehen können, dass der Bewerber/die Bewerberin sorgfältig arbeitet und auf Rechtschreibung, Kommasetzung und Grammatik achtet.

Auch sollte die Ausdrucksweise zumindest bei dem Bewerbungsgespräch erkennen lassen, dass man die Fähigkeit besitzt, mit verschiedenen Arten von Gruppen zu kommunizieren. Während ich auf das freundliche Miteinander und das „Du“ bei SEOPT nicht verzichten möchte, sollte es bei der Außenkommunikation immer kundenbezogen ausgerichtet sein. Dies kann von freundschaftlich bis förmlich viele Facetten beinhalten, weshalb ich diese „people skills“ gerne im Bewerbungsgespräch teste.

Lösungsorientiertes Denken

„Das kann ich nicht“ ist ein Satz, den ich so gar nicht mag. Vielmehr finde ich ein „Das habe ich aber noch nie gemacht“ viel passender. Natürlich erwarte ich nicht die eierlegende Wollmilchsau, wenn ich eine Stelle ausschreibe. Und gerade ein Trainee kann natürlich nicht alle Aufgaben sofort umsetzen, die man ihm/ihr gibt. Was ich aber erwarte ist, dass man hierfür Lösungen sucht.

Schon Götz Werner, Gründer- und Aufsichtsratsmitglied vom dm-Drogerie Markt sagte: „Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe.“ Dieser Satz ist es, der mich in meinem Handeln antreibt und den ich auch von meinen Angestellten erwarte. Für jede Herausforderung findet sich ein Weg. Man muss es nur wollen und vor allem ansprechen.

Interesse am stetigen Lernen

SEO ist für mich nichts, was man studieren oder in einer Vorlesung lernen kann. Die Suchmaschinenoptimierung ist mittlerweile so vielschichtig und heterogen, dass man bereit sein muss, sich ständig weiterzuentwickeln. Dies bedeutet, dass man sich genauso mit den einschlägigen Blogs der deutschen und vor allem amerikanischen SEO-Szene beschäftigen muss als auch mal an einem Stammtisch teilnehmen sollte.

Gerade für „Szeneneulinge“ sind die Stammtische für mich ein absolutes Muss. Hier tritt man mit Gleichgesinnten in Kontakt und lernt aus Gesprächen, was funktioniert und was nicht. Zudem gibt es eigentlich immer Input zu neuen Entwicklungen und Updates. Natürlich nur sofern man sich auch an die richtigen Gesprächspartner hält. Aber auch das gehört für mich zum Lernprozess dazu. Man muss möglichst schnell die Quacksalber herausfiltern können, um die Informationen aufgreifen zu können, die einem wirklich weiter helfen auf dem Weg zum SEO-Experten.

Priorisierung

Das Agenturleben ist nichts für Leute, die einen entspannten 9-5 Job suchen. Der Arbeitsalltag kann schon einmal stressig werden und ist meistens von Deadlines und festen Terminen mit Kunden geprägt. Dabei ist es äußerst wichtig, dass man es schafft, den eigenen Arbeitstag zu strukturieren und zu priorisieren.

Man muss seine Termine immer im Blick behalten und dennoch flexibel sein, wenn mal Aufgaben anstehen, die man noch nicht priorisieren konnte. Daher bin ich ein großer Fan der Eisenhower-Matrix. Nicht jede Anfrage eines Kunden ist gleich wichtig und gleich dringend. Dies zu priorisieren, ist einer der wichtigen Punkte im Agenturalltag, die es schnell zu lernen gilt.

Interdisziplinäre Denkweise

Gerne lade ich zu den Bewerbungsgesprächen Quereinsteiger ein, die etwas anderes als BWL, VWL oder Informatik studiert haben. Denn gerade bei diesen Bewerbern mag ich, dass sie sich schnell in andere Aufgabenstellungen hineinarbeiten können und sie auch mal „out of the box“ denken. Ganz gleich, ob Geographen, Linguisten, Germanisten oder Journalisten. Bei mir kommt es in erster Linie darauf an, wie schnell man sich in Problemstellungen hineinversetzen kann und welche Lösungsansätze man mir vorschlägt. Wenn man es dann noch schafft diese Herausforderungen eigenständig zu meistern, ist man für mich bestens als SEO geeignet.

Technisches Verständnis

Hier finde ich immer wieder Punkte, die mir negativ an Bewerbungen auffallen und die ich gerade bei den „Digital Natives“, also der Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, nicht nachvollziehen kann. Dies fängt beim Einsenden ausgedruckter Bewerbungen an (wir sind eine Online-Agentur, der die Umwelt am Herzen liegt. Spart euch lieber die 5 Euro für Bewerbungsmappen und Papier!) und hört bei E-Mails mit 17 Anhängen auf.

Ich verstehe einfach nicht, wieso es immer noch Bewerber gibt, die es nicht schaffen (Arbeits-) Zeugnisse zu einem Anhang zusammenzufügen. Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse können ja meinetwegen drei verschiedene Dateien sein, aber wenn dann alles als einzelne PDF-Blätter (oder gar .doc – Seiten) bei mir eintrudelt, verliere ich immer wieder gerne das Vertrauen in die zukünftigen Generationen.

Idealerweise bringt ein Bewerber neben einer aussagekräftigen Bewerbung sogar noch Grundkenntnisse in HTML, PHP und CSS mit. Es muss ja nicht direkt die Kenntnis sein, wie man Seiten selbstständig programmiert. Aber das Einfügen von Hyperlinks in (WordPress-)Artikel oder der Unterschied zwischen einem <p> und <br /> sollte jedem, der „etwas Online“ machen möchte, schon bewusst sein, wenn er es schnell zu Etwas bringen möchte.

Panda vs. Penguin oder Content vs. Old School SEO

Grundwissen und die Fähigkeit dieses einzuordnen, ist mir ebenfalls wichtig. Natürlich muss ein Trainee-Bewerber nicht wissen, wann es welches Google Update gab oder wie RankBrain funktioniert. Es kann allerdings nicht schaden, wenn man sich vorab so weit informiert, dass man weiß, wann welches Google-Tierchen greift.

Der Backlinkaufbau ist durch die Penguin-Updates schwieriger und somit arbeitsintensiver geworden, während der Panda dafür sorgte, dass die Qualität der Inhalte nun auf den eigenen Seiten steigen sollte.

So oder so ähnlich könnte die Beschreibung aussehen, wenn ich nach den wichtigsten Updates der letzten Jahre frage.

Außerdem ist der stärkere Content-Bezug sowie die OnPage Optimierung etwas, was in den letzten Jahren stark in den Vordergrund gerückt wurde. Ein Umstand, den man natürlich schon einmal gehört haben sollte, wenn man es zu einem SEO-Experten schaffen will.

Neugier & Erfindergeist

Du Eren, was willst du für die Domain XYZ haben?“ ist ein Satz, der wie Musik in meinen Ohren klingt. Wenn sich meine Angestellten auf die Suche nach eigenen Projekten machen, um Dinge auszutesten, sich selbst zu verwirklichen oder die gelesenen SEO-Kenntnisse praktisch anzuwenden, zeugt es von praktischen Denken und Neugier, die mir sehr wichtig ist.

Eine Hauptaufgabe der SEOs ist es, zu recherchieren und Lösungen zu finden. Keywordanalysen, Konkurrenzanalysen und Neuerungen bei den Suchmaschinen sind nur einige Aufgaben, die regelmäßig wiederkommen und von Markt zu Markt sehr unterschiedlich sind. Umso schöner ist es dann für mich, wenn ich jemanden habe, der sich selbst fortbildet und das Erlernte dann auch direkt anwenden möchte. Sei es nun eine eigene Domain, ein kleiner Online-Shop oder eine Affiliate-Seite. Sobald man seinen Job zum Hobby macht, kann auch ich davon profitieren und unterstütze dies immer gerne, wenn ich kann.

Entscheidungen treffen können

SEOs sind von ständigen Updates und Änderungen bei Google oder anderen Suchmaschinen abhängig. Daher ist es besonders wichtig, dass Bewerber wissen, dass sie sich ebenfalls ständig an diese Änderungen angleichen müssen. Lange Konzepte oder Analysen helfen dem Kunden nur, wenn sie auch schnell ausgeführt werden und keine Monate zur Erstellung brauchen. Schnelle Entscheidungen sind daher eine wichtige Tugend bei einem SEO Experten.

Eine ausgefeilte SEO Strategie hilft niemandem etwas, wenn sie in der Erstellung so lange dauert wie das nächste Update seitens Google. Selbstbewusste Entscheidungen auf Grundlage erster Analysen können in den meisten Fällen mehr bewirken als langfristige Recherche und Konzeptpapiere. Nur Dinge, die online sind können einem Kunden helfen. Daher ist es wichtig, dass man schnell und eigenständig Entscheidungen treffen kann, sich der Auswirkungen aber immer bewusst ist.

Zehn Gründe für SEOPT

Ich hoffe, dass ich neuen Bewerbern zeigen konnte, worauf es mir ankommt. Für mich ist nicht das Studium oder die Abschlussnote entscheidend, sondern dass man für den Job brennt. SEO wird man nicht, weil man es schon kann, sondern weil man ständig neue Herausforderungen sucht und man nicht ständig dieselben Aufgaben erledigen muss. Vielmehr ist SEO für mich eine Herzensangelegenheit, die mich immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, bei der mir aber niemals langweilig wird. Und ich hoffe, dass ich dieses tolle Gefühl auch weiterhin mit den besten Kollegen der Welt ausleben kann.

 

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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