Wie wichtig sind Links?

Wie wichtig sind Links?

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Gestern gab es wieder einmal einen mittelschweren Aufschrei in der Netzgemeinde. Google ist als Pförtner immerhin dafür verantwortlich, dass wir uns alle in Neuland zurechtfinden und wissen, wie wir am besten ans Ziel kommen. Daher hängen wir gebannt vor den Google Webmastertools und warten darauf, dass uns eine Eingebung widerfährt und wir einen Hinweis darauf bekommen, wo es noch Schleichwege zu entdecken gilt. Gestern war wieder einmal einer dieser Tage und endlich geht es wieder um die Bedeutung von Links.

Bei der Suche nach passenden Artikeln des Blogs, die es zu verlinken lohnt, habe ich bemerkt, dass dies ein Thema ist, was logischerweise nach dem Penguin 2.0 Update schon das ein oder andere Mal hier aufgegriffen wurde. Allerdings gibt es auch immer wieder neue Erkenntnisse und da es sich anscheinend auch noch nicht in den Köpfen der Untertanen festgesetzt hat, gebe ich nun auch nochmal mein Bestes und erkläre folgende Änderung in den Google Webmaster Tools.

Google_Share_statt_Link

Dieser Textausschnitt ist dem Ranking Kapitel entnommen und wurde anscheinend sprachlich angeglichen. Grund genug für viele, viele Meldungen über die nun bevorstehende Herabstufung von Links bzw. von deren Bedeutung für das Ranking.

Leider sind diese Meldungen fast so falsch wie die Aussage, dass quantitatives Linkbuilding eine Seite dauerhaft nach vorne bekommt oder, dass man quasi über Nacht für jeden Suchbegriff in den Top-10 platziert sein kann. – Es fehlt einfach einmal mehr die nötige Reflexion, diese Satzumstellung in den Webmaster Tools passend einzuordnen.

Verlinken oder Teilen

Innerhalb dieser Textpassage wurden wohlgemerkt zwölf Wörter umgestellt oder geändert. Wo es vorher hieß: „by increasing the number of high-quality sites that link to their pages“ steht nun „by creating high-quality sites that users will want to use and share“.

Kommen wir nun also zur Einordnung dieser Aussagen. Nun ja, zum einen fragen sich die ersten nun vermutlich, warum ich den englischen Auszug aus den Webmaster Tools genommen habe, wo es die Seite doch auch auf deutsch gibt. Ganz einfach, auf den deutschen Seiten hat es diese Wortänderung (noch) nicht gegeben:

Google_Ranking_deutsch

Anscheinend ist es hier also immer noch möglich, den Rang einer Website zu verbessern, indem man die Anzahl der „qualitativ hochwertigen Websites erhöht“, die auf die eigenen Websites verweisen. Habe ich mich also doch geirrt und mit ganz vielen Links schaffe ich es, die Seite gut in den Suchergebnissen zu platzieren?

Die Wahrheit liegt im Konjunktiv

Wer obiges nun meint, der hat schon wieder etwas früh mit der Reflexion aufgehört. Denn der Beginn des Satzes sollte nicht unterschlagen werden. „Im Allgemeinen können Webmaster den Rang ihrer Websites verbessern“.

Google weiß selbst am besten, wie viele einzelne Faktoren in den Suchergebnissen berücksichtigt werden. Daher fällt hier auf, wie ähnlich sich doch Google und die SEO-Agenturen am Ende wieder einmal sind: beide benutzen den Konjunktiv, um sich sowohl rechtlich als auch empfehlungstechnisch abzusichern. Es kann wohl niemand ganz genau sagen, wie man unter die Top 3 der Suchergebnisse kommt. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle, um dies mit allem Nachdruck behaupten zu können. Sicherlich können Google und die SEO-Experten sehr viel voraussetzen, annehmen und auf Erfahrungswerte bauen, aber am Ende sind doch alle von den Algorithmen und Rechenzentren abhängig, die sich um solche Satzumstellungen nicht kümmern und stattdessen jeden Tag dasselbe machen. Nämlich versuchen, das beste Interneterlebnis für den User zu kreieren.

Von Linkentwertungen und Nachrichtenströmen

Natürlich wird Google nicht die Links entwertet haben. Meistens kommen solche Meldungen durch eine vermehrte Aktivität in den Google Foren zustande. Irgendwo fängt ein Webmaster an, panisch zu erzählen, dass seine Seiten alle um 50% abgestürzt sind. Es muss also ein Update gegeben haben. Schnell finden sich dann noch ein paar Lemminge, die dem Muttertier folgen, dasselbe behaupten und das Unheil nimmt seinen Lauf. Zumindest für die nächsten paar Stunden, bis es entweder offizielle Stellungnahmen von Google oder zumindest Matt Cutts gibt oder eben bis die ganzen Tools bestätigen, dass es kein Update gegeben hat.

Sicherlich werden soziale Signale nicht unbedingt an Relevanz abnehmen in den nächsten paar Jahren, aber soweit, dass man gänzlich auf Links verzichten kann sind wohl weder Google noch die User. Welches Potenzial allerdings schon jetzt in den Social Signals steckt, zeigt die unten stehende Präsentation von Dr. Holger Schmidt, die ich jedem nur ans Herz legen kann. In diesem Sinne arbeite ich nun nochmal etwas an der textlichen Relevanz und „Shareability“ meiner Kundenseiten.

Nachrichtenströme durch das Social Web – Implikationen für Medien und Unternehmen from Holger Schmidt

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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1 Kommentar

Webperlen: Neuland-Häme, Echtzeit-Journalismus und die abnehmende Wichtigkeit von Links bei Google 20. Juni 2013 um 15:06

[…] gute (und ausführliche) Antwort auf diesen Artikel findet sich zudem hier, unter anderem heißt es […]

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