Wenn der SEO zweimal klingelt

Wenn der SEO zweimal klingelt

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Nachdem es in letzter Zeit etwas ruhiger im Blog war, ist es mal wieder an der Zeit für einen neuen Artikel. Dank der aktuellen Diskussion rund um das Thema SEO-Betrug, welches präsent in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Website Boosting (Heft #23, Ausgabe 01-02/2014) von Prof. Mario Fischer angesprochen wird, war das Thema des heutigen Artikels auch schnell gefunden. In dem Artikel „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“ geht es nämlich um das Aufdecken der eher fragwürdigen SEO Firmen und SEO Anbieter.
Da ich der Meinung bin, dass das Thema auch gerade die Endkunden interessieren sollte, und hier vor allem die, die kein Abo des überaus lesenswerten Magazins haben, will ich das Thema auch hier im Blog ansprechen.

Wie erkennt man eine schlechte SEO Agentur?

Zwar ist dies nicht der eigentliche Inhalt des Artikels von Mario Fischer, aber dennoch bekommt man relativ gut beschrieben, was die schwarzen Schafe der Branche eigentlich alle gemeinsam haben: Kaltakquise und den Charme einer Drückerkolonne.

Sicherlich ist es für das KMU um die Ecke oder den aufstrebenden Onlineshop nur schwerlich nachzuvollziehen, dass ausgerechnet dies ein Qualitätsmerkmal sein soll, aber wieso sollte eine Branche, deren Aufgabe es ist, dass die Kunden gefunden werden Geld, Zeit und Ressourcen in einen Vertrieb per E-Mail, Telefon oder sogar Briefpost stecken? SEO Agenturen, die im Internet nicht zu finden sind bzw. es nicht schaffen, sich im Internet zu positionieren sollten mit Vorsicht genossen werden. Immerhin will man ebendiese Agenturen dafür bezahlen, dass man selbst mit seiner Domain besser gefunden wird.
Der andere Punkt, der immer wieder angesprochen wird und so auch im Artikel der Website Boosting erscheint, ist „eine gewisse Lässigkeit im Umgang mit der Rechtschreibung“ (S. 28). Gut, jeder, der mich auch nur ansatzweise kennt, der weiß von meiner durchaus alternativen Rechtschreibung und vor allem Kommasetzung. Aber was mir – und anscheinend auch den Redakteuren der Website Boosting – bei der Durchsicht solcher Kaltakquise-Unterlagen immer wieder vorgesetzt wird, grenzt schon an Körperverletzung. Kontienuierlich [sic!] werden dieselben Fehler begangen, die sich nicht mehr auf bloße Buchstabendreher beim Tippen oder Flüchtigkeit zurückzuführen sind. Spätestens wenn auf Links eingegangen sind, die rezibroken [sic!] sind, sollte man sich Fragen, was beim Verfasser solcher Schriften alles gebrochen ist, dass es zu solch abenteuerlichen Wortneuschöpfungen kommt. – Aber gut, vielleicht liegt dies auch am Pannda [sic!], der für diese gebrochenen Links verantwortlich ist.

Zugutehalten muss man den Verfassern solcher Schreiben höchstens, dass sie immerhin schon einmal etwas von Links und dem ein oder anderem Google Update (irgendwie) gehört haben. Dass man hier dann allerdings meistens empfiehlt, mit Verzeichniseinträgen entgegenzuwirken ist das nächste Problem. Abgesehen davon hat der Panda auch äußerst wenig mit Links zu tun – nur so nebenbei.

Die Spreu vom Weizen trennen unter den SEO Agenturen

Natürlich gibt es hier jede Menge Gründe, die für oder gegen eine SEO Agentur sprechen können. Ja nach persönlichen Präferenzen kann zum Beispiel die räumliche Nähe eine Rolle spielen. Ebenso kann die telefonische Verfügbarkeit eines Ansprechpartners für den einen Kunden wichtiger sein als für einen anderen. Auch die reine Größe der Agentur spielt vielleicht für einige eine Rolle, während es bei anderen vielleicht eher die Farben der Agentur Homepage sind.
Ich würde daher empfehlen, sich vorher ein wenig mit SEO zu beschäftigen, bevor man eine Agentur anruft und nach einem Kostenvoranschlag und einem Beratungsgespräch fragt. Nebenbei etwas, was immer kostenfrei sein sollte.

Allein schon aus Vorstellungsgesprächen, denen ich bislang beiwohnen durfte, ist es für mich immer wieder faszinierend, wie viele Bewerber sich hochtrabend als absolute Experten im SEO Bereich vorstellen und noch nie etwas von Panda, Pinguin und Matt Cutts gehört haben.

Praktische Fragen, die man einer SEO Agentur stellen kann bzw. sollte, bietet Google sogar selbst an:

Interessanterweise spricht Google direkt im Folgeabsatz ebenfalls die schwarzen Schafe unter den SEO Firmen an: „es gibt jedoch einige schwarze Schafe, die der Branche durch übermäßig aggressive Marketingstrategien und unfaire Manipulation von Suchmaschinenergebnissen schaden“.
Oder folgend und direkt fett hervorgehoben: „Bei SEOs und Web-Beratern oder -Agenturen, von denen Sie unaufgefordert E-Mails erhalten, ist Vorsicht geboten.“ Zwar könnte ich nun weiter aus der Google „Wie finde ich einen seriösen Anbieter für Suchmaschinenoptimierung“ Seite zitieren, aber vielleicht sollten sich Domaininhaber, die an SEO interessiert sind einfach einmal die Originalquelle zu Gemüt führen. Von (leeren) Versprechungen, Linkkauf, Linktausch und minderwertigen SEO-Dienstleistungen erhält man auf dieser Art quasi die Top 10 der fragwürdigen Praktiken auf einen Blick.

Wenn Sie dann noch darauf achten, dass die Vertragslaufzeiten mit der SEO Agentur kürzer sind als die Schulausbildung ihrer Kinder, dann sollten Sie eigentlich in guten Händen sein. Als weiteren Tipp würde ich allerdings noch auf Social Media und den viel gescholtenen AuthorRank hinweisen. Immerhin spricht eine ganze Branche davon, wie wichtig es ist, dass man sich profiliert. Entweder in Form von Publikationen, Vorträgen oder Workshops. Wer sich also nicht sicher ist, wie seriös, erfolgreich oder glaubwürdig ein Angebot ist, der kann doch einfach einmal denjenigen Fragen, der es wissen könnte. Google!

Googlen Sie doch einfach einmal drei Dinge, bevor Sie sich überlegen ob eine Agentur seriös ist oder nicht:

Sofern Sie alle drei Dinge in den ersten zwei bis drei Seiten der Suchergebnisse (und zumindest in den ersten beiden Fällen auch im Impressum der Agentur) finden, dann haben Sie schon einmal eine erste Standortbestimmung. Eine SEO Agentur, die mit dem eigenen Namen nicht auf Platz 1 der Suchergebnisse steht, sollte vermutlich nicht ganz oben auf dem Auswahlstapel liegen.

Genauso verhält es sich mit den Ansprechpartnern und Geschäftsführern bzw. den zukünftig Verantwortlichen für Ihren Shop. Sicherlich ist es für einen Max Mustermann schwieriger auf die Pole Position bei Google zu kommen als für jemanden, der sagen wir einmal „Eren Kozik“ oder „Helen Schrader“ heißt, aber beide sollten irgendwo im Internet zu finden sein, wenn es darum geht, Kunden in die Suchergebnisse zu bekommen – Konkurrenz gibt es schließlich in jedem Bereich. Bei einigen kommen sie eben nur in der Form von Heiratsplanerinnen und Diplomatinnen mit einem Hang zur Geschichte.

Der schmale Grat zwischen Unfähigkeit und Abzocke

Sowohl der Artikel in der Website Boosting als auch andere Artikel, die sich mit dem Thema beschäftigen sprechen an, dass man den schlechten Optimierern noch nicht einmal immer Absicht unterstellen kann. Auch wenn die unseriösen Methoden, wie Christoph Baur sie schön zusammengestellt hat, meistens dieselben sind, fehlt gerade bei Amateuren oftmals die Weitsicht und vor allem die Marktübersicht die Auswirkungen ihres Handels zu überblicken. Halb gare und veraltete SEO-Methoden wie exzessives Linkbuilding über Webkataloge und am „besten“ per Pauschalangebot, gekaufte Ebay-Links oder das Platzieren von harten Keywords auf Satellitenseiten hat zumindest kurzfristig immer noch Erfolge. Allerdings ist der Absturz, wenn Google diese Manipulation entdeckt nun wesentlich kräftiger, langfristiger und sündhaft teuer (stundenintensiv) im Abbau dieser manuellen Abstrafungen.

Wie man die richtige SEO Agentur finden kann, beschreibt zum Beispiel Olaf Kopp in seinem Artikel zur Agentur Auswahl sehr umfassend. Gerade die Absätze über SEO Verzeichnisse, SEO Siegel und zu Aussagen, bei denen sie am besten direkt während eines Telefonates auflegen sollten, finde ich sehr gelungen.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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2 Kommentare

Christoph Baur 19. Dezember 2013 um 17:32

Ein sehr schöner Artikel mit vielen interessanten Punkten – insbesondere für Endkunden. Ich denke das war auch das Ziel des Beitrags. Ich ärgere mich regelmäßig über die schwarzen Schafe unserer Branche. Leider gibt es davon einige und es werden täglich mehr – so zumindest mein Eindruck. Was man als SEO Consultant täglich erlebt grenzt zum Teil schon an Betrug bzw. ist de facto wahrscheinlich sogar als Betrug einzustufen. Aus diesem Grund sollten wir unsere Sichtbarkeit dazu nutzen, um regelmäßig auf solche Trittbrettfahrer und unseriös arbeitenden Kollegen aufmerksam zu machen, da sie den Ruf einer ganzen Branche ruinieren.

Zuletzt möchte ich mich natürlich noch für die Erwähnung bedanken! (allerdings sind die Links hier ehrlich gesagt sehr, sehr schwer als solche erkennbar, das sollte aus Gründen der Usability wohl einmal überdacht werden). Ansonsten sehr schönes Blog, welches ich durchaus regelmäßig lese. Macht weiter so!

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Die Grundlagen der Online Shop Optimierung: Meta Daten 11. Juli 2015 um 12:28

[…] Wie ich bereits in meinem Artikel zum Phantom Update gemutmaßt habe, steigt die Bedeutung von Brands, also die Markenbekanntheit gegenwärtig stark im Online Business. Nutzer kaufen eher bei Marken, denen Sie Vertrauen und (Gott sei Dank) kaufen sie nun auch vermehrt nur noch nach einem Blick auf das Impressum. – Ein Klick, der Ihnen nebenbei im Anschluss der Lektüre dieses Textes auch bei der Suche nach einer SEO-Agentur helfen kann. […]

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