Was SEPA für deutsche Unternehmen bedeutet

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In knapp einem Jahr, genauer gesagt in 343 Tagen, tritt die Single Euro Payments Area (SEPA) in Kraft. Ab dem 1. Februar 2014 löst das europaweit einheitliche SEPA-Standardverfahren sämtliche nationalen Regelungen ab. Dies bedeutet, dass sich die vielen einzelnen Verfahren innerhalb der Union zwar stark verringern, aber gleichzeitig kommen auf die Deutschen einige Änderungen im Bereich der Überweisungen und Lastschriften zu. Zwar besteht die Möglichkeit der SEPA-Überweisung (seit 01/2008) und der SEPA-Lastschrift (11/2009) schon seit geraumer Zeit, aber wie bei dem Euro steht die Bevölkerung dem Ganzen eher kritisch entgegen.

Da die Umsetzung der SEPA Regularien allerdings innerhalb der EU Institutionen als wichtiger Schritt zum wirklich grenzüberschreitendem Binnenmarkt gesehen wird, wurde kurzerhand die sogenannte SEPA-Regulation verabschiedet, welche die Abschaltung der nationalen Dienste festlegt und somit die einheitliche Nutzung des SEPA-Standardverfahrens forciert.

Allerdings wird es immer deutlicher, dass sich die Verbraucher und vor allem die deutschen Unternehmen bislang nur sehr unzureichend auf diese Situation vorbereitet haben. Sogar 14% der befragten Firmen haben in einer ibi Research Studie (Januar 2013) angegeben, dass SEPA sie nicht interessiere, bzw. für sie kein Handlungsbedarf bestünde. Eine Aussage, die nicht nur vollkommen falsch ist, sondern die in knapp einem Jahr fatale Auswirkungen auf die Unternehmen haben kann und wird, sofern sich dies nicht ändert.

Hintergründe

Gerade in Bezug auf die derzeitige Situation zur Einwanderung in Deutschland erscheint der Grund für SEPA (ein freier Binnenmarkt) zwar durchaus skurril, aber dies soll mich ja nicht daran hindern, die Leser zu informieren. Das Ziel von SEPA ist es, dass innerhalb der Europäischen Union einheitliche Regelungen im Zahlungsverkehr gelten. Gegenwärtig ist der Binnenmarkt von diversen Regelungen, Rechtsvorschriften und Gesetzgebungen durchzogen. Die nationalen Zahlungsverfahren funktionieren zwar innerhalb des jeweiligen Landes, enden aber in den meisten Fällen an der Grenze. Gerade in Bezug auf die Freizügigkeit innerhalb der einzelnen europäischen Staaten und der Arbeitsaufnahme im Ausland ist diese Regelung nicht mehr erfolgsversprechend. Daher sollen die Staaten der 27 EU-Mitglieder sowie die Länder Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz auf das einheitliche SEPA-Datenformat umgestellt werden.

Bis zum 31. Januar 2014 haben nun die fast 500 Millionen Europäer Zeit, sich auf das neue Verfahren beim nicht-eiligen Massenzahlungsverkehr einzustellen. Beschränkungen und Unterschiede zwischen regionalen, nationalen und (euro-)internationalen Transkationen werden zum 1. Februar 2014 wegfallen und durch den einheitlichen SEPA-Standard ersetzt.

Die generellen Änderungen

Alle sogenannten nicht-eiligen Massenzahlungsverkehre werden gegenwärtig in Deutschland über das DTA-Format (entweder als Lastschrift oder Überweisung) abgewickelt. Um die Einhaltung zu gewähren, wurde das European Payments Council (EPC) auf Geheiß der europäischen Kreditinstitute gegründet. Dieses EPC verfolgt die Einhaltung der SEPA-Regeln und -Guidelines.

Natürlich kommen durch diese Änderungen verschiedene Anforderungen auf die Europäer zu. Außerdem bestätigen Ausnahmen ja die Regel, weshalb natürlich nicht alle Verordnungen auf die Schweiz und auf Monaco anwendbar sind. Weder die Zahlungsdienstrichtlinie der EU, noch die 2009 verabschiedete Preisverordnung gilt für die neutrale Schweiz.

SEPA gegenüber nationaler und EU-Standardüberweisung

Bei der Abwicklung nationaler Überweisungen genügen die Kontonummer und Bankleitzahl. Die Überweisung wird im DTAUS-Format getätigt und ermöglicht, wie der Name schon sagt, nationale Geldüberweisungen.
Seit 2003 ist es allerdings möglich, Überweisungen mit der EU-Standardüberweisung zu tätigen. Diese hat mehrere Vorteile gegenüber der nationalen Überweisung (abgesehen von der offensichtlichen „Internationalität“). Es ist nämlich innerhalb der MT-Format-Überweisung möglich, die 50.000 Euro Betragsgrenze auszunutzen und den Zahlungsauftrag nach der Außenwirtschaftsverordnung zu melden.

Die SEPA-Überweisung, die wie schon erwähnt bereits seit 2008 möglich ist, wird mittels IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identification Code)-Kennung im komplexen (und somit vermeintlich sicheren) ISO20022 XML-Format getätigt und hat keine Betragsgrenze. Außerdem können per Z4-Vorduck die Außenwirtschaftsverordnungen gemeldet werden.

Für die Verbraucher wird es daher langsam aber sicher notwendig, sich mit diesen Gegebenheiten zu beschäftigen, da Kontonummer und Bankleitzahl momentan von den Banken aufgrund des Übergangszeitraumes in die notwendigen IBAN und BIC – Nummern umgewandelt werden. Mit dieser Kulanz ist es aber bei den privaten Verbrauchern spätestens im Februar 2016 vorbei. Bis dahin sollte jeder seine IBAN verinnerlicht haben, da zu diesem Zeitpunkt die Kontonummern und Bankleitzahlen abgeschaltet werden.

Die SEPA Lastschrift

Hier kommen die größten Änderungen auf die Verbraucher zu. Der bislang eher schnelle und formlose Lastschrifteinzug wird stark reglementiert und formalisiert. So entsteht zum Beispiel eine fünf Tage Vorlauffrist bei Lastschriften. Darüber hinaus muss der Lastschrifteinreicher wesentlich komplexeren Informationspflichten nachkommen. Diese umfassen eine rechtzeitige Vorabinformation mit Betrag, Fälligkeitsdatum und den SEPA-Neuerungen der Mandatsreferenz als auch einer Gläubiger-Identifikationsnummer.

Beide Angaben sind mit jeder Transaktion für neue Lastschriften wieder von Neuem beizulegen. Außerdem gelten auch bei den Transaktionsabläufen strengere Rahmenbedingungen. Vor allem bei Rückrufen und Rückweisungen gibt es zusätzliche Änderungen.

Mandatsreferenzen und was Sie als Unternehmen wissen müssen

Sicherlich habe ich nun bei einigen ein ganz neues Themengebiet aufgegriffen, das den meisten in diesem Umfang vielleicht noch gar nicht so bewusst war. Wie Sie aber sicherlich schon beim Lesen bemerkt haben, ist das Thema weitaus komplexer als der ein oder andere bislang angenommen hat. Was Sie als Unternehmer beachten müssen und welche Besonderheiten das SEPA-Verfahren für Ihr Geschäft haben wird, werde ich Ihnen in der nächsten Woche näherbringen. Schließlich sind Finanzen und Bankangelegenheiten etwas, das man nicht nebenbei abhandeln sollte. Daher werde ich Ihnen am Montag in einem weiteren Beitrag alle Auswirkungen der SEPA Regelung auf Unternehmer, Online-Shopbetreiber und auch Privatpersonen umfassend erklären.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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