Verteidige dein Bild: Die neue Google Bildersuche

Verteidige dein Bild: Die neue Google Bildersuche

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Seit einigen Tagen geistert die Einführung der neuen Google Bildersuche durch das Netz und spaltet langsam aber sicher die „Internetgemeinde“. Einige meinen jetzt vielleicht, dass ich reichlich spät auf den Zug mit der Bildersuche aufspringe und können bzw. wollen nichts mehr davon hören und andere werden sich jetzt vermutlich fragen: Was für eine Bildersuche?

Daher sei die Problematik noch einmal kurz erklärt, bevor ich meine Meinung zu dem Thema darstelle und erwähnen werde, warum ich mir das Thema erst jetzt herausgesucht habe.

Google kopiert Bing

Am 23. Januar 2013 kündigte Google an, dass die Bildersuche besser, schneller und usabilityfreundlicher wird. – Das Redesign soll ein besseres Sucherlebnis schaffen und die Bilder direkt in voller Größe darstellen. In der Suchmaschine versteht sich. Also direkt bei Google und nicht mehr erst auf der Seite der Photographen, Maler, Künstler, die dieses Bild erschaffen haben. Neben dem Bild sind die wichtigsten Informationen direkt verfügbar und die zeitraubenden iframe-Ladezeiten im Hintergrund entfallen sowieso. – Die Urspungsseite (und somit der Urheber) hat (bzw. haben) mit dem Bild per se ja nichts mehr zu tun.

Der Unterschied zum LSR

Gerne wird die Kurve zum Leistungsschutzrecht geschlagen und die Kritiker der Kritiker kritisieren, dass die neue Bildersuche für die Bilderseiten in etwa dasselbe ist wie das LSR für die Produzenten von Content bzw. Inhalten. Eine Diskussion, die selten sachlich, aber dafür umso öfter thematisch falsch geführt wird. LSR und Bildersuche haben nämlich so viel gemeinsam wie die Schließung von Megaupload und steigende Kino-Besucherzahlen. Gar nichts.

Das LSR bzw. die Befürworter wollen schon für die Nutzung kleiner Textschnipsel (rich snippets) Geld von Google bekommen, während sich die Bildersteller dagegen wehren, dass ihr komplettes Werk in Google dargestellt wird. Bilderschnipsel (thumbnails) darf und soll Google ja nutzen. Es geht lediglich um die Verwendung des kompletten Werkes ohne Gegenleistung.

Sicher, Google verspricht den Urhebern der Werke nun vier Links auf die Homepage, aber ist das wirklich ein Ausgleich für die komplette Darstellung eines Bildes auf einer fremden „Plattform“? – Nein, ist es nicht. Denn bereits jetzt berichten Webmaster über den Wegbruch von Besuchern aus der Google Bildersuche.

Martin sagt: Verteidige dein Bild

Am lautesten und meiner Meinung nach (abgesehen vielleicht von einem sehr emotionalen Beitrag zu Beginn) auch am fachlich fundiertesten, führt momentan Martin Mißfeldt den „Widerstand“ gegen die Google Bildersuche an. Sei es durch schriftliche Informationen zum Umfang der Änderungen oder die Aktion Verteidige dein Bild! – Deine Bilder, Deine Besucher.

Ich meine, so eine Darstellung für lizenzfreie (Werbe-)Bilder ist ja schön und gut. Natürlich macht die neue Suche optisch etwas her und auch der dümmste User findet, sofern er in der Bildersuche ist, das wonach er sucht. Entweder als Thumbnail oder direkt in der Großansicht. Aber was ist mit den Leuten, die von diesen Bildern leben? Anstatt über die Suchmaschine gesucht und gefunden zu werden, sind die Künstler selbst mit dieser neuen Suche nahezu obsolet geworden. Schließlich werden die Werke (nicht der Künstler) ja direkt auf den Seiten von Google rundum versorgt. Es gibt also keinen Grund mehr, die gewohnte Umgebung der Suchmaschine zu verlassen. Die Konsumbedürfnisse werden direkt vor Ort gestillt. Ein starker Unterschied zum LSR und der Textsuche. Denn durch die rich snippets und die teilweise Darstellung der Inhalte wird der Suchende nur „angeteasert“. Ein Konsum der Gesamtleistung (ein kompletter Text mitsamt Grafiken und eventueller „Zusatzleistungen“) ist nur auf der Homepage selbst möglich.

Gegenüberstellung zwölftausendreihundertundeins

Sicherlich habe ich bislang noch nichts geschrieben, dass nicht schon irgendwo anders geschrieben wurde (bei mir folgen aber gleich noch schönere Bilder…). Allerdings scheint die Google Bildersuche nun ja doch schneller zu kommen als zunächst angekündigt und um zu verhindern, dass die Bilder in der neuen Bildersuche erfasst werden sollte, schnell gehandelt werden.

Was ich mit diesem Artikel bezwecke, ist die deutliche Unterscheidung der Text- sowie Bildersuche. Bilder wurden auch schon vorher in Google (als Thumbnails) dargestellt und von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen war dies auch niemals ein Problem. – Weder für die Künstler noch für die Nutzer. Ich denke aber, dass die komplette Darstellung von Bildern ohne jegliche qualitative und oder maßstabliche Einschränkungen in den Suchergebnissen selbst die Integrität von Google untergräbt.

Natürlich können Bilder genauso wie Texte durch robots.txt oder .htcaccess von einer Indizierung in den Suchergebnissen ausgeschlossen werden, aber eben wie bei den Texten kann dies nicht im Sinne der Nutzer, von Google oder den Kritikern sein. Denn dies würde ja schlichtweg auch bedeuten, dass man die Bilder dem Publikum vorenthält. Da bleibt also nur die Lösung, die Bilder mit einem Wasserzeichen indizieren zu lassen. Etwa so:

Wasserzeichen in der neuen Bildersuche?

oder so:

Wie macht man Bilder unkenntlich für die neue Bildersuche?

Aber ob dies wirklich im Sinne von Google ist, sollte bezweifelt werden. Daher habe ich ja noch die Hoffnung, dass sich irgendeine Einigung finden lässt. – Ohne Musterprozess gegen Google und die neue Bildersuche.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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3 Kommentare

Google klaut meine und Eure Bilder | Bitpage.de – Der Technikblog 30. Januar 2013 um 8:04

[…] seopt: Verteidige Dein Bild – Die neue Google Bildersuche […]

Antworten

Dieter Brodbeck 8. März 2013 um 17:11

Es geht auch einfacher: Google aus den Foldern ausschliessen in denen die HighRes-Bilder liegen. Damit erscheint auch bei der Großansicht nur das hochgerechnete Thumbnail

Antworten

www.tiuz.de 16. April 2013 um 16:25

[…] Sicher, Google verspricht den Urhebern der Werke nun vier Links auf die Homepage, aber ist das wirklich ein Ausgleich für die komplette Darstellung eines Bildes auf einer fremden „Plattform“? – Nein, ist es nicht. seopt.de […]

Antworten

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