Unterstrich ist kein Trennzeichen

Unterstrich ist kein Trennzeichen

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Eine Webseite hat viele Einzelseiten. Die Einzelseiten haben Titel und meistens eine passende URL. Zum Beispiel kann eine Seite über Suchmaschinenoptimierung unter beispiel.de/suchmaschinenoptimierung zu finden sein. Das ist elegant und zeigt auch Suchmaschinen wie Google schon in der URL an, worum es auf dieser Seite geht. Die URL hat zudem einen Einfluss auf die Zahl der Nutzer, die aus der Suche auf die Zielseite klicken. Je besser lesbar und inhaltlich passender die URL ist, desto eher klicken Nutzer darauf.

Es gibt aber auch Begriffe, die etwas komplizierter sind oder/und aus mehreren Wörtern zusammengesetzt werden. Zum Beispiel könnte eine Seite den Titel haben: „Verein stürmt Tabellenspitze“. Nun gibt es drei Möglichkeiten, den Titel als sinnvolle URL umzusetzen. Sie kann lauten domain.de/vereinstuermttabellenspitze. Der Titel ist komplett wiederholt und bietet der Suchmaschine das notwendige „Futter“. Allerdings begreift diese – anders als Leser – die URL hinter dem Schrägstrich als ein komplettes Wort. Um das zu verhindern, gibt es zwei Varianten. Die eine setzt auf Unterstriche (domain.de/verein_stuermt_tabellenspitze), die andere auf Bindestriche (domain.de/verein-stuermt-tabellenspitze). Für die meisten Suchmaschinen besteht zwischen beiden Varianten ein Unterschied. Das gilt auch für Google.

Die Variante mit Unterstrich zeigt den Suchmaschinen: Hier soll eine Wortgruppe als Ganzes betrachtet werden. Die Gründe hierfür liegen in der Historie der Programmiersprachen. Der Unterstrich hat im übertragenen Sinn die Bedeutung eines verbindenden Wortes. Anders ist dies beim Bindestrich. Dieser hat die Bedeutung eines trennenden Symbols.

Viele Webmaster glauben, dass der Unterstrich die bessere Variante sei. Google hat nun allerdings klargestellt, dass bei der Verwendung von Unterstrichen, der komplette Begriff als Einheit betrachtet wird. Die Beispielseite wird sich daher eher für „Verein stürmt Tabellenspitze“ platzieren, aber weniger für „Verein“ oder „Tabellenspitze“ alleine, wie es bei der Bindestrichvariante (zusätzlich zur Wortgruppe) der Fall ist. Das bedeutet: Bindestriche sind in den meisten Fällen die bessere Variante, da sie sowohl die Einzelwörter als auch die Wortgruppe auffindbar machen, die Unterstriche aber tendenziell die Einzelwörter zu einem schlechteren Ranking führen. Google empfiehlt daher, bei neuen Webseiten nur noch URL-Varianten mit Bindestrichen zu nutzen.

Dennoch müssen bestehende Webseiten mit Unterstrichen nicht unbedingt umgestellt werden. Denn Google betont, dass der Einfluss der beiden Schreibweisen auf die Suchmaschinenplatzierung einer Webseite gering ist und es entscheidendere Faktoren gibt, um eine Seite zu optimieren. Wichtig wird diese klare Positionierung von Google also erst für neue Projekte oder Unterseiten.

Eine Besonderheit gilt für ein CMS, das „nice URLs“ bietet. Also ein Redaktionssystem oder auch ein Shopsystem, das kryptische Pfade in lesbare Webadressen nach dem oberen Prinzip umwandelt. Hier lohnt es sich, das System so einstellen, dass zukünftig die Adressen mit Bindestrichen statt Unterstrichen ausgegeben werden. Dabei ist allerdings vorher zu prüfen, ob durch den Eingriff auch ältere Adressen umgestellt werden. Dann sollte darauf verzichtet werden. Alternativ müssen für die älteren Unterseiten 301-Umleitungen auf die Bindestrich-Varianten eingerichtet werden, damit die alten Adressen nicht als Fehlermeldung „Error 404“ enden.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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