Die Entstehung von Spam und seine Folgen

Die Entstehung von Spam und seine Folgen

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Aufbauend auf meinem letzten Artikel werde ich mich heute einmal etwas eingehender mit der Definition von Spam beschäftigen. Bei Spam handelt es sich entweder um das bekannteste Frühstücksfleisch (SP-iced h-AM) der Welt oder massenhaft in der virtuellen Welt verbreitete Meldungen. Über ersteres lässt sich zwar gerade in Bezug auf Kriegsrationierungen, Omnipräsenz und Monty Python Sketche einiges sagen, aber ich will mich dann doch eher letzterer Bedeutung zuwenden.

Der Paradigmenwechsel beim elektronischen Spam

Die Definition von Spam ist sicherlich nicht einfach. Gerade die SEO-Branche kann sich in Zeiten vor Panda und Penguin nicht unbedingt dafür rühmen, beim Linkaufbau auf hochklassige Seiten mit Informationsinhalten gesetzt zu haben. Immerhin haben Spam E-Mails und SEO-Spam, wie Keyword Stuffing, Linkplatzierungen und Kommentarposts in Foren, auf Facebook oder in Blogs automatisch generierte oder schlecht geschriebene Texte und der Linkeinkauf das Internet zu dem gemacht, was es momentan ist.

Seit einiger Zeit macht sich aber ein Paradigmenwandel im SEO-Bereich bemerkbar, der erkennen lässt, dass die Zeiten von automatisch generierten E-Mails, Satellitenseiten und Webverzeichnissen (mehr oder weniger) vorbei sind. Die Dienstleistung SEO wird komplexer und wesentlich zeitintensiver. Gleichzeitig aber auch schwerer zu kommunizieren. Während es einfach war, Links an Kunden zu kommunizieren, als sich diese, dank der Webverzeichnisse noch im dreistelligen Bereich befanden, muss nun ein Dutzend oder eine Handvoll ausreichen. Man ist als SEO-Agentur schließlich noch damit beschäftigt Altlasten zu entfernen, die Linkakquise von Hand umzusetzen und nebenbei noch die OnPage-Optimierung voranzubringen.

Sicherlich gibt es immer noch spammige Mails, spammige Seiten und überflüssige Kommentar-Posts, aber diese ungeleiteten Maßnahmen verlieren immer weiter an Effektivität. Personen, die ungefragt immer und immer wieder dieselben Inhalte in sozialen Netzwerken posten, werden (zumindest von mir) umgehend gesperrt und entfernt. Genauso sieht es mit Blogs- und Foren aus. Wenn sich Webmaster nicht um ihre Seiten kümmern, dann bleiben früher oder später die Kunden aus. Und gerade in Zeiten des viel diskutierten AuthorRanks, der ja gerade den SEOs so wichtig zu sein scheint, ist es vermutlich an der Zeit über seine Hinterlassenschaften im Internet einmal nachzudenken. Im Januar habe ich bereits schon einmal darüber geschrieben, dass ich denke, dass man sich auch einmal mit den negativen Aspekten von Nachrichten-Spam auseinander setzen müsste. Denn dort, wo es ein Plus, ein Like oder einen Retweet-Button gibt, da ist auch der Knopf zum Ignorieren nicht weit. Vermutlich ist eben dieser sogar aussagekräftiger, weil man einen Beitrag nicht mal eben schnell als Spam melden kann. Es benötigt ein wenig Suche und zumeist mehr als einen Klick. Sollte die Aussagekraft von diesen Selbstorganisations-Tools also nicht auch einmal beachtet werden in den sozialen Netzwerken? Reddit ist momentan das einzige Netzwerk, in dem sich die negative Bewertung von Beiträgen direkt auf die Sichtbarkeit auswirkt. – Zumindest das einzige, welches mir direkt einfällt.

Der zielgerichtete Einsatz von Spam und Google

Ich denke, dass sich jeder SEO sicherlich noch an die Spam-Zeiten erinnert und vermutlich auch noch irgendwo die ein oder andere Leiche im Keller bzw. in den Untiefen des Internets vergraben hat. Aber vermutlich ist dies noch nicht einmal so schlimm. Immerhin weiß auch Google, dass es überall Seiten mit fragwürdigem Ruf gibt, die auf große Konzerne verlinken, weil auch dies einmal eine große SEO-Legende war: „Verlinke auf große Seiten und du wirst gefunden“. Meiner Meinung nach war dies zwar ziemlich sicher niemals der Fall, aber bei den Streifzügen durch das Netz fallen einem durchaus immer mal wieder kleinere Seiten auf, die sich zwar im Bereich der drei P’s (Porno, Poker und Pillen) bewegen, die aber dennoch die Notwendigkeit sehen, auf Seiten wie H&M, Karstadt oder Schlecker zu verlinken. Letzterem geht es zwar bekanntlich nicht mehr so gut, aber ich würde nicht unbedingt die Links von solchen Seiten dafür verantwortlich machen.

Fakt ist, dass Seiten mit einem nicht gänzlich reinen Linkprofil seit Penguin ihre Probleme haben. Aber wo nun die genaue Schwelle zwischen einem auffälligen, einem sehr auffälligen und einem natürlichen Linkprofil liegt, kann leider niemand sagen. Daher ist es auch nur sehr schwer, aus diesem Teufelskreis zu entkommen. Dafür hat das Penguin-Update die Spielregeln einfach zu stark abgeändert.

SPAM SEO ist billiger als nachhaltiges SEO

Die SEO Agenturen haben das gemerkt und versuchen nun drohendes Unheil abzuwenden. Statt Linkaufbau wird möglicher Linkabbau kommuniziert. Anstatt 1.000 Spam Links ohne Wert zu liefern, wird versucht an fünf gute zu kommen. Und das ist meistens schon mehr Arbeit als 1.000 schlechte zu generieren, wie man an den immer noch vorhandenen Linkfarmen erkennen kann. Schließlich dauert es immer, bis Innovationen in der breiten Masse ankommen. Nachdem man den Kunden nun jahrelang vermittelt hat, dass man viele Links braucht, um gut in den Suchergebnissen platziert zu sein, muss man denselben Kunden heute erklären, dass sich das Spiel geändert hat und ein einziger Link mehr bewegen kann als 100 von einer ungeklärten Quelle. Dies war zwar auch schon früher so, aber seien wir mal ehrlich, Quantität lässt sich einfach besser verkaufen als Qualität. Warum hätte man sich also regelmäßig die Mühe machen sollen, Links von starken Seiten zu bekommen, wenn man die von schlechten Seiten im 1.000er Pack kaufen konnte?

Das Definitionsproblem von Spam bleibt

Was mir auf meinen Streifzügen durch die einzelnen Quellen immer wieder auffällt ist, dass es im Bereich Spam, wie bei jedem guten Paradigmenwechsel, ein umfassendes Definitionsproblem zu geben scheint. Was ist Spam? Was macht eine gute Website aus? Und worauf muss man sich bei qualitativer Arbeit einlassen?

All dies sind Punkte, die Google, als größte und wichtigste Suchmaschine immer wieder gerne anspricht und zu erklären versucht, aber auch dann gehen die subjektiven Meinungen eines jeden Einzelnen noch weit auseinander. Sowohl Textspam als auch Linkspam scheinen bei vielen noch weiter verbreitet als einem Internetnutzer, Kunden und seriösem SEO lieb sein kann. Trotz des nahezu ubiquitär verfügbaren Wissens durch Smartphones und stationäre Endgeräte, wissen die meisten der normalen Nutzer (noch) nicht, wie eine Suchmaschine funktioniert. Außerdem fehlt ihnen stellenweise das Reflexionsvermögen, um die Spreu der Seiten vom wirklich guten Weizen zu trennen. Immerhin hat Spam den Vorteil, dass er schneller umgesetzt werden kann und somit in einer quantitativen Anzahl vorhanden ist, dem nur schwer entgegenzutreten ist. – Außer man ist Google. Zwar ist auch hier bei Weitem nicht alles Gold was glänzt, aber allen Querelen zum Trotz, schafft es Google anscheinend schrittweise den Spam zu bekämpfen. Und das ist für mich etwas, das mir auch Freude bereitet. Immerhin wird SEO komplexer und somit auch wesentlich spannender im täglichen Arbeitsleben. SEO und Kunde befinden sich zwar noch in einer Eingewöhnungsphase, aber was kann es Schöneres geben, als eine neue, saubere Ära einzuleiten, die tatsächlich menschliche Arbeiten im Linkaufbau und bei der Texterstellung benötigt und sich eben nicht maschinell erledigen lässt. Für mich als Arbeitnehmer hört sich dies jedenfalls nach einer faszinierenden und abwechslungsreichen Zeit an.

+++Update+++

Passend zum Thema und wahnsinnig interessant ist der gerade eben von mir gefundene (da von Karl Kratz auf Google+ geteilte) Artikel zu Black Hat CRO. Definitiv ein sehr informativer Artikel über Black-Hat-Strategien im Netz. Ein Dank also an karl für das Teilen des Artikels!

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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