SEOgraphin unterwegs: interne Verlinkungen

SEOgraphin unterwegs: interne Verlinkungen

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Durch mein Studium bin ich das Erkunden fremder Welten ja fast schon gewohnt. Egal ob Island, Amerika, das Internet oder der Amazonas. Ein Geograph war bestimmt schon einmal dort und hat dort seine Untersuchungen durchgeführt. Seien es nun die sozioökonomischen, demographischen oder kollaborativen Zusammenhänge, ein Geograph findet immer etwas. Wir verlaufen uns ja auch nicht. Wir erkunden. Eben dies möchte ich nun auch im Internet fortführen. Schließlich ist keine Landschaft so abwechslungsreich und so spannend wie das weltweite Netz, das sich Internet nennt. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen alle zwei Wochen meine Erkundungen aus der Welt der SEOs und SEOinnen näher bringen. Beginnen möchte ich heute mit dem Thema der internen Verlinkungen. Schließlich sollen uns diese Links das Auffinden von Daten und Seiten erleichtern, damit die „Erkundung“ der Strecke zum nächstgelegenenen Shop nicht auf einmal fünf Stunden dauert und man sich fragt, wie man bloß dorthin gekommen ist und warum auf einmal alle eine andere Sprache sprechen.

Bei der Jagd nach Links „von außerhalb“, sprich den externen Verlinkungen, wird gerne einmal das Potenzial der internen Links vernachlässigt. Google hat durch seine Updates und Algorithmus-Verbesserungen deutlich gemacht, dass Verlinkungen verstärkt beobachtet werden.

Zum einen werden Backlinks auf Seiten stärker ins Visier genommen und zum anderen werden eben diese Verlinkungen auch wesentlich öfter mit einer Strafe belegt als dies noch vor einigen Jahren der Fall war.

Organischer, also natürlich generierter Linkaufbau rückt mehr und mehr in den Vordergrund und ist sicherlich auch ein Grund für das neu entfachte Interesse an Content Marketing und der generellen Erstellung neuer, aktueller Inhalte. Was dabei aber gerne vernachlässigt wird, ist der Bereich der internen Verlinkungen. Hier liegen oftmals noch ungenutzte Potenziale in der On-Page Optimierung. Aber genauso wie bei den Backlinks kann es auch bei den internen Verlinkungen zu unnatürlichen Linkprofilen kommen.

Aufbau interner Verlinkungen

Durch einen strukturierten Aufbau der internen Verlinkungen soll der Seitenbesucher direkt einen Überblick über die Informationsarchitektur der Seiten bekommen. Dies bedeutet, dass von der Startseite die Verlinkungen zu den nachgelagerten Seiten ausgehen und von diesen wiederum die Verlinkungen auf Seiten der nächst kleineren Kategorieebene. Im Idealfall sollte die interne Verlinkung möglichst viele Seiten effektiv verknüpfen. Es sollte eine Hierarchie entstehen, wie sie im folgenden Bild beschrieben ist:

Interne Verlinkungen

Von der Startseite selbst sind alle Kategorieseiten verlinkt, die wiederum zur nächst tieferen Unterkategorie führen. Hierdurch ergibt sich ein Trichter, der sich von der Startseite immer weiter öffnet und dem Leser mit jeder Unterseite mehr Informationen durch die internen Verlinkungen zur Verfügung stellt.

Ähnlich eines Stammbaumes sollten aber auch bei internen Verlinkungen Grenzen beachtet werden. Während ein Stammbaum im Regelfall ja dadurch begrenzt ist, dass ein Individum (in unserem Fall also Seite) nur zwei übergeordnete „Eltern“ haben kann, gibt es keine klaren Grenzen bei der internen Verlinkung.

Es sollten jedoch niemals zu viele Verlinkungen von einer Seite abgehen. Es sollte immer für den Seitennutzer erkennbar sein, wo er sich befindet und in welche Ebene er als nächstes vorstoßen wird.

Die Informationsarchitektur durch Hierarchien bestimmen

Mit Hilfe der internen Verlinkungen soll der Besucher im Idealfall zielgerichtet durch den Internetauftritt geführt werden. Welche Seiten bieten abgehend von der gelesenen Seite Zusatzinformationen? Welche Informationen werden benötigt, nachdem oder während man eine bestimmte Stelle liest? Wie soll sich der Besucher durch meine Seiten bewegen?

All dies sind Vorüberlegungen, mit denen das Interesse und somit die Aufenthaltszeit des Lesers auf den Seiten vergrößert werden soll. Am besten gelingt dies mit einer durchdachten Navigation durch die einzelnen Schwerpunktbereiche.

Informationen bündeln

Durch die internen Verlinkungen sollen die Informationen sowohl für die Crawler der Suchmaschinen als auch die Besucher der Webseiten komplexer und einfacher zugänglich gemacht werden.

Dementsprechend sollten sich vor allem Betreiber mit wenigen Unterseiten oder mit einem geringen Domainalter darüber im Klaren sein, dass sowohl interne als auch externe Links mit Bedacht aufgebaut werden sollten. Sinnlose Links, die den Nutzern keinen Mehrwert bzw. themenrelevanz bieten, sollten in jedem Fall vermieden werden. Des Weiteren sollten natürlich auch die Crawler nicht in irgendwelche Sackgassen oder Kreisverkehre geführt werden.

Oder, wie treffsicher damals in meinem Erdkunde-LK formuliert wurde: „Was nützen einem Sackgassen mit Wendehammer?“

Mit einigen Vorabüberlegungen können diese Fehler minimiert und sogar beseitigt werden. Durch „weiterführende Links“, die dieses Attribut auch verdienen, kann die Kraft der Verlinkungen optimiert werden. Gerne wird von dem Begriff „Linkjuice“, also Linksaft gesprochen, wenn es darum geht, die Verlinkungen zu beschreiben. Nur wenn dieser Saft in die richtigen Bahnen gelenkt wird, kann ein Mehrwert geschaffen werden. – Sowohl für die Stärke der Seiten, als auch für den Besucher der Seiten selbst.

Schwerpunkte setzen

Nicht alle Seiten eines Internetauftrittes sind relevant. Bei einigen (unter ihnen zum Beispiel das Impressum, die Geschäftsbedingungen oder Partnerrubriken) ist es nicht wirklich sinnvoll, wenn man Linkjuice zu ihnen abgibt. Bei diesen Seiten kommt es nicht darauf an, dass sie in den Suchergebnissen erscheinen. Daher sollten sie auch bei der internen Verlinkung nicht weiter beachtet werden.

Generell kann man sich den Fluss des Linksaftes vorstellen wie bei einer Sektpyramide (heute ist ja immerhin Karneval hier im Rheinland, daher muss das Beispiel auch dementsprechend formuliert werden). Während die Startseite bzw. das oberste Glas den meisten Durchfluss hat und den gesamten (Link)Saft durch sich durchfließen lässt, kommt unten nur ein Bruchteil von dem an, was oben hineingeschüttet wird. – Außerdem dauert es ewig, bis auch das unterste Glas in der äußersten Ecke vollständig gefüllt ist.

Je nach Gewichtung der Seiten ist es daher notwendig eine Struktur vorzugeben und Cluster zu Bilden. Durch das Setzen von Schwerpunkten kann der Linkjuice einfacher und schneller ans Ziel gelangen.

Interne Verlinkungen kennzeichnen

Bei internen Verlinkungen bietet es sich darüber hinaus an, die Verlinkung mit wichtigen Keywords zu besetzen. Wenn Sie auf Karnevalsmasken verlinken möchten, dann sollte sich der Link auch hinter dem Wort Karnevalsmasken befinden und nicht hinter einem „hier“, „Batman“ oder „Clown“ verstecken.

Wie bei externen Links sollten daher in den Ankertexten die wichtigsten Keywords auch vorkommen. Das beste an der internen Verlinkung ist ja immerhin, dass es hierbei nicht zu einer Überoptimierung von Keywords kommen kann. – Zumindest nicht soweit ich weiß.

Chancen erkennen und handeln

Gerade im Hinblick auf den derzeitigen Trend der Contentoptimierung bietet es sich an, die schon bestehenden internen Verlinkungen nochmals zu prüfen. Rangiert Ihre Startseite mit wichtigen Suchwörtern unterhalb der AGB’s? Dann haben sie der Startseite wohl etwas zu viel vom Kraftsaft geklaut und sollten den Linkjuice unbedingt wieder in richtige Bahnen lenken. Aber selbst wenn dieses – zugegebenermaßen – unwahrscheinliche Phänomen auftritt, sollten Sie sich unbedingt einmal eingehend mit der internen Verlinkung beschäftigen.

Google hat nicht ewig Zeit, um Ihre Seiten zu durchsuchen. Daher sollten die Kategorieebenen Ihrer Seiten nicht zu tiefgreifend sein. Mit Hilfe von 5-6 Klicks sollten sich alle Seiten in Ihrem Webauftritt erreichen lassen. Wenn dies nicht der Fall ist, haben Sie nun einen Grund, sich einmal mit der Informationsarchitektur des Shops bzw. der Webseite zu beschäftigen.

Die beste inhaltliche Verbesserung bewirkt nämlich keinen Quantensprung in den Suchergebnissen, wenn sie nicht gefunden wird. Je wichtiger der Inhalt, desto präsenter sollte er dargestellt werden. Hauptthemen in Zeitschriften werden ja auch direkt mit dem Cover geteasert und nicht erst auf Seite 5 im Inhalt erwähnt.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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2 Kommentare

Andreas Markus Müller 8. Februar 2013 um 8:12

Sehr feiner Artikel 🙂
Da werde ich das potenzial der internen Verlinkungen auf meinen Projekten doch auch gleich mal überprüfen und gegebenenfalls Optimierungsmaßnahmen einleiten.

Antworten

Screaming Frog: Eine Einführung für Einsteiger 9. Mai 2016 um 16:12

[…] Seiten im Internet durch maximal 19 Klicks verbunden und innerhalb einer Domain sollten alle URLs durch maximal sechs Klicks erreichbar sein. Ein Umstand, den ich mit meiner  Domain (www.seopt.de) anscheinend ganz gut […]

Antworten

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