SEO, Linkbuilding und fruchtbare Diskussionen

SEO, Linkbuilding und fruchtbare Diskussionen

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Frisch aus dem Urlaub zurück und mittlerweile von meiner 51-stündigen Rückreise aus New York (Danke, British Airways… – das nächste Mal schwimme ich wohl lieber!) etwas erholt, stürze ich mich direkt wieder in das Tagesgeschäft.

Dankenswerterweise bekomme ich zwei interessante Artikel direkt von den Branchen-Kollegen präsentiert, die ich unbedingt den ambitionierten Lesern ans Herz legen möchte. Und keine Sorge, es geht nicht um das Penguin 2.0 Update. Über das hat Eren schon kurz nach der Veröffentlichung tagesaktuell berichtet. – Welches nebenbei direkt an dem Tag stattfand, an dem ich am New Yorker Headquarter von Google war. Zufälle gibt’s.

Aber gut, zurück zu den Artikeln. Montag und Dienstag sind mir die Beiträge von Christian Neubauer und Olaf Kopp aufgefallen, die ich hier aufgreifen möchte. Beides sind meiner Meinung nach zwei durchaus lesenswerte Artikel, die einiges an Diskussionen ausgelöst haben. So ganz wird man diese schwarz-weißen Tierchen zwar auch hier nicht richtig los, aber überzeugen Sie sich einfach selbst.

SEO und Inbound Marketing

Beide Blogs beschäftigen sich auf erfrischend ehrliche Art und Weise mit den derzeitigen Trendbegriffen der Google-Welt und mit der SEO-Szene an sich. Entspannt und ohne große Aufreger versuchen beide Autoren SEO, Inbound Marketing und Content Marketing in Relation zu setzen. Wie kann man es abgrenzen, wo gibt es Überschneidungen und wieso will es auf einmal jeder anbieten?

Ich will mich gar nicht mit großen Definitionen und Erläuterungen aufhalten, das haben die beiden schon getan und außerdem bin ich noch viel zu sehr in Urlaubsstimmung, um mich mit solchen theoretischen Themen aufzuhalten. Wenn nach Durchsicht der beiden Blogartikel noch Fragen bestehen, können Wikipedia und eine gewisse Suchmaschine aufgesucht werden.

Was man aus den Artikeln mitnehmen sollte

Viel wichtiger als die anhaltenden Definitionsprobleme und die Frage nach der einzig wahren Marketing-Richtung finde ich die kleinen aber feinen Dinge, die in beiden Artikeln und den folgenden Kommentaren angesprochen werden. Für die SEO-Szene wirklich überraschend ehrlich, wird mit den kleineren und größeren Problemen der Branche umgegangen.

Seien es fragwürdige Firmen, die sich SEO auf die Fahnen schreiben, in denen aber kein SEO drin ist, oder das unreflektierte Aufgreifen von Trendbegriffen selbst. Natürlich distanziere ich mich hier ausdrücklich auf das von Olaf angesprochene SEO im Domainnamen, aber ich hoffe dies sei mir verziehen. 😉

Ich finde die hier Nature vs. Nurture Debatte (was kann man beeinflussen, was ist quasi Gott gegeben?) in diesem Zusammenhang viel interessanter. Denn während sich einige SEO-Ansichten hartnäckig halten, sind sie in der Realität doch schon längst überholt. Wer heute z.B. noch nach dem Prinzip Masse statt Klasse beim Linkaufbau handelt, wird zwar von unwissenden Kunden wegen der geringeren Preise zwar gerne noch gebucht, zerstört allerdings auch das Ansehen einer ganzen Branche. Die Wirklichkeit sieht schon längst ganz anders aus. Es muss auf Qualität geachtet werden. Sowohl bei Inhalten als auch beim Linkaufbau. Wo allerdings Qualität anfängt und Quantität aufhört, ist ein weiteres Definitionsproblem, mit dem sich die Branche beschäftigen darf und muss. In allen Bereichen. Schließlich sind gute, umfassende Dienstleistungen in der Regel nicht für den Preis zu haben wie ein Massenprodukt.

Die Entwicklungsschritte

Es klingt zwar abgedroschen und sicherlich ist es das auch, aber die SEOs müssen langsam aber sicher erwachsen werden. Oftmals werden Trends aufgegriffen, nach bestem Wissen und Gewissen umgesetzt und früher oder später wegen Burnouts gegen die Wand gefahren.

Links funktionieren? Kein Problem, dann machen wir das doch jetzt einfach nur noch und schauen mal. Texte funktionieren? Kein Problem, meine Kindergärtnerin hat mir mal gesagt, dass ich toll schreiben kann. Dann mache ich das doch jetzt nur noch und verkaufe dies den Kunden. Versprechungen funktionieren? Kein Problem, denn all die anderen sprechen immer nur im Konjunktiv.

Wie Christoph in den Kommentaren bei Christian meiner Meinung nach ganz richtig sagt, ist es wichtig, nicht immer alles nur 1:1 zu übernehmen und zu kopieren. Nicht umsonst werden gerne Analogien zur Schule oder zu Comicfiguren benutzt, wenn es darum geht SEO zu beschreiben. Die gesamte Branche befindet sich noch in einem Reifestadium, aus dem es nun langsam aber sicher zu entwachsen gilt. Wer auf Dauer überleben will, muss sich weiterentwickeln oder es wird einem genauso gehen wie dem im Leben gestrandeten Quarterback, der in der Schule doch so beliebt war und nun an der Tankstelle jobbt oder einem Lex Luthor, der mittlerweile seit 73 Jahren gegen Superman ankämpft, ohne seinem Ziel auch nur einen Schritt nähergekommen zu sein (um bei den Analogien zu bleiben).

Der Trend geht zum Full-Service

Sei es nun mit oder ohne SEO im Agenturnamen. Die derzeitige Entwicklung lässt ganz klar darauf schließen, dass es mit nur einem Arbeitsbereich auf Dauer sehr, sehr schwierig werden wird, die nächste Zeit zu überstehen. Sicherlich ein Grund, warum sich SEO und klassisches Marketing nicht immer verstehen. Beide machen irgendwie dasselbe, sind dann aber doch ganz anders. Das hält sie aber nicht davon ab, sich gegenseitig vor den Kunden zu raufen und in das Metier des anderen einzugreifen. Unweigerlich kommt es zu Überschneidungen, wenn mehrere Agenturen an einem Projekt tätig sind. Entweder findet man einen Zwischenweg oder es kommt zu Autoritätsproblemen und Kompetenzgerangel. – Sicherlich etwas, was beiden Branchen auf Dauer nicht gut tun kann.

Dennoch müssen die SEO-Agenturen handeln. Linkbuilding allein kann dauerhaft sicherlich nicht mehr zu idealen Platzierungen führen. Genauso sieht es mit wahnsinnig guten Texten aus, die auf Seiten ohne jegliche Verknüpfung zur Außenwelt gestellt werden. Oder mit technisch wundervoll designten Seiten, die nur leider keine Inhalte für Mensch und Maschine bereitstellen.

Es wird die eierlegende Wollmilchsau vom Kunden gesucht. Vorzugsweise natürlich preiswert und kompetent. Zumeist gibt es diese beiden Dinge allerdings nicht in Verbindung. Bis der Kunde dies aber bemerkt, sind die ersten Beträge schon versickert.

Wieso Marketing und nicht SEO?

Ich denke, dass der gesamte Online Bereich bei aller Heterogenität in den nächsten Jahren noch wesentlich komplexer werden wird, als er es ohnehin schon ist. Das nächste große Schlagwort der Big Data ist immerhin schon seit ein paar Jahren im Umlauf und gewinnt eben auch durch das Horten von Nutzerdaten bei den Suchmaschinen an Bedeutung. – Dazu aber die folgenden Tage mehr.

Was mich nur stört, ist in der derzeitigen Diskussion, dass zwar jeder meint, dass eine Full-Service Marketing-Agentur diese Aufgaben verrichten kann, es aber meistens bezweifelt wird, dass eine Full-Service SEO-Agentur diese Aufgaben verrichten kann. Warum? Ich meine, warum wird sich mehr auf die Definition der Agentur anstatt auf die Zusammensetzung des Personals konzentriert?! Ist es nicht egal, ob nun Redakteur, Designer und Techniker in einer Agentur arbeiten auf der SEO oder Marketing steht? Gibt es nicht vielleicht sogar noch Pluspunkte, wenn es noch jemanden gibt, der alle im Bereich Suchmaschinenoptimierung leiten kann?

Sicherlich wird es für kleine Unternehmen (ein bis zwei Personen) in Zukunft schwierig werden, sich am Markt zu behaupten. Egal ob Marketing im Namen steht oder SEO. Gerade dies fällt der so um Personenkulte buhlenden SEO-Branche derzeitig aber noch schwer. In keiner anderen Branche gibt es so viele Vorreiter, die bereitwillig von einer Fachmesse zur nächsten fahren und ihr Wissen vortragen. – Zumindest ist mir keine andere Branche bekannt.

Sicherlich haben diese Experten ein ungeheures Fachwissen und sie nehmen eine bedeutende Position in der Branche ein. Was aber diese Personen meiner Meinung nach von der breiten Masse abhebt, ist, dass sie es erkannt haben, wo ihre Stärken (und vermutlich auch ihre Schwächen) liegen. Kann ein guter Speaker auch toll schreiben? Vielleicht. Sein Vorteil ab einer gewissen Bekanntheit ist aber, dass er es nicht muss. Selten sieht man es, dass die Großen der Branche auf Konferenzen und Veranstaltungen vortragen, wöchentlich Blogbeiträge verfassen und nebenbei noch damit protzen, dass sie es wieder geschafft haben, mit einem Beitrag 100 Facebook-Likes zu bekommen. – Warum auch. Es gibt wichtigeres mit der Zeit anzufangen.

Die Qualitätsbemühungen persönlich nehmen

Kürzlich hat es SEOPT wieder einmal auf die iBusiness-Liste der 100 besten SEO/SEA Agenturen Deutschlands geschafft. Nebenbei als eine der wenigen Agenturen ohne öffentlichen Speaker im Haus. Wir haben unsere persönlichen Stärken in einem anderen Bereich erkannt und diese konsequent ausgebaut. Durch Umstrukturierungen in der Agentur, durch eine veränderte Positionierung und eine gehörige Portion Ausdauer. Schon im September 2012 wurde der Content Bereich gestärkt. Allerdings durch Neueinstellungen und nicht durch ein Fähnchen im Wind.

SEO kann schnell verdientes Geld sein. Auch dies ist den Kommentaren zu entnehmen. Zu viele Kunden sind bereits von zwielichtigen Agenturen verbrannt worden, als dass es sich SEO auf Dauer leisten kann, in der Pubertät zu verbleiben.

Ich bin der festen Überzeugung, dass eine Full-Service Agentur dieselben Dinge erledigen kann wie eine mehr oder weniger klassische Full-Service Marketingagentur. Sie kann dies aber vermutlich nicht mit demselben Personal der letzten zehn Jahre vollbringen. Man muss sich Gedanken darüber machen, wo die eigenen Stärken liegen und wie man diese verbessern kann. Entweder eben indem man die Maßnahmen, die man die letzten Jahre erfolgreich umgesetzt hat, an die gewachsenen, derzeitigen Qualitätsstandards anpasst oder indem man sich das passende Personal für diese immer komplexer werdenden Strukturen besorgt.

Womit wir auch wieder bei den beiden Ursprungstexten wären. Einfach mal über den Tellerrand blicken und das, was man sieht, kritisch hinterfragen.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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