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Sechs goldene Regeln zur Kommasetzung

In meinem Arbeitsalltag als Blogger lese ich viele Texte auf Webseiten, Blogs und allen anderen erdenklichen Internetportalen. Nicht selten kommt es dabei vor, dass mir der ein oder andere Kommafehler über den Weg läuft. Gerade bei gut besuchten Seiten und Blogs sollte dies natürlich tunlichst vermieden werden. Zwar wirkt ein fehlendes Komma hier oder dort sich nicht drastisch negativ auf die Suchmaschinenoptimierung und somit auch nicht auf Suchmaschinenplatzierungen aus, dennoch ist es für das gute Image des Autors oder für das Unternehmen, für das man tätig ist, unerlässlich, fehlerfreie Texte zu verfassen – und dazu gehört leider auch die Kommasetzung. Und wie so vieles andere in der deutschen Sprache auch, sind einige Vorschriften bei der Kommasetzung etwas kompliziert. Hier sind sechs Regeln, die Sie zukünftig vor groben Patzern beim Komma setzen bewahren.

§1 Teilsätze, Wortgruppen und Wörter, die gleichrangig sind, grenzt man mit einem Komma voneinander ab

Diese Regelung dürfte eigentlich weniger Probleme darstellen. Sie besagt, dass zwei aneinander gereihte Hauptsätze, wie

ebenso mit Kommata getrennt werden, wie gleichrangige Wortgruppen oder Wörter im Sinne einer Aufzählung:

§2 Bei gleichrangigen Teilsätzen, Wortgruppen oder Wörtern, die durch folgende Ausdrücke verbunden sind, wird kein Komma gesetzt

Dementsprechend wird also vor und und Co. in der Regel (es gibt natürlich Ausnahmen, aber dazu gleich mehr) kein Komma gesetzt. Möchte man die Gliederung des kompletten Satzes hervorheben, so darf – muss aber nicht – vor folgenden Ausdrücken ein Komma stehen.

Beim Satz

hebt das fakultative Komma die Gliederung, bzw. den Ablauf des Satzes noch einmal hervor, ist aber kein Muss. Das heißt, man kann vor und, oder und den anderen Ausdrücken fast immer auf ein Komma verzichten, es sei denn, der im folgenden Paragraph beschriebene Fall trifft ein.

§3 Durch ein Komma abgegrenzt werden Nebensätze, mit Kommata eingegrenzt werden eingeschobene Nebensätze

Nebensätze können zu Beginn, mitten im oder am Ende von einem Satzgefüge stehen. Je nachdem, welcher Fall eintrifft, wird dieser entsprechend mit Komma, bzw. Kommata gekennzeichnet.

Am Beginn vom Hauptsatz:

Inmitten des Hauptsatzes:

Am Ende des Hauptsatzes:

Beim zweiten Beispielsatz steht vor dem und ein Komma. Dieses Komma – und damit wären wir bei den eben erwähnten Ausnahmefällen – ist obligatorisch und darf nicht weggelassen werden, da es den eingeschobenen Nebensatz markiert.

§4 Sofern eine der folgenden Bedingungen eintrifft, wird vor Infinitivgruppen ein Komma gesetzt

Infinitiv = Grundform eines „Tu-Wortes“

  1. Wenn um, ohne, statt, anstatt, außer, als vor dieser steht.
  1. Wenn diese von einem Substantiv (= Hauptwort) oder einem Verweiswort abhängt.

In allen anderen Fällen, darf ein Komma gesetzt werden, um die Gliederung deutlich zu machen. Das ist aber kein Muss.

§5 Zusätze, Nachträge oder Einschübe werden mit einem Komma abgegrenzt, bzw. mit Kommata umschlossen

Die Regel bezieht sich auf (1) Parenthesen (=Einschübe), (2) Substantivgruppen als Nachträge, (3) Ort- und Zeitangaben ohne Präpositionen, (4) Erläuterungen, (5) angekündigte Wörter oder Wortgruppen, (6) Infinitivgruppen und (7) Partizip- sowie Adjektivgruppen.

  1. „Das Wetter, mindestens 30 Grad heiß, macht mir zu schaffen.“
  2. „Meine Kollegin, eine gute Sängerin, nimmt gerne an Karaoke Wettbewerben teil.“
  3. „Der Konferenz findet am Freitag, den 15. April statt.“
  4. „Ich bin krank, d.h. ich werde heute nicht zur Arbeit kommen.“
  5. „Er, der Arzt, weiß das besser.“
  6. Sie, ohne Angst zu zeigen, streichelte den Gorilla.“
  7. Er rannte, aus voller Kehle schreiend, vor der Spinne weg.

Es gibt auch Fälle, bei denen der Schreiber selber entscheiden darf, ob er etwas durch Kommata als Nachtrag oder Zusatz kennzeichnen möchte oder nicht. Das ist zum Beispiel der Fall bei Konstruktionen mit einer Präposition (=Verhältniswort). Hier darf selber entschieden werden, ob Kommata gesetzt werden:

Selbiges gilt bei Gefügen mit wie:

Und auch bei Infinitiv-, Partizip-, und Adjektivgruppen, die nicht in das Schema von §4 passen, ist das Setzen des Kommas dem Autor überlassen:

Ist man also unsicher, ob bei solchen Fällen ein Komma gesetzt werden muss oder nicht, ist man im Zweifelsfall immer auf der sicheren Seite, wenn man dies einfach tut.

§6 Durch ein Komma, bzw. Kommata gekennzeichnet werden Anreden, Ausrufe und Ausdrücke der Stellungnahme

Auch die letzte Regel, die ich hier aufführen möchte, bereitet eigentlich wenig Probleme. Das Komma nach Anreden kennt man schließlich aus E-Mail- oder Briefköpfen. Und nach Ausrufe wie Oh und Ach setzt man ebenso automatisch ein Komma, wie nach Ausdrücken der Stellungnahme: