Screaming Frog – Eine Einführung

Screaming Frog – Eine Einführung

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Screaming Frog SEO Spider Tool für Einsteiger

Nachdem der Artikel zur Logfile Analyse große Begeisterung bei denjenigen auslöste, die wie wir schon länger den „schreienden Frosch“ nutzen, möchte ich nun gerne die Einsteiger abholen und erklären, warum Screaming Frog selbst in der kostenlosen Version schon ein Tool ist, welches sich vor allem für kleinere Seiten lohnt.

Schließlich können bei der Free Version des Screaming Frog schon 500 Seiten gecrawlt und als .csv Datei heruntergeladen werden. Im Vergleich zur Bezahlversion, die u.a. uneingeschränktes Crawling ermöglicht (allerdings bei einer sechsstelligen URL-Anzahl arge Probleme bekommt), wirkt dies zwar überschaubar, kann aber bei vielen Domains schon einen Komplettüberblick ermöglichen.

Screaming Frog SEO Spider

Der Screaming Frog ist ein Crawler bzw. ein SEO Spider. Oben im Suchfeld lässt sich eine Domain eingeben, die anschließend vom Spider durchsucht und analysiert wird, wie man auf diesem Screenshot sehen kann:

Screaming Frog für Einsteiger

Der grün markierte Bereich zeigt bereits nach wenigen Sekunden die Auflistung aller URLs (Address) mit den gecrawlten Eigenschaften. Direkt sichtbar sind auf dem Bild zum Beispiel die URL, die Art des Contents, der zurückgegebene Status-Code der Seite, der aktuelle Status sowie der hinterlegte Title aus den Metadaten.

Klickt man nun innerhalb des Bereiches auf eine spezifische URL (blau hinterlegt) erscheint darunter die genauere URL Info. Hier werden die Überschriften H1 bis H3 ausgegeben, die Anzahl der Wörter auf der Seite sowie die Anzahl der In- und Outlinks.

Die rechte Seite gibt hingegen eine Übersicht über die anderen Informationen, die der Screaming Frog innerhalb weniger Sekunden aus der Domain herausgelesen hat. – Schön ansprechend dargestellt durch die einfachen Diagramme in der unteren rechten Ecke.

Seitenarchitektur prüfen

Spannend wird es, wenn man mit den gecrawlten Daten die Seitenarchitektur der eigenen Domain analysiert. So kann neben der Klicktiefe (Depth Stats, rechts unten) auch die Anzahl der dort befindlichen URLs geprüft werden (rechts mitte & oben).

Je linksbündiger das Diagramm erscheint, desto besser ist Ihre Seite optimiert. Laut Statistik sind alle Seiten im Internet durch maximal 19 Klicks verbunden und innerhalb einer Domain sollten alle URLs durch maximal sechs Klicks erreichbar sein. Ein Umstand, den ich mit meiner  Domain (www.seopt.de) anscheinend ganz gut umgesetzt habe.

Screaming Frog für Einsteiger Seitenarchitektur

Ebenso erhält man in dieser Einstellung auch direkt die Antwortzeiten (Response Codes) der Seiten. In der Regel heißt es, dass nahezu alle Besucher eine Seite wieder verlassen, wenn diese nach 2 Sekunden nicht geladen ist.

Schön finde ich in diesem Zusammenhang die Möglichkeit die Ansicht der URLs in einer Tree-Ansicht darzustellen. So kann man direkt auf einen Blick sehen, wo und wann es zu Problemen kommt. Sind es zum Beispiel bestimmte Klicktiefen, welche die Ladezeiten in die Höhe treiben oder bestimmte Verzeichnisse? Wenn ja, dann lässt sich hier schnell handeln. Sollten es hingegen „verstreute Seiten“ sein, auf denen es zu Problemen kommt, dann kann ein gezielter Blick auf die betreffenden Seiten oftmals eine Lösung herbeiführen. – Sind es Seiten auf denen vielleicht Bilder in einer zu hohen Auflösung hochgeladen wurden? Sind es alte Seiten, die technisch auf einem überholten Stand sind? Oder sind es vielleicht sogar vergessene Überbleibsel aus längst vergessenen Zeiten?
All dies lässt sich mit Hilfe des Screaming Frog sehr schnell herausfinden, so dass man Handeln oder sich entspannt zurücklehnen kann.

Die lieben Metadaten

Die Metadaten, bestehend aus Titel und Beschreibung sind so etwas wie der Evergreen im SEO-Bereich. Jeder kennt sie, jeder weiß, dass sie zu den absoluten Grundlagen gehören und in der Regel der erste Berührungspunkt mit einer Seite in den Suchergebnissen sind, aber dennoch werden sie stiefmütterlich behandelt.

Leider vollkommen zu unrecht. Denn mit aktuellen sowie sauber ausgefüllten Hinweisen in den Metadaten lassen sich User auf die eigenen Seiten locken und gleichzeitig positive Signale Richtung Google setzen. Die CTR, also die Click Through Rate, ist hier nur eine Metrik, die man mit den Metadaten grundlegend beeinflussen kann.

Screaming Frog für Einsteiger

Wie man auf dem Screenshot erkennen kann, zeigt sich auch hier in der Baum-Ansicht im linken Bereich, wie die Domain bzw. in diesem Fall der Blogbereich aufgebaut ist. Zudem kann man durch anklicken einer spezifischen URL im unteren Drittel ein SERP-Snippet anzeigen lassen. Somit kann man testen, wie eine Seite in den Suchergebnissen (SERPs) erscheinen würde.
Selbst Rich Snippets, wie Sternchenbewertungen oder eine Ansicht auf den unterschiedlichen Endgeräten lässt sich simulieren und testen.

Zudem kann man sich im rechten Bereich wieder durch den Seitenüberblick klicken und Diagramme generieren. In diesem Fall sieht man, dass die Seitentitel (Page Titles) zwar in der Länge variieren, es aber keine fehlenden oder doppelten Titel auf meinen Seiten gibt.

300 Wörter Text oder mehr?

Je schlechter eine SEO-Facebook Gruppe, desto öfter liest man Dinge wie: „300 Wörter SEO Text zum Thema Marmelade mit einer Keyworddichte von 15% gesucht“. Leider hält sich auch heutzutage noch das Gerücht, dass Google Seiten mit 300 Wörtern Inhalt bevorzugt behandelt und es reicht, wenn man seine Seiten mit diesen 300 Wort-Texten zuballert. Das hat wenig mit SEO und rein gar nichts zielführenden Inhalten zu tun, scheint aber leider auch in 2016 nicht aussterben zu wollen.

Screaming Frog für Einsteiger

Screaming Frog hilft auch hier und verschafft einen Überblick über die Anzahl der Worte pro Seite (gelbe Markierung). Wie man sieht, kommen wir hier im Blog meistens mit 300 Wörtern zu einem Fachthema nicht aus. – Bei uns im Blog ist eher das Fünf- bis Zehnfache nötig, um einen qualitativ guten Blogbeitrag zu schreiben.

Hinzu kommt das Bestreben, die Inhalte möglichst aktuell zu halten. Ein Umstand, bei dem Screaming Frog ebenfalls helfen kann. Durch die „Last Modified“-Spalte (grün) kann man sehen, wann Seiten bearbeitet wurden. Auch hiermit kann man veraltete Seiten erkennen, bei denen mit Sicherheit sowohl die Inhalte, als auch die Metadaten einmal auf Aktualität überprüft werden sollten.

Screaming Frog – Ein tolles Tool für Einsteiger und Fortgeschrittene

Was mit der Bezahlversion möglich ist, werden wir in Zukunft noch verraten. Aber auch in der kostenlosen Version ist der Screaming Frog schon ein sehr toller Crawler, der ständig weiterentwickelt wird und immer wieder mit faszinierenden Neuerungen aufwartet.

Für mich ist er auf jeden Fall eine Empfehlung an jeden, der sich näher mit SEO beschäftigen will und der sich einen groben Überblick über seine (kleine) Domain verschaffen möchte.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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1 Kommentar

Wie wird man ein SEO? 10 Punkte, die ein SEO können muss 1. August 2016 um 12:57

[…] Analytics, Google Search Console, Screaming Frog, Sistrix oder auch Excel sind nur wenige Tools, mit denen sich ein SEO auskennen sollte. […]

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