Planen ist sinnvoller als Nachbessern – Kriterien fürs Shopsystem

Planen ist sinnvoller als Nachbessern – Kriterien fürs Shopsystem

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Keine Ladenöffnungszeiten, keine Personalkosten und ein Einzugsbereich, von dem selbst weltbekannte Kaufhäuser in Metropolen nur träumen können. Der Onlinehandel boomt und immer mehr Unternehmer ziehen nach und bieten ihre Waren im virtuellen Shop an. So mancher Schnellschuss ist in den vergangenen Jahren allerdings nach hinten losgegangen. Heute überschlagen sich die Angebote für fertige Shopsysteme, die suggerieren, dass mit diesen Lösungen garantiert nichts mehr schief gehen kann. Doch Vorsicht! Gute Karten hat nur derjenige, der bei der Wahl der Software zwei Seiten gleichermaßen im Blick hat – die des Kunden und die des Verkäufers.

Wichtig Punkte aus Sicht des Verkäufers

Die Kosten
Auch wer hoch hinaus will, muss realistisch denken. Bis der Shop bekannt ist und sich ein fester Kundenstamm aufgebaut hat, wird der Gewinn in den meisten Fällen nicht allzu hoch sein. Das Shopsystem sollte locker ins Budget passen, sodass die Kosten für die Software nicht in den Minusbereich führen. Wer bereits Erfahrungswerte hat, der kann natürlich höher pokern. Was viele vergessen: Nicht jedes Shopsystem läuft auf jeder beliebigen Serverkonfiguration bzw. auf jedem Betriebssystem. Bevor man ins Detail geht, sollte man diesen Punkt zuerst abklären.

Der Umfang
Weder überdimensionierte, noch zu enge Shopsysteme sind sinnvoll. Wer klein anfängt, sollte darauf achten, dass Möglichkeiten zur Expansion gegeben sind. Bausteine, Erweiterungen und Updates sind wichtig, um den Shop später anpassen zu können, wenn es gut läuft. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass die bereits erarbeiteten individuellen Anpassungen des Shops auch bei einem Update bestehen bleiben, sonst muss man nach der Erweiterung wieder von Hand nachbessern. Auch besondere Anforderungen wie mehrsprachige Seiten oder eine ausgereifte Suchfunktion sollten – wenn gewünscht – von vornherein technisch möglich sein und korrekt umgesetzt werden.

Die Gestaltung
Es wirkt unprofessionell, wenn man dem Shop ansieht, dass er mit einer gängigen Vorlage erstellt worden ist. Dennoch kommt es für die meisten Kleinunternehmer finanziell nicht in Frage, einen Grafiker oder einen Webdesigner zu engagieren. Das Shopsystem sollte also so flexibel sein, dass kleine, individuelle Anpassungen der Vorlagen ohne Weiteres möglich sind. Mit Blick auf die Zukunft sollte man darauf achten, dass das Design bei Bedarf ausgetauscht werden kann, ohne dass sämtliche Artikel neu eingegeben und kategorisiert werden müssen.

Die Pflege
Zu Beginn ist ein Shop oft aufgeräumt und übersichtlich. Doch wie im Ladengeschäft kommen Produkte hinzu, andere fallen weg und wieder andere sind nicht vorrätig, können aber nachgeliefert werden. Die Pflege der Artikeldatenbanken ist beschwerlich, wenn jede kleine Änderung manuell auf den Einzelseiten eingetragen werden muss. Entweder sollte das Shopsystem eine entsprechende automatisierte Datenbank bieten, oder aber eine Schnittstelle haben, die mit bereits bestehenden Warenwirtschaftssystemen verbunden werden kann. In letzterem Fall muss im Vorfeld klar sein, dass die Shopsoftware und die bestehende Datenbank kompatibel sind.

Die Kundendaten
Die Kundendaten sind nicht nur für die Bestellabwicklung, die Kommunikation und für Zusatzangebote wie Newsletter wichtig, sondern geben in ihrer Gesamtheit Aufschluss über das Kaufverhalten, über besonders beliebte Produkte und den Erfolg von Sonderaktionen. Das Backoffice sollte genügend Module für die Auswertung beinhalten, damit das Angebot den Kundenwünschen angepasst werden kann. Die Verwaltung der Bestellungen und Zahlungseingänge sollte den Unternehmensvorgängen angepasst werden können.

Der Service
Der Umgang mit einer neuen Software ist mitunter schwierig und es treten garantiert Fragen auf, die nur der Fachmann beantworten kann. Hier wird jeder Anbieter versichern, dass er für Rückfragen zur Verfügung steht. Ob er dann tatsächlich bei Notfällen erreichbar ist, steht in den Sternen. Vor dem Kauf einer Software sollte man prüfen, ob es ein Support-Team oder eine Hotline gibt. Ein kleiner Test, ob wirklich jemand ans Telefon geht und man qualifizierte Antworten erhält, kann im Vorfeld nicht schaden.

Wichtige Punkte aus Sicht des Kunden

Design und Navigation
Der Besucher entscheidet innerhalb von Sekunden, ob er sich das Angebot eines Shops näher anschauen möchte oder ob er zurück zur Suchmaschine wechselt. Eine klar strukturierte Seite ohne große Experimente in Sachen Farbe, Schrift und Animationen wirkt generell seriöser als ein überfrachtetes, buntes Durcheinander. Auch bei der Struktur der Navigation sollte man auf die Gewohnheiten der User eingehen. Kreativität ist fehl am Platz, wenn sie bewirkt, dass man wichtige Steuerelemente erst mühsam suchen muss. Auch Hindernisse wie lästige Drop-Down Menüs, bei denen man haarfein mit der Maus balancieren muss, damit sie sich nicht wieder schließen, sind nicht von Vorteil. Die Artikel sollten nachvollziehbar in die einzelnen Kategorien eingeteilt sein. Bei einer großen Produktpalette ist eine gute Suchfunktion dringend zu empfehlen.

Informationen
Vertrauen ist die Voraussetzung dafür, dass ein Besucher zum Kunden wird. Niemand ist bereit, einer völlig anonymen Person oder einem undurchsichtigen Unternehmen Geld zu überweisen. Der Shopbetreiber sollte sich bei der Vorstellung des Unternehmens besondere Mühe geben. Wird kein Ansprechpartner genannt oder fehlt sogar ein Impressum, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass irgendjemand sich zum Kauf eines Artikels überreden lässt.
Auch haufenweise Superlative und aufdringliche Buttons, die das Blaue vom Himmel versprechen, wirken eher abschreckend. Besser sind klare Informationen ohne marktschreierischen Charakter. Bei den Produktbeschreibungen darf es dann wieder kreativ werden. Der Besucher sollte merken, dass man die Artikel gerne anbietet, weil man von ihrer Qualität überzeugt ist.
Selbstverständlichen gehören in jeden guten Onlineshop stilvolle Produktfotos und Detailansichten der Artikel. Besonders wichtig ist die Transparenz im Bezug auf den Preis. Mehrwertsteuerangaben, Versandkosten und verbindliche Infos zur Lieferzeit dürfen auf keinen Fall fehlen. Bestenfalls weist man auf den einzelnen Artikelseiten auf das Rückgaberecht und auf die Datensicherheit hin. Kein Onlineshop kommt ohne die verschlüsselte Übertragung der Kundendaten aus.

Die Bestellung
Hat der Kunde seinen Warenkorb gefüllt, muss er so viel Vertrauen haben, dass er die Bestellung auch abschickt. Alle wichtigen Infos sollten hier noch einmal übersichtlich zu sehen sein: Ausgewählte Artikel mit Miniaturbild, Anzahl, Einzelpreise, Mehrwertsteuer, Versandkosten, Gesamtbetrag, Lieferzeit, Rückgaberecht, Datensicherheit. Einzelne Artikel müssen aus dem Warenkorb wieder gelöscht werden können oder durch das Anklicken nochmals im Detail zu sehen sein.
Das letzte Hindernis sind die Bezahlmöglichkeiten. Nur wenige Kunden sind bereit, ihre Kreditkartendaten durchs Internet zu schicken. Auch die Vorabüberweisung ist keine ideale Lösung, da sie für den Kunden sehr umständlich ist. Der Versand per Nachnahme ist teuer und zudem ist die Voraussetzung, dass jemand daheim ist, um das Paket in Empfang zu nehmen. Es sollten immer auch einfache Alternativen angeboten werden. Wer an Erstkunden nicht auf Rechnung verschicken möchte, der sollte zumindest die Bezahlung über Paypal anbieten. Dank ebay verfügen mittlerweile viele über ein Paypal-Konto.
Hat der Kunde die Bestellung abgeschickt, sollte er unbedingt eine Auftragsbestätigung mit einer Zusammenfassung aller Daten und Informationen per E-Mail erhalten. Auch hier darf ein Ansprechpartner für Rückfragen nicht fehlen!

Unsere Tipps

Machen Sie sich eine Liste mit allen Merkmalen, die für Ihren Shop jetzt wichtig sind und perspektivisch wichtig sein könnte, und gehen Sie erst dann auf die Suche nach einem geeigneten Shopsystem. Lassen Sie sich von den Anbietern Referenzen zeigen, bei denen die erforderlichen Funktionen schon aktiv im Einsatz sind. Haben Sie einen Anbieter in die engere Wahl genommen, dann recherchieren Sie im Internet nach Kundenmeinungen und unabhängigen Tests. Renommierte Anbieter haben meist eigene Foren oder Blogs, in denen Fragen zu den Modulen und Funktionen beantwortet werden. Auch hier kann ein Blick aufschlussreich sein.

Ist das Shopsystem gefunden, sollten Sie sich noch vor der Umsetzung die ersten Gedanken zur Suchmaschinenoptimierung machen. Der Shop muss unter Umständen schnell gefunden werden, damit der Verkauf beginnen kann. Schaffen Sie also frühzeitig durch optimierte Texte, Grafiken und andere relevante Details die Voraussetzungen für ein gutes Ranking in den Suchmaschinen. Weitere Informationen und hilfreiche Tipps finden Sie auch im FORMLET eCommerce Forum für Shopbetreiber. Planen ist immer sinnvoller als Nachbessern!

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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