Möglichkeiten des Social Commerce für KMUs

Möglichkeiten des Social Commerce für KMUs

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Bei vielen größeren Firmen ist der Verkauf über soziale Netzwerke wie Facebook, Google+ und MySpace recht umstritten. Zwar hat fast jeder Shop einen Auftritt auf besagten Plattformen, aber lange nicht all bieten dort auch Produkte zum Kauf an.

fCommerce

Bislang haben es die Social Media Plattformen noch nicht geschafft sich nachhaltig auf dem eCommerce Markt zu positionieren. Zwar hat Facebook 900 Millionen potenzielle Kunden, aber nur ein Bruchteil von Ihnen hat schon einmal etwas über das Netzwerk gekauft oder plant es in der näheren Zukunft. Potenzial bietet dieser fCommerce dennoch. Gerade kleinere Firmen können von der puren Größe und der ubiquitären Verfügbarkeit der Plattform profitieren.

Im zweiten Quartal konnte der durchschnittliche Umsatz von 40.000 KMU-Firmen, welche direkt auf Facebook verkaufen um 38% gesteigert werden. Gegenwärtig erwirtschaften diese Firmen laut searchenginewatch 22% ihres gesamten eCommerce Umsatzes über Facebook.

Neueste Erkenntnisse

Verantwortlich hierfür können laut Meinung einiger Experten (u.a. vorgetragen auf dem Dmexco Panel „The Digital Transformation: Shaping Models – Creating Business“) ganz unterschiedliche Gründe sein. Zum einen fällt es kleineren Firmen leichter ein einheitliches Markenbild in den verschiedenen Vertriebskanälen zu vermitteln und zum anderen können sie durch flachere Hierarchien schneller und flexibler auf die sich ändernden Kundenerwartungen reagieren.

Kundenbedürfnisse

Besonders die sich momentan ändernden, modernen Kundenbedürfnisse sind bei großen Firmen oftmals ein Stolperstein auf dem Weg zur uneingeschränkten Social Media Akzeptanz. Während sie auf sozialen Netzwerken jung und hip daherkommen wollen findet sich auf den Homepages noch nicht einmal ein Ansprechpartner oder gar eine Telefonnummer für Kundenfragen. Servicewüste auf der einen Seite und der Wunsch nach direktem Dialog auf der anderen ist etwas was das Markenempfinden der User stört. In 73% der Fälle kam es sogar soweit, dass sie dem Unternehmen auf Facebook nicht mehr weiter folgten. Sie wünschen sich eine einheitliche Markenkommunikation und gleichbleibenden Service auf allen Kanälen. Wenn dies nicht gewährleistet wird, dann gehen sie eben woanders hin.

Der Global-Digitalmarketing-Chef von Nestlé, Pete Blackshaw, nannte auf dem Kölner-Panel die Schlagworte: Listening, Engaging und Inspiring als wichtige Eckpfeiler für den digitalen Erfolg. Dies gilt sowohl für ein Weltunternehmen wie Nestlé als auch das KMU in Sommerloch, Rheinland-Pfalz oder Ortrand, Brandenburg. Der Erfolg einer erfolgreichen Social Media Strategie liegt in einer crossmedialen Kommunikation und einer holistischen Denkweise.

Social Commerce vs. Social Marketing

Bei der Nutzung von Facebook als Shop sollte eine deutliche Begriffsunterscheidung von Social Commerce und Social Marketing erfolgen. Während mit letzterem eine größere Fanbasis verfolgt wird (mitsamt geteilter Inhalte, Likes und steigender Popularität), sollte der Social Commerce einzig auf den Ertrag ausgerichtet sein. Social Marketing ist hierbei das Werkzeug um das Endergebnis Social Commerce zu verändern. -Wenn Ihnen Ihre Erträge aus den sozialen Netzwerken nicht gefallen, zweifeln Sie nicht an Ihrer Social Commerce Strategie, sondern eher an Ihrer Marketing-Ausrichtung.

Zu offensichtliches Marketing oder zu viele postings pro Tag sind für jeden Zweiten Networker ein Grund Firmennachrichten zu sperren oder die Verbindung zu lösen. Das pure „liken“ einer Marke heisst schließlich noch nicht, dass es sich hierbei um potenzielle Kunden handelt. 69% der Facebook-User geben zu, dass sie einer Marke nur folgen, weil es jemand aus dem Freundeskreis tut. Außerdem gibt fast jeder zweite zu, dass er entweder kein Geld für die Markenprodukte hat oder nur an einem Kauf interessiert wäre, wenn es etwas umsonst oder zumindest verbilligt gäbe.

Der gläserne Nutzer

Die Option, dass man einer Marke zwar folgen kann, dies aber nicht für alle sichtbar ist sollten sich vor allem die Nischen-Shops überlegen. Mehr als 1/5 der User gibt zu, dass es Ihnen peinlich ist einer Marke aus bestimmten Unternehmensbereichen (Erwachsenenunterhaltung, Diätprodukte, Gesundheit/Wellness) zu folgen.

Interessant ist auch der Punkt, das 36% der Nutzer einer Marke nicht folgen, weil sie den Informationsfluss nicht umdrehen möchten. – Sie haben Angst vom Unternehmen kontaktiert zu werden und möchten daher nicht in Facebook mit der Marke in Kontakt treten.

Wichtige Vorbereitungen

Aber kommen wir zurück zum Facebook-Shop für KMU: denken Sie wie Ihre Kunden. Wie sieht ein Sales Funnel der User aus und wie kann man Facebook darauf abstimmen? Für welche Sonderevents sollte man Facebook nutzen und für wen ist der Facebookshop gedacht und wer nutzt ihn wirklich?

Effektivität

Die Wahl einer Shop-Applikation für Facebook sollte gut überdacht sein. Die bekannteste ist sicherlich payvment.com. Aber auch andere Anbieter wie fluid.com oder lunarmods.com sollten angesehen werden. Unterschiede liegen zumeist darin, dass der User entweder durch die App den gesamten Einkauf auf Facebook abwickeln kann oder auf die Shop-Webseite geleitet wird um dort den Einkauf zu beenden. Verträglich sind diese Lösungen meistens mit allen bekannten Webshops wie etwa Xtcommere, Magento und Oxid.

Neben der passenden App ist eine umfassende Sicherheitsstrategie notwendig. Gerade der deutsche User ist sehr um seine Privatsphäre und Surfsicherheit bemüht. – Dies sollte unbedingt bei den Planungen bedacht werden. Allein durch eine vom User subjektiv wahrgenommene Sicherheit können Sie Käufe generieren.

Exklusivität

Als kleines und mittleres Unternehmen sollte man von den flachen Strukturen im Unternehmen profitieren. Erhöhen Sie das Interesse an Ihren Produkten indem mit einem knappen Angebot oder Exklusivität geworben wird: „Jetzt die ersten 100 Produkte der Marke XY zum Einkaufspreis auf Facebook“ oder „Neu eingetroffen! Greifen Sie jetzt zu und sein Sie der erste, der XY erwirbt“.

Hierdurch werden User direkt angesprochen und gleichzeitig wird der just-in-time Charakter der sozialen Netzwerke hervorgehoben. Posten Sie Produkte einfach zuerst auf Facebook und bauen Sie sie erst anschließend in den Online-Shop ein. Lassen Sie das Social Media Marketing Ihrer Fans anlaufen bevor Sie das Produkt überhaupt offiziell anbieten. Gutschriften und Prozente für geteilte Käufe oder die schnellsten Käufer sind ebenfalls eine guter Kaufanreiz in sozialen Netzwerken.

Lokalität

Nutzen Sie lokale oder regionale Verbindungen um Ihre Glaubwürdigkeit zu steigern. Loben Sie vielleicht sogar einmal die Arbeit eines Konkurrenten. – Sorgen Sie für ein gute Außendarstellung und zeigen Sie ihren Kunden warum es sich lohnt bei Ihnen zu kaufen. Entdecken Sie Gemeinsamkeiten und bauen Beziehungen zu Ihren Kunden auf, die sie von unpersönlicheren, größeren Ketten abhebt.

Aktualität

Fcommerce kann nicht einfach mit denselben Schritten angegangen werden wie typischer eCommerce. Social Commerce befindet sich noch in einem sehr jungen Entwicklungsstadium und auch wenn es mit der Entwicklung bislang nur langsam voranging scheint es langsam aber sicher auf einen Scheitelpunkt zuzugehen. Gerade durch die zunehmende Nutzung von mobilen Endgeräten (der spotify Marketingchef Jeff Levick meinte auf dem Dmexco Panel, dass er vom Verschwinden der privaten Desktopcomputer in den nächsten 12 Monaten ausgeht), steigt die Attraktivität einer Social Media Commerce Lösung.

Steigender Smartphonebesitz, eine „Standleitung“ zu Facebook oder Google+ über eine App und die leichtere Nutzung von mobilen Bezahlmöglichkeiten wird auf diesem Gebiet noch für einigen Wirbel sorgen.

Quellen

ecommercebytes.com/cab/abn/y12/m09/i26/s04
searchenginewatch.com/article/2197585/Facebook-Store-Revenue-Among-SMBSs-Increases-38
practicalecommerce.com/articles/3745-5-Keys-to-Social-Commerce-Success

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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