Mit Infografiken Geld verbrennen in 30 Tagen

Mit Infografiken Geld verbrennen in 30 Tagen

Keinen Artikel mehr verpassen: Jetzt Newsletter abonnieren!

In den letzten Tagen habe ich wieder jede Menge interessante Dinge gelesen, die anscheinend in der SEO- und Marketing-/Medien-Branche so passieren. Und da ich gerne informiere, trage ich die besten Geschichten der letzten Tage doch einmal zusammen.

Besonders erheiternd fand ich zwei Geschichten, die gegenwärtig in den sozialen Netzwerken herumgeistern und die für den Laien vermutlich einiges an Panik verursachten. Aber dafür gibt es ja ernstzunehmende SEO-Agenturen, die versuchen eventuelle Missverständnisse auszuräumen. Also versuche ich dies doch einfach.

Löschen Sie sofort alle Blogs

Kein Witz, die Meldung gab es wirklich die letzten Tage. Sowohl auf Englisch als auch (sehr) frei (automatisch) übersetzt auf Deutsch. In beiden Fällen empfehlen die Autoren direkt umgehend alle Blogs im Internet zu löschen, um einer kommenden Bestrafung von Google zu entgehen. Je nachdem, wie vertraut man nun mit dem Internet im Allgemeinen und dem Thema SEO im Speziellen ist, fängt man nun an, diese Meldungen zu hinterfragen (oder bis zum Ende zu lesen) oder man handelt vorschnell und führt die Anweisung tatsächlich aus. – Erstere Lösung wäre in diesem Fall aber vermutlich die bessere gewesen. Aber beginnen wir doch nochmal am Anfang der Geschichte.

Abgesehen davon, dass die Ursprungsnachricht auf einer Seite auftaucht, in der der Autor eine Fiskars in der Hand hält, würden mich die Cartoons im Header vielleicht etwas stutzig machen. Ich meine, natürlich wird jeder Blogbeitrag mit einem Zitat der Simpsons aufgewertet, aber Handpuppen?

Kommen wir aber wieder zum Text. Laut Aussagen im Beitrag handelt es sich um einen noch unveröffentlichten Beitrag auf einer namhaften Seite mit einem ebenfalls sehr bekannten SEO. Matt Cutts, der sich generell gerne äußert, hat angeblich auch etwas gesagt, das die gewagte These stützt, dass man alle Blogs doch besser gestern abgestellt hätte. Schließlich sind sie an allem Schuld, was Google versucht auszumerzen:

Dem kann man zwar vielleicht in abgeschwächter Form beim Lesen zustimmen, aber dann gleich alles abschalten?! Na ja, eine Möglichkeit bleibt ansonsten noch: alle Blogs auf „noindex, nofollow“ setzen. Damit würde eine Strafe umgangen werden.

Eine Handhabe, die ich nebenbei gestern durch Zufall in drei Blogs entdecken konnte. Dazu aber im zweiten Teil dieses Berichtes mehr.

Bleiben wir doch etwas beim Blog abstellen. Wer sich bislang noch nicht von dem axtschwingenden Autoren bzw. auf der deutschen Seite vom fehlenden Impressum hat ablenken lassen und immer noch aufmerksam versucht herauszufinden, ob nun Abstellen oder „noindex, nofollow“ die bessere Alternative ist, sollte sich vor allem eins Fragen: IGWNMF?

Für alle, die den Link nun geklickt haben: Jein, Google ist wirklich noch mein Freund (als Blogger). Natürlich ist die Meldung komplett ausgedacht und in keinster Weise belegbar. Deutlich unter anderem an dem Link am Ende des Textes. – Zur Google Suche: „Was ist Satire?“.

Die Blogger sind also (noch etwas) sicher vor den Machtspielen Googles und brauchen ihre Blogs nicht abzumelden oder auf „nofollow, noindex“ zu stellen. – Oder doch? 😉

Wie verbrenne ich Geld in 30 Tagen

Es geht schließlich noch weiter. Das Thema noindex ist nämlich seit einigen Tagen wieder in aller Munde und somit natürlich auch Thema eines (echten) Videos von Matt Cutts.

Diesmal geht es darum, ob man Infografiken auf „nofollow“ stellen sollte oder nicht. Laut dieses Artikels auf SEOBook sollte man es natürlich sofort machen. – Wenn man schon immer einmal Geld verbrennen wollte. Mmmmh. OK. Schauen wir vielleicht doch genauer hin, was man uns damit sagen will. Im Gegensatz zur „Buchverbrennungsmessage“ bei den ersten beiden Blogs geht es hier in die technischen Bereiche der Suchmaschinenoptimierung. Also beschäftigen wir uns genauer mit dem Thema.

Im Artikel wird gesagt, dass die Erstellung einer Infografik 2.000 Dollar und mehr kosten kann und dass es für gewöhnlich eine von zehn Infografiken schafft, die Ansprüche zu erfüllen, die an sie gestellt werden. Nämlich Links und Verweise auf die eigenen Seiten zu bekommen und somit Aufmerksamkeit zu generieren. Wie anstrengend und langwierig so ein Weg sein kann, weiß sicherlich jeder, der jemals in seinem Leben eine Inforgrafik erstellt hat. Man steckt sein eigenes Herzblut in die Erstellung, hat Personal- und Arbeitskosten, benötigt vermutlich noch externe Dienstleister und entweder macht es am Ende „puff“ und die Wirkung ist schneller verflogen als man das Teil hochladen konnte oder man ist Martin Mißfeldt und man hat mir etwas über Google Glass beigebracht.

Natürlich weiß ich nicht, wie lange die Erstellung der Grafiken gedauert hat, aber ich bin mir fast sicher, dass er eine der Aussagen im Text von SeoBook auch erleben durfte:

SEOBook_Zitat

Sprich: Wenn größere Seiten die Infografik übernehmen, ist die Wahrscheinlichkeit immer noch größer, dass sie vor dem Urheber der Grafiken platziert sind, weil Google große Seiten bevorteilt. In Verbindung mit einem „nofollow“, also der Anweisung dem Backlink zur Ursprungsgrafik nicht zu folgen, wäre die öffentlichkeitswirksame Maßnahme mit einem Mal verpufft.

Warum macht Google also den Vorschlag, Infografiken per“nofollow“ zu verlinken? Nun ja, laut Text vielleicht, weil (ebenfalls frei übersetzt) „Viele Schwachmaten der SEO Industrie Google alles glauben und Anweisungen sowie Tipps blind folgen und der Meinung sind, dass man Matt Cutts niemals hinterfragen sollte“. Durchaus ein Zitat, dem ich einiges an Wahrheit abringen kann. Vor allem, wenn man den (durchwachsenen Artikel) der iBusiness zum Thema „schlechte SEO Agenturen“ gelesen hat. Auch wenn viele Aussagen in dem Bericht meiner Meinung nach mit Vorsicht genossen werden sollten, sind die „Lieblings-Floskeln der miesen SEOs“ schon eine nette Zusammenstellung von Aussagen, die auch aktuelle Kunden von uns über ehemalige SEO-Dienstleister zu berichten haben.

Aber gut. Bleiben wir doch noch etwas bei dem Fachwissen, das man als (hoffentlich) guter SEO besitzen sollte, und dem Grund, warum ich mich köstlich über den Blogbeitrag bei SeoBook amüsiert habe: die Infografik.

 

SeoBook Infografik

Quelle

Wer sich also seine Daten mit irrelevantem Traffic versauen und in möglichst kurzer Zeit etwa 90% seiner Ausgaben verlieren will, sollte schnellstens alle Infografiken mit dem Hinweis versehen, dass doch bitte nicht oder nur per „nofollow“ auf die eigene und teuer erstelle Grafik verwiesen werden sollte. Herrlich.

Und dabei sind wir dann auch schon fast am Ende meines Beitrags angelangt. Ich hoffe, dass deutlich geworden ist, dass ein wenig kritisches Hinterfragen nicht schaden kann. Schon gar nicht in einer Branche, die so vielseitig und nahezu unüberschaubar ist wie das Internetmarketing in all seinen Formen und Farben. Wer sich nicht verbrennen will, sollte sich informieren und die ernsthaften von den vielleicht nicht ganz ernstgemeinten Beiträgen und Tipps trennen. Ansonsten könnten die Handlungen weitreichende Folgen haben.

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

Bleibe auf dem Laufenden und erhalte neue Beiträge und Insights von SEOPT per E-Mail, kostenlos!

Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

Weitere Artikel von Helen Schrader. Helen Schrader auf Google+. Helen Schrader auf Twitter.

Ähnliche Beiträge

SEO für Fotografen

Der große Guide: SEO für Fotografen

SEO Für Fotografen Für Fotografen war es nie einfacher als heute ihre Bilder einer großen Zielgruppe zu präsentieren, mit der Fotografie einen Nebenverdienst zu erzielen […]


Keine Kommentare vorhanden

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*

Abonnieren Sie unseren kostenlosen E-Mail Newsletter ANMELDEN