Marktlücke: Anti-SEOs zur Einhaltung der Google Richtlinien?

Marktlücke: Anti-SEOs zur Einhaltung der Google Richtlinien?

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Wie allgemein bekannt, ist eine hohe Anzahl eingehender Links für eine Seite ein großer Pluspunkt beim Ranking. Der Gedanke dahinter: Wenn viele Webseiten auf ein bestimmtes Angebot verweisen, dann muss dieses Angebot gut und interessant sein. Stark vereinfacht ausgedrückt, natürlich! Google verweist in den Richtlinien jedoch deutlich darauf, dass vor diesem Hintergrund bezahlte Links nicht erwünscht sind und ruft sogar dazu auf, bezahlte Links sofort zu melden. Streng genommen müssten Webmaster für Werbemaßnahmen im Netz ab sofort Anti-SEOs einstellen, um nicht aus Versehen gegen diese Regel zu verstoßen.

Beispiel: Ein Dienstleister hat eine neue Website mit guten Inhalten und seriösem Auftritt erstellt. Der Webmaster trägt die Seite zunächst in kostenpflichtige Branchenverzeichnisse ein, die dank redaktioneller Betreuung und Mitgliedsbeitrag von hoher Qualität sind. Jeder kostenpflichtige Eintrag erlaubt einen Link zur Webseite. Um bekannt zu werden, startet der Webmaster eine Aktion, in der er den Kunden einen Preisnachlass gewährt, wenn sie einen Link zu seiner Website setzen. In einem weiteren Schritt spendet er an Organisationen, um sich auf deren Seiten mit Unternehmensprofil und Link präsentieren zu dürfen. Er lässt durch einen Texter Fachartikel schreiben – natürlich gegen Bezahlung – die in themenverwandten Fachmagazinen im Internet veröffentlich werden, um sich als Experte zu positionieren. Außerdem handelt er mit anderen Webseiten günstige Preise für Textanzeigen aus, die einen Link zum neuen Angebot beinhalten.

Alles Maßnahmen, die unter die gebräuchliche Rubrik „Werbung und Öffentlichkeitsarbeit“ fallen. Jeder dieser gesammelten Links dient selbstverständlich mit Blick auf die Suchmaschinenoptimierung auch dem Linkaufbau und jeder dieser Links ist direkt oder indirekt bezahlt. Streng genommen müssten all diese durchaus seriösen Werbemaßnahmen Google gemeldet werden, zumindest wenn sie nicht mit einem NoFollow Attribut belegt sind, denn in den Richtlinien heißt es:

Zu Werbezwecken gekaufte Links sollten als solche ausgewiesen werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel:

Das wiederum bedeutet, dass jeder Webmaster sozusagen einen Anti-SEO-Profi engagieren muss, der die – für Laien durchaus schwierige – Prozedur der Suchmaschinen-Ent-Optimierung übernehmen muss, denn „nofollow“ und „robots.txt“ dürften für den Laien absolut unbekannte Begriffe sein.

Selbstverständlich will sich Google mit der Richtlinie gegen den klassischen Linkkauf wehren. Das Beispiel zeigt jedoch, dass die Richtlinie in vielen Fällen absurd ist. Der unbedarfte Webmaster ohne SEO-Kenntnisse produziert viele „gekaufte Links“ ohne NoFollow-Attribut, die streng genommen zu einer schlechteren Platzierung führen könnten. Im schlimmsten Fall wird der vermeintliche Linkkauf bei Google gemeldet und die Seite wird ganz aus dem Index entfernt.

Selbst wenn tatsächlich allein der Linkaufbau der Hintergrund für Maßnahmen ist, fehlt oftmals der tiefere Sinn der Richtlinie. Gehen wir einmal davon aus, dass eine neue Website gute, interessante Inhalte bietet und daher ein hohes Ranking nach Google-Richtlinien verdient hat. Eine neue Website erhält nicht von Beginn an unzählige freiwillige Links- nicht einmal, wenn sie ein überragend interessantes und gutes Angebot in Form von Produkten oder Informationen bereithält. Wie denn auch? Erst muss die Website bekannt sein, damit überhaupt jemand hinfindet. Dafür braucht man eine hohe Platzierung. Dafür wiederum braucht man eingehende Links und schon beißt sich die Katze in den Schwanz.

Fazit: Nicht jeder bezahlte Link hat den Hintergrund, Google zu täuschen und Seiten mit dürftigem Inhalt an die Spitze zu bringen. Die Richtlinie verfolgt zwar ein vernünftiges Ziel, schießt aber – streng umgesetzt – oftmals daneben und ist für Laien kaum umsetzbar.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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