Manuelle Maßnahmen wegen Webspam werden sichtbar

Manuelle Maßnahmen wegen Webspam werden sichtbar

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Wie gestern in einer Mitteilung veröffentlicht, zeigt Google nun in den Webmaster-Tools an, wenn es zu einer manuellen Maßnahme auf der Website gekommen ist. Ab sofort kann daher zweifelsfrei gesagt werden, ob es sich bei Rankingverlusten um eine manuelle Maßnahme seitens Google handelt oder „nur“ um eine algorithmische. Zu finden gibt es die Meldung bei den Webmaster-Tools unter der Kategorie „Suchanfragen“. Bei einem Klick öffnet sich das Drop-down Menü und der Reiter „Manuelle Maßnahmen“ wird sichtbar.

Webmaster-Tools_Manuelle_Maßnahmen

Der Hinweis kommt ergänzend zu der E-Mail, die Google in solchen Situationen verschickt. Aus eigener Erfahrung mit unseren Kunden konnten wir aber immer wieder feststellen, dass viele nie so recht wussten, ob es eine E-Mail bezüglich einer manuellen Maßnahme gab oder eben nicht. Zum einen ist oftmals nicht ganz klar, wer eine solche E-Mail erhalten würde und zum anderen scheint den Websitebetreibern die Signifikanz dieser E-Mail nicht ganz deutlich zu sein. Hinzu kommt in vielen Fällen noch die Unwissenheit bei der Unterscheidung von manueller und algorithmischer Maßnahme. Beide Dinge werden von „Nicht-SEOs“ oftmals synonym verwendet und verwässern daher die Bedeutung der manuellen Maßnahme gegen eine Website. Denn während algorithmische Veränderungen schon durch Zurücksetzen des Algorithmus nichtig gemacht werden können, bedarf es bei einer manuellen Maßnahme immer auch einer manuellen Aufhebung der Maßnahme. Weshalb der Abbau manueller Google Bestrafungen weitaus langwieriger und schwieriger ist als das Beheben von Problemen nach einer algorithmischen Maßnahme.

Manuelle Maßnahmen und Hinweise

Die Google Webmaster-Tools weisen die manuellen Maßnahmen nun in zwei verschiedenen Schwierigkeitsgraden auf:

Möglichkeiten_Manuelle_Abstrafungen

Je nachdem, ob man sich etwas zu Schulden hat kommen lassen – Google selbst sagt schließlich, dass weniger als 2% aller Domains manuell aus dem Index entfernt werden – oder nicht, wird alternativ angezeigt, dass man eine saubere Seite hat.

keine_Manuellen_MaßnahmenSobald man diese Meldung bei einem Blick in die Webmaster-Tools erhält, weiß man schon einmal, dass schlechte Platzierungen nicht auf eine manuelle Maßnahme in Folge der vielen Penguin Updates zurückzuführen sind.

Sollte es zu ganzen oder teilweisen Übereinstimmungen gekommen sein, gibt Google nun den genauen Grund für die manuellen Handlungen. Diese können von „schlechtem Content“ über „versteckte Texte und Keyword stuffing“ bis hin zu „unnatürliche Links“-Warnungen jeglicher Art (manipulative Links, Linkkauf, Linktausch) reichen.

Zwei_Manuelle_Maßnahmen

 Partielle Maßnahmen gegen eine Seite

Betroffene_URLsBei teilweisen Übereinstimmungen zeigt Google nun (teilweise) die Seiten an, bei denen es zu einer Handlung seitens der Qualitätswächter gekommen ist. Außerdem wird auch hier aufgelistet, welche Gründe erfüllt waren, damit es zu der manuellen Handlung kam.

Allerdings hat Google die Anzahl der URLs auf 1.000 Meldungen pro Fehler begrenzt. – Man will sich schließlich nicht gänzlich in die Karten schauen lassen. Wenn also tatsächlich jemand Hinweise in einer hohen Betrifft_eingehende_Linksdreistelligen Größenordnung entdecken sollte, ist Vorsicht geboten. Wobei meine persönliche Meinung in diesem Fall auch wäre, das Internetgeschäft gänzlich in andere Hände zu geben. Laut Google Aussagen sollte diese Zahl von Seiten allerdings nur bei den ganz großen Playern im Internet erreicht werden können (YouTube zum Beispiel). Dies erscheint mir aber auch mehr als unwahrscheinlich.

Teilweise_Abstrafung_wegen_LinksBei allen Formen der manuellen Maßnahmen verweist Google in den Hinweisen auf „Weitere Informationen“ in den Webmaster-Antworten, die sich mit der jeweiligen Definition der Maßnahme beschäftigen. So sollten sich alle Webmaster mit einem Hinweis auf unnatürliche Links noch einmal mit dieser Seite über die Auswirkungen von unnatürlichen Links beschäftigen oder sich das eingebettete Video aufmerksam ansehen.

Bei den Hinweisen zum Linktausch und Linkkauf sollten zum einen nochmals die Richtlinien für Webmaster aufmerksam durchgelesen werden, die man an dieser Stelle findet, oder man hört auch hier noch einmal Matt Cutts zu und nutzt die Hinweise, um den Abbau der manuellen Abstrafung voranzubringen.

Sehr interessant finde ich das Ausrufezeichen in der linken Bildhälfte. Meiner Meinung nach, wird hier deutlich, dass Google die Maßnahmen selbst noch einmal gewichtet. Während die obere Meldung eher kleinere Fehler der Webmaster angeht, bezieht sich der Linkkauf auf eine schwerwiegendere Art der manuellen Bestrafung. Bestrafung vor allem, weil hier eben NICHT explizit erwähnt wird, dass es „nicht gegen das Ranking der Website als Ganzes“ gerichtet ist. Stattdessen steht dort, dass die unnatürlichen Links „möglicherweise auf den Kauf von Links, die PageRank weitergeben“, zurückzuführen sind. Daher wird hier suggeriert, dass durch diese Links massiv versucht wurde, das Ranking künstlich zu verbessern. Die Auswertung einiger Seiten, die wir momentan beim Abbau der manuellen Bestrafungen durch Google betreuen, bestärkt mich daher in dem Verdacht, dass es bei einer solchen Maßnahme „mit Ausrufezeichen“ tatsächlich zu massiven Rankingverlusten in den Suchmaschinen und einer wirklichen Abstrafung durch Google kommt. Daher sollte bei dem Abbau dieser Meldungen deutlich darauf geachtet werden, um welche Art der manuellen Maßnahme es sich handelt.

Denn auch bei den anderen Arten von Maßnahmen sollte man sich nochmals genau mit den jeweiligen Spam-Definitionen beschäftigen. Sei es nun der User-generierte Spam, vor dem anscheinend auch ein Matt Cutts nicht sicher sein kann, oder eben der schlechte Inhalt auf den eigenen Seiten. Daher entstehen auch gerade zu jeder der etwa ein Dutzend Maßnahmen unter dem „Weitere Informationen“ Button neue Seiten mit Hilfestellungen von Google.

Matt_Cutts_User_genereated_Spam

Interessant ist der dezente rote Button unter den Hinweisen, mit dem man eine Überprüfung der Seite nochmals beantragen kann. Mit einem Klick auf das rote Feld öffnet sich ein Pop-up Fenster, in dem man genau angeben kann, was man gegen die Probleme unternommen hat. Abschließend muss man noch ein Häkchen setzen, dass man persönlich bestätigt, dass die Website nun nicht (mehr) gegen die Webmaster Richtlinien verstößt.

Überprüfung_beantragen

Damit die ganzen überflüssig gestellten Wiederaufnahmeanträge eingedämmt werden – man soll einen so genannten Reconsideration Request ja nur stellen, WENN es zu einer manuellen Maßnahme gegen die Website gekommen ist – wird direkt auf das „Manuelle Maßnahmen“ Feld in den Webmaster-Tools weitergeleitet.

Manuelle_Maßnahmen_prüfen

Sobald man auf „manuelle Maßnahmen prüfen“ drückt, erscheint einer der oben bereits dargestellten Hinweise mit ganzseitigen, partiellen oder keinerlei Maßnahmen. Vermutlich ein Versuch von Google, die vorschnell und überflüssig gestellten Reconsideration Requests einzudämmen.

Mehr Informationen gleich mehr Qualität?

Google wird kommunikativer. Das kann man nach Einsicht der manuellen Maßnahmen durchaus sagen. Die Kommunikation mit den Webmastern soll auf diese Art verbessert werden. Immerhin erhalten die Webmaster, die sich etwas zu Schulden haben kommen lassen, Informationen, wie sich diese nun wieder rückgängig machen lassen. Auf diese Weise sollte Google die Möglichkeit haben, den eigenen Suchgraphen aktuell und vor allem qualitativ hoch zu halten. Dadurch, dass Webmaster auf ihre Versäumnisse direkt aufmerksam gemacht werden, sollte zumindest mittel- bis langfristig die Hoffnung bestehen, dass die immer gleichen Fehler nicht mehr wiederholt werden. Andererseits ist es auch heute schon bekannt, dass massiver Linkaufbau zu einer manuellen Abstrafung führen kann. Genauso sollte jedem SEO und Webmaster bewusst sein, dass Footer- Links und Verlinkungen von thematisch fremden und unpassenden Seiten genauso schadhaft sein können. – Daran halten tun sich aber eben nach wie vor nicht alle Webmaster und SEOs. So lange mit diesen Maßnahmen in der „Grauzone“ noch schnelle Erfolge generiert werden können, bleibt eigentlich nur abzuwarten, wann es den nächsten „erwischt“.

Andererseits finde ich es interessant, dass Google nun von selbst die Informationen bereit stellt, die eigentlich jeder kennen sollte, der sich mit einer Website beschäftigt. Ausreden werden also wegfallen, wenn eine Seite abgestraft wird und „blaue Briefe“ gehen nun garantiert auch nicht mehr in der Post verloren.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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2 Kommentare

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Anonymous 1. Oktober 2014 um 12:53

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