Krankheitsgezwitscher – Was hat Social Media mit der Cholera zu tun?

Krankheitsgezwitscher – Was hat Social Media mit der Cholera zu tun?

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Suchmaschinenoptimierung und Gesundheitsmedizin haben vermutlich mehr miteinander gemeinsam als Sie und ich auf den ersten Blick vermuten. Das Stichwort Health 2.0 lässt aber schon die Richtung erkennen auf die sich der folgende Artikel konzentriert.

Social Media Netzwerke und Kurznachrichtendienste wie Twitter (genauer gesagt alles aus dem Web 2.0 Bereich) dienen in erster Linie dem Austausch von Statusmeldungen und allgemeinen Stimmungen. Sind die Benutzer gerade schlecht gelaunt, müde, feiern oder im Stau. Alles wird bereitwillig einer mehr oder weniger interessierten Leserschaft mitgeteilt. – Und eben dieses Mitteilungsbedürfnis macht sich die Gesundheitsindustrie auch immer mehr zu Nutze.

Egal ob es das Telemedizin System Motiva, ein Gesundheitsprojekt der Stadt Friedrichshafen und der Deutschen Telekom, oder das Projekt Health 2.0 der Universität Hannover ist. – Das Zauberwort heisst effektive Interaktion. Während sich das erste Projekt als mobile Visite hauptsächlich auf die Übermittlung von Herzwerten und chronische Krankheiten konzentriert, wertet M-Eco direkt die Daten der Internetnutzer direkt aus. Mittels ausgesuchter Schlüsselbegriffe soll das „Frühwarnsystem“ den Ausbruch von Krankheiten bzw. Epidemien auf den in Echtzeit agierenden Social Media Kanälen aufspüren.

Hinter diesem Projekt steht die Idee, dass die meisten User mittlerweile Symptome und Krankheiten erst einmal im Netz suchen anstatt direkt zum Arzt zu gehen. Und selbst wenn sie beim Arzt waren, dauert die Auswertung der Untersuchung wieder einige Wochen, wohingegen die Forscher und Mediziner in Realzeit die gesuchten Begrifflichkeiten auswerten können. Hierdurch ergibt sich ein bedeutender Zeitvorsprung, der im Idealfall dazu führt, dass der Ausbruch von Infektionskrankheiten schneller erkannt werden kann und es früher möglich wird Gegenmaßnahmen zu treffen.

Selbst räumliche Rückschlüsse sind durch diese Datenauswertung (Data Mining) möglich. Das online-Programm Health Map stellt aktuelle Twitter-Begriffe (Trends) in Bezug zur Lokalität der User. Wenn bei Nachrichten „grippale“ Wörter wie: Erkältung, laufende Nase, Husten, Bronchen, Infekt, Virus, Nase zu, Schnupfen und und und bei Twitter, Facebook oder Google+ veröffentlicht werden, dann erstellen Seiten wie Crowdbreaks oder Health Map ein regionales Muster und können auf diese Weise Epidemien weitaus früher erkennen als die offline Welt. – Im Falle der Cholera-Epidemie 2010 in Haiti war die Auswertung der lokalen Datenmengen fast identisch zur realen Ausbreitungsgeschwindigkeit und den Ansteckungszahlen. Nur konnte man die Daten von Health Map bereits zwei Wochen vor der Veröffentlichung der offiziellen Zahlen im Internet begutachten.

Die Akkuranz der Daten die allein aus Suchmaschinen generiert werden ist ebenso beachtlich wie die der Social Media Kanäle. Die folgende Abbildung zeigt einen Abgleich der Google-Schätzungen zu grippalen Suchbegriffen (blau) mit den realen Grippefällen (gelb) in Deutschland:

Die Ergebnisse, die mit den genannten Projekten bereits erzielt werden konnten zeigen wie sich das Informationsverhalten der Menschen durch Social Media und das Internet verändert hat und was sich mit einer konsequenten, interdisziplinären Datenauswertung alles untersuchen lässt. Und wer weiss, vielleicht können die Einzelnen Bereiche ja auch noch etwas voneinander lernen. Am Ende sind Suchmaschinenoptimierung und die Krebsforschung vermutlich ähnlicher als man denkt.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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