Warum Heading-Tags kein Rankingfaktor mehr sind und Sie ihnen trotzdem Ihre volle Aufmerksamkeit schenken sollten?

Wie man Überschriften richtig verwendet: SEO Best Practice

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Heading-Tags

Die Überschriften eines Textes spielen nicht nur für Autoren, sondern auch für SEOs eine herausragende Rolle. In der Auszeichnungssprache HTML gibt es eigene Tags, mit denen sie gekennzeichnet und hierarchisiert werden. Auf das Ranking haben Heading-Tags kaum noch unmittelbaren Einfluss. Warum sie im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung dennoch nicht vernachlässigt werden sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Die Überschrift entscheidet darüber, ob ein Leser sich näher mit einem Inhalt befasst oder nicht. Das gilt in Zeitungen und Zeitschriften genauso wie im World Wide Web. Letzteres besteht aus HTML-Dokumenten, die von Webbrowsern dargestellt werden. HTML-Tags – stets in spitzen Klammern notiert – sind Anweisungen, mit denen die Dokumente strukturiert werden. Sie sagen dem Browser, wie er den Content (Text, Bilder, etc.) darstellen soll.

Heading-Tags strukturieren Content aller Art

Für Überschriften gibt es den sogenannten Heading-Tag. Genau genommen sind es sechs verschiedene Tags: H1 bis H6. Die Hauptüberschrift, die angibt worum es auf der Seite geht, wird als H1 notiert. H2 bis H6 dienen dazu, den Artikel zu organisieren. Mit steigender Ziffer nimmt ihre Bedeutung ab. Das heißt, die H2-Überschriften sind nach der H1 die wichtigsten, gefolgt von H3 und so weiter. Wobei in der Praxis normalerweise H1 bis H3 ausreichen.

Theoretisch muss ein HTML-Dokument kein einziges Überschriften-Tag enthalten. Die Gestaltung erfolgt ohnehin unabhängig vom Tag über die CSS-Anweisung. Die Verwendung von Heading-Tags dient vielmehr der Architektur des Inhalts. Mit ihnen wird er strukturell gegliedert.

Merke: Heading-Tags dienen der Strukturierung und nicht dem Design

Ein häufiger Fehler von Webmastern ist es, die Heading-Tags nicht zweckmäßig zu verwenden. Der Grund: Die Hierarchisierung der verschiedenen Überschriften wird durch Gestaltungsanweisungen auch optisch sichtbar. So wird die H1-Überschrift durch vordefinierte Standardanweisungen in der Regel prägnanter (größer, fetter, etc.) dargestellt als eine ihr untergeordnete H2-Überschrift. Das führt nicht selten dazu, dass Laien den Heading-Tag nach visuellen Gesichtspunkten auswählen („H1 ist mir zu groß, H2 sieht besser aus“). Dabei kann das Aussehen der korrekt gekennzeichneten Überschriften individuell über Cascading Style Sheets (CSS) gesteuert werden. Ob eine H1 größer oder kleiner als eine H2 dargestellt wird, spielt für die Suchmaschinenoptimierung keinerlei Rolle.

Strukturierte Inhalte haben Vorteile für Nutzer und Suchmaschinen

Gut strukturierter Inhalt ist sowohl für die Konsumenten als auch für die Suchmaschinen von Vorteil. Die Zwischenüberschriften dienen den Lesern als Anker in einer Textwand, die den Text deutlich lesbarer machen. Während die H1 das Thema pointiert beschreiben und dabei möglichst viel Aufmerksamkeit wecken muss, sollten die Zwischenüberschriften dem Leser eine möglichst präzise Vorstellung davon geben, was ihm in den nachfolgenden Absätzen erwartet.

Nicht nur die User können gut strukturierte Inhalte leichter und schneller erfassen, sondern auch die Suchmaschinen. Während menschliche Leser die Überschriften an ihrer Formatierung erkennen, werden sie von Google und Co. anhand des Tags identifiziert. Heading-Tags ermöglichen es dem Crawler, die Überschriften problemlos zu erfassen und im weiteren Schritt die Thematik der Seite zu verstehen.

Heading-Tags sind kein direkter Rankingfaktor

Für das Ranking in den Suchergebnissen spielen die Überschriften-Tags nur noch eine indirekte Rolle. Vor allem in den vergangenen Jahren haben Google-Verantwortliche ihre Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung relativiert.

Auch wenn Heading-Tags im Rahmen der On-Page-Optimierung heute oft noch immer als Rankingfaktor bezeichnet werden, ist daran nüchtern betrachtet schon lange nichts mehr dran. Googles semantische Suche ist mittlerweile einfach so gut, dass die Suchmaschine auf Keywords in den Überschriften schlicht nicht mehr angewiesen ist.

John Müller, Webmaster Trends Analyst bei Google, sprach in einem Webmaster Hangout vor wenigen Tage sogar davon, dass Überschriften von SEOs überbewertet werden:

„I think in general, headings are a bit overrated in the sense that it’s very easy to […] get pulled into lots of theoretical discussions on what the optimal headings should be.“

John Müller im Webmaster Hangout vom 27.12.2019

Was nicht heißt, das Google Überschriften ignoriert. Ganz im Gegenteil. Sie helfen der Suchmaschine zu verstehen, worum es auf der Seite geht:

„We do use headings when it comes to search. But we use them to better understand the content on the pages.“

John Müller im Webmaster Hangout vom 27.12.2019

In den Heading-Tags – insbesondere im H1 – Keywords zu nutzen, ist zu einer gängigen SEO-Praxis geworden und für viele Webmaster und SEOs deshalb noch immer obligatorisch. Der einstige Nutzen ist jedoch nur noch Gewohnheit, so wie es lange Zeit das Ausfüllen das Keyword-Tags im HTML-Header war.

John Müller rät stattdessen, den Fokus auf die Vermittlung des inhaltlichen Kontextes zu legen, um es dem Algorithmus einfacher zu machen, die Relevanz der Website für bestimmte Suchanfragen zu bestimmen:

„But rather, what we use these headings for is well we have this big chunk of text or we have this big image and there’s a heading above that, therefore maybe this heading applies to this chunk of text or to this image.

So it’s not so much like there are five keywords in these headings, therefore this page will rank for these keywords but more, here’s some more information about that piece of text or about that image on that page.

And that helps us to better understand how to kind of frame that piece of text, how to frame the images that you have within those blocks. And with that it’s a lot easier to find […] the right queries that lead us to these pages.“

John Müller im Webmaster Hangout vom 27.12.2019

6 Tipps für die Nutzung von Heading-Tags

Die folgenden sechs Tipps fassen zusammen, wie Sie Heading-Tag gekonnt einsetzen und warum ihre Berücksichtigung in der Suchmaschinenoptimierung noch immer Sinn ergibt.

1. Nutzen Sie Heading-Tags zur Strukturierung

Wäre Ihre Website ein Buch, stände der Titel im H1-Tag. Die H2-Tags wären die einzelnen Buchkapitel. Die Tags von H3 bis H6 dienen als Untertitel für Unterthemen, wie sie in jedem Sachbuch vorkommen. Listet man diese Überschriften untereinander auf, bekommt man das Inhaltsverzeichnis des Buches und somit einen perfekten Überblick über seinen Inhalt. Genau dem gleichen Zweck dienen die Überschriften auf Ihrer Website!

Das ist übrigens exakt die Vorgehensweise, der die meisten Inhaltsverzeichnis-Plugins für WordPress folgen. Sie erstellen aus den mit Tags gekennzeichneten Überschriften auf einer Seite ein hierarchisch gegliedertes Inhaltsverzeichnis, mit dem die Leser direkt zu der Stelle springen können, die für sie relevant ist.

2. Verbessern Sie die Usability Ihres Contents

Trennen Sie sich von der veralteten Vorstellung, dass ein paar Keywords in der Überschrift das Ranking positiv beeinflussen. Heading-Tags dienen heute der Gliederung von Content. Zusammen mit Absätzen sorgen sie für aufgelockerte Artikel, die gern gelesen werden. Ein Text ohne Überschriften ist eine Bleiwüste, die seine Betrachter vergrault.

Wenn Sie mit Heading-Tags arbeiten, verbessern Sie die Lesbarkeit Ihres Contents für Mensch und Maschine. Sie verbessern die Usability Ihrer Website, was fast zwangsläufig zu besseren Nutzersignalen führt. So steigen in der Regel die Verweildauer und die Scrolltiefe. Außerdem werden übersichtliche Artikel öfter geteilt und verlinkt. Somit sind Heading-Tags zumindest indirekte Rankingfaktoren, weil sie andere Faktoren begünstigen.

3. Machen Sie Ihren Content scannbar

Es ist eine der bitteren Pillen, die Sie als Webmaster zu schlucken haben: Ihr mühsam erstellter Content wird nur von den wenigsten Besuchern gelesen:

Die Gründe dafür sind vielfältig. Das beginnt bereits damit, dass wir auf Bildschirmen 25 Prozent langsamer lesen als auf Papier. Außerdem gibt es auf einer Website viel mehr Ablenkung als in einem Buch oder in einer Zeitung. Hinzu kommt das vielfältige Informationsangebot. Findet der Leser nicht binnen Sekunden, was er sucht, ist er eher gewillt zu den Suchergebnissen zurückzukehren (hohe Absprungrate), als sich intensiv mit dem Artikel auseinanderzusetzen. Getreu dem Motto: Irgendwer macht’s schon besser.

An dieser Einstellung können Sie nichts ändern. Aber Sie können Ihren Content mit Heading-Tags scannable aufbereiten (Scannable Content). In einem gut strukturierten Artikel finden Ihre Besucher zügig die Stelle, wo ihre Frage beantwortet oder ihr Problem gelöst wird.

4. Formulieren Sie Ihre Überschriften interessant

Ihre Heading-Tags ermöglichen das Scannen Ihres Contents. Aber im Idealfall scannt der Leser nicht den gesamten Text, sondern bleibt irgendwo hängen, weil die Überschrift sein Interesse geweckt hat. Versuchen Sie im Tag deshalb nicht nur sachlich und nüchtern das Thema des folgenden Abschnitts zu beschreiben, sondern gleichzeitig die Leseraufmerksamkeit zu wecken.

Besonders wichtig ist die Formulierung der H1, denn sie entscheidet darüber, ob sich ein Nutzer überhaupt mit dem restlichen Content befasst oder nicht. Gelingt es Ihnen die Besucher unter anderem mit interessanten Überschriften die ersten 30 Sekunden auf der Seite zu halten, steigt die Chance deutlich, dass sie dort noch mehr Zeit verbringen. Je mehr sie sich mit Ihrem Content befassen, desto höher die Chance auf eine Conversion.

5. Optimieren Sie auf Featured Snippets

Featured Snippets sind hervorgehobene Suchergebnisse, die in den Suchergebnissen oft ganz oben und visuell auffällig präsentiert werden. Es gibt verschiedene Arten, zum Beispiel Text-, Listen- und Tabellen-Snippets. Sie liefern direkt in den Suchergebnissen prägnante Antworten auf relativ einfach zu beantwortende Fragen.

Google will seine Nutzer damit länger auf dem eigenen Portal halten, statt sie gleich zur Website weiterzureichen. Viele Nutzer rufen die Seite gar nicht mehr auf, weil Ihnen die knappe Information genügt. Gleichzeitig hat die Website im Featured Snippet natürlich größere Chancen aufgerufen zu werden, als der Rest. Vorausgesetzt das Informationsbedürfnis ist größer als das, was das Featured Snippet hergibt.

Der Trend, dass Google Informationen direkt in den Suchergebnissen ausspielt, wird in Zukunft durch Fraggles und Co. weiter zunehmen. Sie sollten Ihre Heading-Tags deshalb dazu nutzen, auf Featured Snippets zu optimieren, um langfristig gut platziert zu werden. Denn eins ist klar: Wir können wenig dagegen tun, dass Google unsere Inhalte in der Suche ausspielt. Wir müssen uns damit arrangieren. Je früher, desto besser!

Hier kommen wieder die Keywords ins Spiel. Indem Sie den Heading-Tag auf Longtail Keywords optimieren und im Absatz darunter direkt und prägnant – nach Möglichkeit in ein bis maximal zwei Sätzen – die Antwort liefern, steigt Ihre Chancen für ein Text-Snippets deutlich. Listen-Snippets werden von Google häufig ebenfalls aus Heading-Tags zusammengestellt. Nutzen Sie bei Listicles also ebenso die Überschriften-Tags, so wie wir es in diesem Listenabschnitt des Artikels tun.

6. Verwenden Sie Heading-Tags konsistent

Um gleich mit einem weiteren Mythos aufzuräumen: Ihr HTML-Dokument darf so viele H1-Tags haben, wie sie möchten. Das ist nicht nur technisch problemlos möglich, sondern interessiert auch Google nicht sonderlich, wie John Müller auf Twitter und in einem Video bestätigte.

Es ist trotzdem empfehlenswert den H1-Tag nur einmal zu verwenden, weil das einfach guter Stil ist und einer gewissen Logik folgt. In die H1 gehört der Titel, DIE Headline. Alles andere wird in den folgenden Hierarchiestufen geregelt.

Eine konsistente Verwendung aller Heading-Tags fördert die Usability. Setzen Sie H1, H2, H3 und so weiter auf allen Unterseiten gleich ein und lassen Sie keine Hierarchiestufe aus. Achten Sie darauf, dass die Überschriften nicht zu lang werden. Es gibt zwar keine definitive Begrenzung, aber als Faustregel können 70 Zeichen dienen.

Tipp: Mit diversen Tools wie Screaming Frog können Sie überprüfen, ob eine Seite über Heading-Tags verfügt und wenn ja, über welche.

Fazit: Heading-Tags sind aktueller denn je

Auch wenn der Keyword-Zwang längst weggefallen ist, bleibt es ein Spagatakt, einerseits semantisch wertvolle und gleichzeitig aufmerksamkeitswirksame (Zwischen-)Überschriften zu formulieren.

Angesichts von Featured Snippets, Voice Search, Fraggles und Co., ist die korrekte Auszeichnung von Überschriften nach wie vor wichtig. Sie hilft Google zu verstehen, worum es auf Ihrer Seite geht. Und das ist schließlich elementar, wenn Sie ein gutes Ranking haben möchten.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und bewege mich seit mittlerweile 15 Jahren in der Online-Branche. Im digitalen Marketing, insbesondere im Bereich der Suchmaschinenoptimierung, fühle ich mich besonders zuhause. Meine Leidenschaft für SEO möchte ich gerne mit anderen teilen, die sich für das Thema interessieren. Ich weiß, wie schwierig es für (Klein-)Unternehmer sein kann, im digitalen Dschungel den Durchblick zu behalten. Deshalb teile ich mein SEO-Wissen im Blog und auch auf meinen anderen Kanälen kostenlos. Außerdem gebe ich meinem Newsletter regelmäßig Hands-on-Tipps, die ich in dieser Form sonst nirgendwo anders veröffentliche. Lassen Sie sich diese Chance auf exklusive Inhalte nicht entgehen und melden sich für meinen SEOLetter an! Sollten Sie dennoch Schwierigkeiten bei der Umsetzung von SEO für Ihr Projekt haben, schreiben Sie mich einfach und wir schauen gemeinsam, wie ich Ihnen helfen kann.

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