Gute Inhalte aus sprachwissenschaftlicher Sicht

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Eigentlich habe ich vorgehabt, in den kommenden Wochen hier im Blog als Tooltesterin zu fungieren und einige digitale Werkzeuge vorzustellen, die besonders im Bezug auf die Texterstellung Abhilfe leisten. Nachdem ich vor einigen Tagen das Wortliga Textanalyse Tool untersucht habe, ist mir bisher keines mehr über den Weg gelaufen, über das es sich zu schreiben lohnt. Also habe ich mich daheim vor mein prall gefülltes Bücherregal gestellt und geschaut, ob ich hier nicht fündig werde. Schließlich hatte ich in meiner Zeit als Studentin der Sprachwissenschaft unter anderem auch mit der Analyse von Texten zu tun. Und warum sollte man nicht einmal auf altmodische Werkzeuge zurückgreifen, wenn es darum geht, einen Text zu verfassen? Während ich also meine Bücher durchforstete, stieß ich auf die Konversationsmaxime von Grice.

Den wenigsten werden diese Maxime ein Begriff sein. Denn bei den Konversationsmaximen handelt es sich um ein Modell aus der Pragmatik, ein Bereich der Linguistik, der grob gesagt den Gebrauch der Sprache untersucht. Eigentlich für Gespräche entwickelt lässt sich dieses Modell meiner Meinung nach auch auf Texte anwenden.

Wie lassen sich diese Maxime auf meinen Text übertragen?

Qualität, Quantität, Relation und Modalität sind dabei nicht nur im Bereich eines mündlichen Diskurs relevant. Auch Texte sollten – wenn sie denn Mehrwert für den Leser bieten – im Bezug auf diese vier Punkte gewisse Kriterien erfüllen. Inwiefern Sie als Autor Ihren Text prüfen können, soll im Folgenden erläutert werden.

Qualität oder kein guter Content ohne Recherche

Ein guter Text sollte die Maxime der Qualität erfüllen. Das heißt, dass der Autor von der Wahrheit der Textaussage überzeugt sein muss. Texte dienen dazu, dem Leser Informationen zu bieten. Wenn diese Informationen nicht der Wahrheit entsprechen, handelt es sich schlicht weg um einen schlechten Text. Dementsprechend sollte man entweder nur über Themen schreiben, von denen man im Voraus Ahnung hat oder man recherchiert ausreichend, um den Wahrheitsgehalt des Textes zu gewährleisten.

Quantität oder guter Content ist informativ

Mehrwert bedeutet, dass dem Leser Informationen anschaulich dargelegt werden. Gerade wenn es sich um komplexe Themengebiete handelt, sollte nicht mit Erklärungen gegeizt werden. Auch Infografiken und Bilder können zu einem besseren Textverständnis verhelfen. Dabei sollte sich an eine klare Informationsstruktur gehalten werden. Abschweifungen sind zu vermeiden. Gute Texte „erschießen“ den Leser nicht mit Informationen, sondern liefern ihm prägnante Auskünfte.

Relation oder guter Content passt zur Seite

Wenn Sie Ihre Seite mit Inhalten bestücken, müssen diese auch zu der Thematik passen. Das heißt konkret, dass in einem Blog von einem Online-Shop für Schuhe Tipps zur Gartengestaltung fehl am Platz wären. In diesem Fall ist es angemessener, Blogtexte und auch Texte eines eventuellen Ratgeberbereichs passend zum Thema Mode, Lifestyle und Trends zu verfassen.

Modalität oder guter Content ist eindeutig

Gute Texte sind eindeutig verfasst und vermeiden Unklarheiten. Ein gutes Beispiel an dieser Stelle ist die Verwendung von Ironie. Es gibt sicher Situationen, in denen Ironie auflockernd und erheiternd wirkt. Gerade aber beim Verfassen von Texten ist die Verwendung von Ironie nicht unbedingt empfehlenswert. Warum? Das lässt sich ziemlich leicht erklären.

Die Sache mir der Ironie

KommunikationDenn nur 7% unserer Kommunikation geschehen verbal. 38% machen paraverbale Mittel wie Tonfall und Intonation also Satzmelodie aus. Die restlichen 55% geschehen über Mimik und Gestik. Wenn wir bei einem Gespräch Ironie benutzen, machen wir dies durch unsere Mimik und unseren Tonfall bemerkbar. Bei der Texterstellung fehlen diese Informationskanäle. Es gibt kein Satzzeichen, das Ironie andeutet. Aus diesem Grund sollte man lediglich auf einen ironischen Schreibstil zurückgreifen, wenn der Kontext eindeutig ist.

Betrachtet man beispielsweise den Satz „Heute ist wirklich tolles Wetter.“ würde man diesem ohne eindeutigen Kontext die Information entnehmen, dass das Wetter schön ist. Nur wenn man die Mimik und den Tonfall des Äußernden sowie das tatsächliche Wetter vor Augen hat, kann man eventuell verwendete Ironie richtig deuten.Ironie

Um zu überprüfen, ob ein Text effektiv formuliert ist oder nicht, bedarf es also nicht immer technischer Finessen. Manchmal helfen eben auch simple Modelle und trockene Theorien dabei, guten Content zu erstellen. Denn wenn Ihr Text allen vier Maximen gerecht wird und natürlich grammatisch korrekt ist, sind Sie schon auf dem richtigen Weg zu gutem Content.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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