Googles personalisierte Suchergebnisse: User haben Vorbehalte

Googles personalisierte Suchergebnisse: User haben Vorbehalte

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Im Januar haben wir über die Vor- und Nachteile von Googles neuen Service „Search, plus your World“ berichtet, der in Zukunft die Suchergebnisse durch personalisierte Daten wie Posts, Fotos und Profile aus dem sozialen Netzwerk Google+ ergänzt und so für jeden Nutzer ganz individuell zusammengestellte SERPs erzeugt.

Bisher ist „Search, plus your World“ nur über Google.com verfügbar, d.h. Nutzer müssen zur englischsprachigen Version der Suchmaschine wechseln, um den Dienst zu testen.

User bevorzugen nicht-personalisierte Suchergebnisse

Auch wenn die personalisierte Suche noch ganz neu ist, haben die Nutzer schon eine Meinung dazu – und die fällt eher negativ aus. Dies ist zumindest das Ergebnis einer Umfrage von AYTM, bei der 400 Internetnutzer aus den USA befragt wurden.

Von den befragten Personen nutzen 81,3 Prozent Google zumindest gelegentlich (38,3 Prozent nutzen Google für jede Suchanfrage). Eine andere Suchmaschine wählen 17,3 Prozent und nur 1,5 Prozent nutzen gar keine Suchmaschinen. Auch wenn die Repräsentativität der Umfrage nicht klar ist, sollte doch eine große Zahl an Nutzern die Einführung der personalisierten Suchergebnisse zu spüren bekommen. Auf die Frage, ob ihnen die Idee gefällt, personalisierte Suchergebnisse basierend auf früheren Suchen und Infos aus sozialen Netzwerken zu erhalten, antworteten 45,4 Prozent der Teilnehmer, dass jeder Nutzer die gleichen Suchergebnisse für ein Keyword erhalten sollte. Weitere 39,1 Prozent finden den Gedanken zwar grundsätzlich nicht schlecht, haben aber Bedenken, wie es dann um ihre Privatsphäre bestellt ist. Nur 15,5 Prozent finden eine personalisierte Suche uneingeschränkt gut.

Die Umfrage zeigt, dass die Nutzer Wert darauf legen, dass sie eine objektive Suche durchführen können, die nicht schon von vorherigen Suchanfragen oder den Angaben von Freunden bezüglich ihrer Interessen und Vorlieben beeinflusst ist. Auch könnte vielen nicht klar sein, dass private Beiträge und Fotos aus Google+ nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind, wenn man sie selbst bei einer personalisierten Suche angezeigt bekommt. Grundsätzlich scheinen die Nutzer Google derzeit wenig Vertrauen entgegenzubringen, wie eine weitere Umfrage von AYTM zeigt: Dort gaben 57 Prozent der Befragten (ebenfalls 400 Internetnutzer aus den USA) an, dass sie es als Verletzung ihrer Privatsphäre ansehen, wenn Google Nutzerdaten über die Suchmaschine, Google Mail oder YouTube sammelt und weiterverwertet.

Personalisierte Suche macht Google+ nicht attraktiver

Von Interesse ist auch, wie viele Nutzer überhaupt Zugriff auf die personalisierte Suche haben. Die Umfrage ergab, dass nur 19,3 Prozent Google+ wirklich nutzen. Immerhin 20,3 Prozent haben zwar einen eigenen Account, nutzen diesen aber gar nicht wirklich. Besonders groß ist mit rund 60 Prozent die Zahl der Nutzer, die entweder keinen Account haben (40,9 Prozent) oder nicht einmal wissen, was Google+ ist (19,5 Prozent) – diese Nutzer werden mangels eines Account gar keine personalisierten Suchergebnisse mit sozialen Inhalten angezeigt bekommen, da Google ausschließlich auf seinem eigenen Netzwerk Inhalte verwerdet; Facebook, Twitter und andere kleinere, national bekannte Netzwerke bleiben außen vor. Derzeit scheint Google mit seinem sozialen Netzwerk auch nicht damit punkten zu können, dass man bei einer Anmeldung personalisierte Suchergebnisse bekommt: Nur 7,5 Prozent würden sich dafür bei Google+ anmelden, wohingegen 44,4 Prozent sich deswegen nicht und 48,4 Prozent eventuell anmelden würden.

Auch zukünftig ohne Personalisierung suchen

Die deutschen Nutzer werden sich bald ihr eigenes Bild von „Search, plus your World“ machen können. Falls Sie zukünftig auch weiter Suchanfragen eingeben möchten, ohne dass Ihr Google+ Account mit einbezogen wird, haben Sie drei Möglichkeiten:

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Inhaber von SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Privat beschäftige ich mich intensiv mit meiner Familie, dem Laufsport und dem funktionellen Training.

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