Googles Kriterien bei der Qualitätsbewertung

Googles Kriterien bei der Qualitätsbewertung

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Gestern (bzw. heute Nacht) haben wir auf unserer Facebook-Seite einen Link zu der „Wie Suche funktioniert“ Seite von Google geteilt. In der Grafik verdeutlicht Google leicht verständlich und ohne viele Worte, wie die Suche innerhalb der Suchmaschine funktioniert. Eigentlich ganz einfach möchte man meinen, aber dennoch machen es ja aus SEO-Sicht so viele Nutzer falsch, dass ich zum einen, einen krisensicheren Job habe und mir zum anderen selbst am Wochenende nicht die Informationen für (hoffentlich) gute und interessante Texte ausgehen.

Die „Wie funktioniert Google“ Offenbarung gibt es nämlich in mehreren Teilen. Und was mir gestern um Mitternacht dann doch zu spät für einen Artikel war, wird daher nun prompt nachgereicht. Im Folgenden beschäftige ich mich daher mit den drei wichtigsten Neuerungen, welche die Internetwelt seit gestern verarbeiten kann. Zumindest die SEO-Firmen, die nun (wegen unnatürlicher Maßnahmen) unnatürlich stark ins Schwitzen kommen sollten und die SEO-Agenturen, die schon seit längerer Zeit an einem holistischen Anspruch arbeiten. – Wie wir eben.

Manuelle Bestrafungen von Google

Das Google bei Bedarf manuelle Bestrafungen gegen auffällige Websites ausspricht und diese aus den Suchergebnissen verbannt, sollte jedem, der irgendwie im oder mit dem Internet arbeitet klar sein. Schlechter, auffälliger bzw. unnatürlicher Linkaufbau gehört ebenso dazu wie „schwachsinnige“ Texte, schlechte Inhalte und katastrophale Seitenstrukturen. Sie glauben das Ihrer SEO-Agentur nicht, wenn diese davon spricht? Nun ja, hier haben Sie es weiß auf grau, dass Google da so denkt wie Ihre SEO-Agentur.

In der nächsten Grafik wird die Verlaufskurve manueller Bestrafungen durch Google dargestellt. Und siehe da, seit August 2004 (dem Beginn des Kurvenverlaufes) lassen sich doch einige Veränderungen erkennen. So ist die beliebte Maßnahme der „geparkten“ Domains mittlerweile kaum noch eine manuelle Handlung wert. Nachdem dies der Haupttreiber war, ist es heute nahezu verschwunden bei den händischen Bestrafungen. Dafür sind andere Bereiche in den Vordergrund gerückt:

Grafik 2

Spam auf Seiten oder von Seiten wird mit einer exorbitanten Härte durch die Hand von Google bestraft. Aber auch die anderen, Haupt-SEO-Schrauben wie der Linkaufbau und das Linkprofil (die beiden grünen Kurven) haben in den manuellen Bestrafungen dazugewonnen. – Fast soviel, wie die Bestrafungen für schlechten Content, also schlechte Inhalte (rosa).

Spätestens nun sollte also dem Leser deutlich werden, dass ein einseitiger SEO-Ansatz nicht (mehr) zum Erfolg führen kann. Zumal es auch noch verstärkt Bestrafungen wegen „User-generated Spams“, was meiner Einschätzung nach sowohl in die Bereiche Linkmanagement und Content Marketing fällt und wegen Versteckter Inhalte bzw. des berühmt berüchtigten Keyword Stuffings gibt. – Nebenbei eine Maßnahme, mit der eine dann doch recht unseriöse SEO-Firma letztens versucht hat einen Kunden abzuwerben. Es scheint sie also noch zu geben, die Amateur-Funker unter den SEOs, die abgesehen vom unlauteren Wettbewerb auch noch mit solchen, veralteten Frankenstein-Methoden arbeiten.

Aber gut, mit etwas gesundem Menschenverstand sollte es ja jedem möglich sein, sich für den richtigen Linkbroker oder der Full-Service SEO-Agentur zu entscheiden. Man muss ja nur wissen, wie lange man von der Arbeit profitieren möchte. Und bevor nun aufgeführt wird, dass die Kurven für die reinen Spam-Inhalte ja wesentlich höher liegen als alle anderen Kurven, dem möchte ich noch an die Hand geben, dass allein die Schritte der Y-Achse (also der Senkrechten) pro Strich 150.000 Abmahnungen bedeuten. Die Wahrscheinlichkeit einer Abmahnung kann nun jeder selbst für sich ausrechnen.

Automatische Abstrafungen

Nicht in der obigen Kurve enthalten sind außerdem die automatischen Bestrafungen von Seiten durch Google. Seit dem Panda-Update im Jahr 2011, mit dem schlechte Inhalte und „thin Content“ bestraft wurden und dem ein Jahr späteren Pinguin Update (gegen unnatürliche Links), haben nämlich auch diese eklatant zugenommen. Hierbei bekommt man keine blauen Briefe wie in der Schulzeit, sondern die Seiten verlieren einfach von einem zum anderen Tag an Sichtbarkeit und werden für unlautere Methoden durch Google in den Suchtreffern – durch Herabsetzung – bestraft.

Warum man weiß, dass es auch bei diesen Abstrafungen eine Zunahme gegeben hat, wollen Sie nun wissen? Nun ja, sagen wir einfach, die Anzahl derer, die gerne wieder aufgenommen werde möchten in die Suchergebnisse (Reconsideration Request) ist ein wenig angestiegen:

searchengineland RR

Anhand dieser Grafik lässt sich leicht ersehen, dass die Anfrage der einsichtigen Schuldner eindeutig in die Höhe geschnellt ist, seitdem es die Updates im Google-Zoo gab. Statt 500 bis 1.000 Domains, die nun vor Google die Hosen runterlassen und zu Kreuze kriechen, gibt es im Jahre 2012 zwischen 3.000 und 10.000 Domains, die von einer automatischen Bestrafung betroffen sind und nun wieder in den Suchergebnissen unterkommen wollen.

Der Peak im Oktober 2010 ist nebenbei auch auf ein Google-Update zurückzuführen. – In der Woche zwischen dem 25. Und 31. Oktober gab es nämlich ein Upgrade des Benachrichtigungs-Systems von Google.

Interessant finde ich bei all den Bestrafungsdaten und Diagrammen, dass es zwar die Daten zu den Bestrafungen gibt, Google aber nicht verrät, wie viele dieser Reconsideration Requests angenommen werden bzw. Erfolg haben. Sicherlich ein Hinweis dafür, dass man es erst gar nicht so weit kommen lassen sollte.

Die Qualitätsmaßstäbe von Google

Aber gut, ich habe ja eingangs von drei Punkten gesprochen und der wichtigste ist hier sicherlich der interessanteste für die fachkundigen Leser und für die weniger fortgeschrittene SEOs.

Es ist nämlich gestern wieder ein Exzerpt aus den Google Guidelines veröffentlicht (geleaked) worden. In diesem Dokument stehen die Richtlinien für Googles (menschliche) Qualitätskontrolleure.
Sicherlich ist es etwas vermessen davon zu reden, dass die Qualitätsrichtlinien veröffentlicht wurden, da es sich lediglich um 43 Seiten eines drei Mal so langen Dokumentes handelt, aber immerhin.

Während das vollständige Dokument im Juni 2012 schon einmal wesentlich leiser im Internet kursierte, gibt es nun die 43-Seiten Fassung für jeden zum Einsehen. Und für einen ersten Qualitätsvergleich mit den eigenen Seiten sollten diese 43-Seiten der Qualitätsrichtlinien von Google ja erst einmal ausreichen.

Beginnen wir doch direkt mit dem größten Streitpunkt: der Qualität. Je nachdem wen man fragt, bekommt man zum Thema Inhaltsqualität ja durchaus unterschiedliche Meinungen. Doch Google stellt eigentlich unmissverständlich klar, was gute Inhalte sind:

Quality Guidelines

Wenn man sich nun noch anschaut, wie die Bewertung stattfindet, wird eigentlich deutlich, dass jede Seite, jeder Shop und jedes Unternehmen vielleicht einmal seine Texte und seinen Content überdenken sollte. Schließlich wird, noch bevor nach Links geschaut wird der Content untersucht. Und zwar nach folgenden Kriterien:

Wie sind minderwertige Inhalte definiert?

Welche Dinge einige Menschen mit der deutschen Sprache anstellen können, vermag man sich als Normalsterblicher gar nicht auszudenken. Leider begegnet er uns (und anscheinend den Leuten von Google) aber viel zu häufig. Daher wird er nun zum Wohle aller immer stärker bestraft und in den Rankings herabgesetzt.

Als Inhalte der niedersten Stufe werden zum Beispiel Inhalte bewertet, die es schaffen die simpelsten Sachverhalte in ungeahnte Längen zu ziehen und dabei eine einfache Sprache benutzen:

Google Qualität

Dieses Beispiel zeigt so ziemlich jeden Text auf, den man auf einer Content Tauschbörse bekommt: schlechtes sprachliches Niveau, identische Länge und die Wortgewandheit  einer Grußkarte. In jedem Falle etwas, dass Sie nicht auf Ihren Seiten haben sollten, wenn es sich um Seiten handelt, mit denen Sie Geld verdienen wollen. Immerhin waren diese Content Farmen, oder zu geringen Preisen erstellte Texte das Hauptziel von Googles Panda-Änderung des Algorithmus. – Nun können Sie es nur nochmal Schwarz auf Weiß nachlesen. In den Qualitätsrichtlinien.

Was sind hochwertige Inhalte

Wie es nach Google aussehen soll, machen die Guidelines ebenfalls deutlich. Dies erkennt man schon dadurch, dass es keine Panda(bär) Sätze in den Guidelines gibt um gute Inhalte zu verdeutlichen. Hier werden ganz andere Maßstäbe angesetzt:

Ist der Autor des Inhalts mit einem relevanten (Google+) Profil kenntlich oder kann es sich auch hier um ein Pseudonym bzw. einen Hochstapler handeln?

Leider fehlen diese Ausschnitte in dem veröffentlichten Pamphlet in dieser Deutlichkeit, aber dies ist sicherlich nur ein weiterer Grund dafür anzunehmen, dass es in Zukunft noch stärkere Gewichtungen auf Inhalte, Content und vor allem Kontexte geben wird.

Deutlich wird dies in einigen Änderungen, die im neuen Dokument vorgenommen wurden und welche den Quality Rater von Beispiel-URLs „befreit“ haben. Es wird daher keine subjektive Bewertung von Google mehr vorgegeben, indem bspw. vermittelt wurde, dass die Seite von lonelyplanet bzw. dem CIA qualitative Informationen über die Schweiz zur Verfügung stellt, sondern es bleibt dem Qualitätskontrolleur überlassen, was er als guten, hochwertigen Inhalt bewertet. – Natürlich noch nach obigem Muster.

Wer zwischen den Zeilen zwischen dem alten, ungekürzten Dokument und dem neuen, öffentlichen Dokument liest, stellt daher schnell fest, dass es nicht so sehr um die Informationen geht, die im neuen Dokument stehen, sondern eben um die Dinge, die nicht publik gemacht worden sind.

Immerhin ist Google bekannt dafür, zwar immer wieder Brotkrumen (und Hoffnung) zu streuen, auf richtige, verlässliche Aussagen wartet man aber vergebens. Daher ist es zwar schön, wenn man sieht, dass die Bewertungskriterien für schlechte Inhalte exorbitant verlängert wurden:

Fragen Sie sich, ob der Text, den Sie lesen

Dies sind sicherlich alles sinnvolle Fragen um Inhalte zu bewerten. Und zusätzlich, mit den schon im vorherigen Dokument genannten Punkten, deutlich macht, wie wichtig und notwendig eine umfassende Pflege der Internetseiten sein wird, um weiterhin hoch oben in den Suchergebnissen zu rangieren.

Und gemeinsam mit anderen SEO-Experten, unser ganzes Team und ich der Meinung, dass dieses Dokument zwar ein netter Schachzug von Google ist, aber eben eher nicht DAS Dokument ist, mit dem die Rater selbst arbeiten. Dafür wurde im Vergleich zur unveröffentlichten, kompletten Fassung einfach zu viel herausgestrichen.

Vermutlich verfolgt Google daher auch mit diesem Dokument , die schon bekannte Verschleierungstechnik. Während der Experte weiß, wie er mit so einem Dokument umgehen muss, werden nun wieder jede Menge Amateure in die aufgestellten Panda- und Pinguin Fallen tappen, weil das Hinterfragen eben erst kommt, wenn der Fehler schon gemacht worden ist. -Dazu aber nächste Woche mehr.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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6 Kommentare

bastian 2. März 2013 um 12:10

Hallo Frau Schrader,

vielen Dank für den tollen Bericht.

Ich finde die Qualitätsbewertungen von Google gut! Allerdings hat auch meine Website letztes Jahr darunter etwas gelitten.

Aber wer sich nur seit kurzem mit SEO beschäftig, macht leider am Anfang auch kleine Fehler, die Google natürlich sofort erkennt 🙂

Mein Fazit:
Entweder sich mit dem Thema SEO lange Zeit und intensiv auseinandersetzen, oder sich eine gute SEO Agentur suchen.

Mit freundlichen Grüßen,

bastian

Antworten

Wie Googles Suche funktioniert – zzgl. interessanter Einblicke 2. März 2013 um 22:47

[…] Bei Seopt hat Helen bereits darüber gebloggt […]

Antworten

Michael Schöttler 14. März 2013 um 10:31

Sehr guter Artikel. Bin durch die Erwähnung von Aufgesang zu Euch gestoßen.

Meine Intention hier zu Posten ist folgende:
Ich wollte euch gerade meinen RSS Reader zufügen und bemerke, ihr habt hier keinen RSS Feed? Bin ich blind?

Antworten

Eren Kozik 14. März 2013 um 16:31

Hi Michael,
vielen Dank für den Hinweis. RSS findest Du unter http://www.seopt.de/feed/ und sollte vom Feedreader erkannt werden.
Viele Grüße
Eren

Antworten

Stefan 16. März 2013 um 17:44

Wenn man sich google heute anschaut, also im jahre 12/13, dann fällt auf, dass die Suchergebnisse flächendeckend nicht verbessert sondern verschlechtert wurden.
das ist auch vom faktor sprache abhängig. englisch liefert eine andere qualität an treffern als deutsch.

ziel von google bleibt es, den unternehmensgewinn zu steigern. adwords ist dabei nur noch eine einnahmequelle. google steckt ja in vielen untenehmen und tochterunternehmen drin,

als suchmschine bleibtgoogle eine spielwiese für die informatiker und linguanen, die versuchen einer maschine immer neue algor. beizubringen, die evtl. die ergebnisse verbessern. leider funktioniert das nicht.

Antworten

Alexander 24. April 2013 um 7:56

Hier werden in nächster Zeit „Co-Citation“ und „Co-Occurrence“ eine immer wichtigere Rolle spielen!

Antworten

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