Google Update „Venice“: Eine SEO-Mogelpackung?!

Google Update „Venice“: Eine SEO-Mogelpackung?!

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2012 ist aus SEO Sicht das Jahr der schwerwiegenden Veränderungen. Ein Google Update jagt das nächste. Nach Panda und Penguin folgt nun auch noch Venice: Der Fokus auf Lokalisierung wirft die SERPs über den Haufen.

Ähnlich wie bei Google Places wirft nun auch die organische Suche lokale Suchergebnisse entsprechend des Standortes aus. Google bestimmt schon seit längerem den Standort des Suchenden – doch seit neustem passen sich auch die Ergebnisse dem Ort an. Stößt man beispielsweise eine Suche mit dem Begriff „Hochzeitsplaner“ von Hamburg aus an, so erscheinen Dienstleister, die in Hamburg und Umgebung tätig sind. Vice versa geschieht dies an anderen Standorten.

Um eine allgemeingültige, neutrale Aussage über die Ranking-Platzierung eines Unternehmen treffen zu können, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Der Standort wird manuell auf das Land eingestellt (in den Einstellungen der Suchergebnisse auf der linken Seite).
  2. Es wird ein jungfräulicher Browser verwendet, der zuvor für nichts anderes genutzt wurde, sodass die Suchhistorie ebenso wie das Cookie-Verzeichnis leer sind. Doch was wenn Sie alle Browser einmal durch getestet haben? Eine andere einfache Variante ist der Boot einer Linux-Version von CD-ROM, bei dem jedes Mal ein „neuer“ Browser zur Verfügung gestellt wird.

Venice: Ein Hürde für SEO-Agenturen und Unternehmen?

Aus Sicht von Agenturen für Suchmaschinenoptimierung hat Venice eher einen negativen Beigeschmack. Eine Aussage über das Ranking ist nicht mehr so einfach. Zumindest bieten einem übliche Tools nicht die Möglichkeit, gezielt auf die lokale Platzierung einzugehen. Ein Reporting wird somit weniger aussagekräftig, wodurch die Branche zum Umdenken gezwungen wird. Diese tiefgreifenden Veränderungen haben wiederum Einfluss auf den „Verkauf von guten Platzierungen“. Eine Aussage wie „Ich bringe Ihr Unternehmen unter die Top10“ ist nicht mehr signifikant. Es muss differenziert werden – zwischen der Platzierung im überregionalen und regionalen Ranking.

Für kommerzielle Website-Betreiber bedeutet Venice zunächst einmal eine bessere Aufstellung im lokalen Umkreis. Es stellt aber auch einen Trugschluss für Unwissende dar: Die Suche nach dem eigenen Unternehmen und Produkten, ausgehend vom lokalen Firmenstandort, sorgt in der Regel (bei einem nicht überlaufenen Markt im lokalen Umfeld) für eine gute Platzierung in den SERPs. Dies kann zu Euphorie führen, die jedoch auch schnell wieder gebremst werden kann, sobald die Suchanfrage von einem anderen Standort aus durchgeführt wird.

Unternehmen sind also zukünftig dazu angehalten, neben den allgemeinen SEO-Maßnahmen auch ihre regionalen Bestrebungen zu verstärken.

Lokale Ausrichtung der Geschäftstätigkeiten wird immer bedeutender

Nimmt man hunderte indexierte Websites, die in den nationalen Suchergebnissen gut gelistet sind, so heißt es nicht gleichzeitig, dass diese auch eine gute Positionierung in den lokalen Ergebnissen erzielen. Viele Websites legen keinen Wert auf lokale Auffindbarkeit. Doch spätestens nach dem Venice-Update sollte einem bewusst werden, dass dieses immer unerlässlicher wird. Es gilt umzudenken: Von organischen SERPs hin zu Suchergebnissen mit Bezug zur Lokalität.

Einzigartige und gute Inhalte mit Standortbezug sind der Schlüssel zum Erfolg

Der Inhalt der Websites sollte entsprechend der Marktsegmentierung den geografischen Kriterien der Zielgruppe zugeschnitten werden. Die Festlegung der regionalen, nationalen oder globalen Zielmärkte ist nicht nur im Rahmen der Unternehmensziele von Bedeutung – auch im Hinblick auf die Positionierung im Internet spielt dies eine große Rolle. Und dies nicht erst seit dem Venice-Update.
Von anderen Seiten Inhalte zu kopieren und lediglich den Ort abzuändern, ist jedoch nicht zielführend. Es sollte versucht werden, auf sogenannten „unique content“ zu achten. Denn einzigartige Inhalte sind der einzige Weg, um mehr Traffic auf der Website zu erzielen und zugleich von einem besseren Ranking zu profitieren. Andernfalls ist man nicht weit davon entfernt, in die Falle von Google Panda zu tappen: Rankingabwertung aufgrund von „duplicate content“.

Gute Inhalte bedeutet: fehlerfreie, zielbewusste, perspektivenreiche, sinnvolle, nützliche, themenspezifisch und grafisch ansprechende wie auch bisher nicht existierende Inhalte, die so kurz wie möglich und so lang wie nötig den Leser faszinieren und binden.

Unser Fazit

Neben Panda und Penguin nun auch Venice – dadurch wird es Website-Betreibern, die ein gutes Ranking erzielen wollen, nicht einfacher gemacht.

Durch das Venice-Update treten lokale Suchergebnisse in den Vordergrund. Somit ist eine allgemeine Aussage über die Ranking-Platzierung nicht mehr ganz so einfach. Ein und dieselbe Suchabfrage kann in jeder Stadt und in jedem Land andere Ergebnisse ergeben. Somit ist eine Auswertung mit herkömmlichen Tools nicht mehr umfänglich aussagekräftig. Ein Programm, das Abfragen über verschiedene Datenserver simuliert und somit Suchergebnisse ausgehend von unterschiedlichen Orten darstellt, könnte die Lösung des Problems sein.

Egal welche und wie viele weitere Algorithmus Updates noch folgen, bleibt eines festzuhalten: Eine gute Positionierung in den Suchmaschinenergebnissen funktioniert nicht mehr nach Schema F.

Für die Zukunft bedeutet dies: Qualität statt Quantität. Website-Inhalte müssen einmalig, qualitativ hochwertig und ohne SEO-Floskeln sein. Links, die auf die eigene Website verweisen, sollten nach Möglichkeiten ebenso hochwertig sein. Womöglich wird sogar das Design in Zukunft eine Rolle spielen. Denn je qualitativer eine Seite, desto mehr Zeit, Geld und Know-How wird in ebendiese investiert.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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