Spamdefinitionen von Google

Spamdefinitionen von Google

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Einige werden es sicherlich schon mitbekommen haben, aber bei solch einem Thema lohnt sicherlich auch das erneute Lesen der Informationen. Gestern, am 1. August trat nämlich nicht nur das Leistungsschutzrecht LSR in Kraft, sondern Google geistert auch vermehrt mit den eigenen Spamrichtlinien durch das Internet. Immerhin gehört der Linkspam seit jeher zu den Praktiken, die es (laut Google) zu verhindern gilt. Allerdings war dies gerade in der Vergangenheit eine der wohl lukrativsten und am schnellsten umzusetzenden SEO Praktiken. Durch den relativ schnell und vor allem einfach umzusetzenden Linkaufbau konnten in einer Vor-Penguin-Zeit große Erfolge mit einfachen Mitteln und wenig Personal umgesetzt werden.

Vieles lief automatisch bzw. konnte auf wenige Schritte heruntergebrochen werden. SEO startete daher praktisch direkt im Postfordismus der Massenproduktion ohne die vorherigen Schritte mitgemacht zu haben. Jeder Schritt verlief weitestgehend automatisch und einziges „Qualitätskriterium“ war die Massenproduktion. Je mehr Links gesetzt wurden, desto höher war man in der Regel auch in den Suchergebnissen platziert. Zumindest, bis Google auf die Idee kam, den Algorithmus zu verändern und aus Eigen- sowie Nutzersicht zu verbessern.

Spam-Bekämpfung a la Google

Vor ziemlich genau fünf Monaten habe ich schon einmal auf die Spam-Bekämpfungsseite von Google aufmerksam gemacht. Hier zeigt der Suchmaschinengigant in „Real-Zeit“ einige Beispiele für Spam. Ähnlich zum Knowledge Graph zeigt Google auf diesen Seiten, was alles unter die eigene Definition von Spam fällt.

Je nachdem wie tiefgehend man sich innerhalb der letzten Monate mit dem Thema Penguin auseinandergesetzt hat, war daher schon seit Beginn des Jahres mehr oder weniger ersichtlich, in welche Richtung es wohl bei den mittlerweile erfolgten und weiterhin erfolgenden Updates des Algorithmus gehen wird. Google will den Suchgraphen auf seiner eigentlich sehr hohen Qualität halten und daher sukzessive mehr und mehr gegen die Praktiken angehen, die nicht mit den Qualitätsrichtlinien übereinstimmen. – Das klappt zwar zugegebenermaßen noch nicht immer, aber anhand der folgenden Screenshots wird sicherlich deutlich, dass Google treffsicherer wird und immer öfter die richtigen Entscheidungen trifft in der Seitenbewertung.

Es wurde sogar noch ein weiterer Stolperstein eingebaut. Unsinnige, schlechte Inhalte sowie die Übernahme von Inhalten anderer Seiten werden spätestens seit dem Panda-Update ebenfalls genauer beobachtet und verstärkt in die Qualitätsbewertung mit einbezogen. Je nichtssagender ein Text und je plumper die Umsetzung ist, desto schneller wird Google nun dank des eigenen Knowledge Graphen darauf aufmerksam. Immerhin stehen Google dank Big Data von Tag zu Tag mehr Daten zur Verfügung, die sicherlich nur darauf warten ausgewertet zu werden.

Live-Spam Screenshots

Kommen wir zu der Bildersammlung auf der vermutlich kein Webmaster gerne stehen möchte. Ungefiltert (eine Warnung wegen möglicher anstößiger Inhalte ist vorgeschaltet) zeigt Google die aktuellen Beispiele, die manuell als Spam erkannt und bestraft wurden.

So fällt bei dem folgenden Beispiel schon beim bloßen Überfliegen auf, dass die Zahl 212 durchaus häufig vorkommt und das an doch eher fragwürdigen Stellen.

Zahlen und Produktspam

Was mit der 212 funktioniert, klappt bestimmt auch mit der 88 und dem Anhängen eines der etwas größeren Kaufhäuser der USA. 88Sears hat bei all dem Keywordstuffing aber anscheinend vergessen, dass sich (sinnvolle) Inhalte vom Hintergrund abheben sollten. Hellblaue Schrift auf Weißem Hintergrund lässt vermuten, dass das „sinnvoll“ hier nicht anzutreffen sein wird. Leider können auch die Bilder keine Informationen liefern. Die können nämlich allesamt nicht angezeigt werden.

Helle Schrift auf weißem Hintergrund

 Wo die Grenze zwischen gutem Ankertext und Linkspam liegt, hat den Betreibern von dieser Seite anscheinend auch noch niemand gesagt. Aber man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass es den Betreibern vermutlich nur darum geht, die URL helpadvance.com zu pushen.

Helpadvance Spam durch Keywordstuffing

Re-Read BooksGenauso verhält es sich mit dem erneuten Lesen von Büchern. Ein sehr interessantes Beispiel, wie ich finde. Denn entgegen der leider verbreiteten Meinung, dass nur ein viel kommentierter und aktiver Blog ein guter Blog ist, beweist Re-Read, dass dies nicht der Fall ist. Zwar hat der Artikel knapp 100 Social Signals generiert und dazu noch einige Kommentare, aber gut. Vielleicht ein guter Grund über die Intelligenz einiger Internetnutzer oder gekaufte Likes und Shares nachzudenken. Irgendwie bezweifel ich nämlich, dass die Prämisse des Eröffnungssatzes auf die Kommentatoren und sozialen Unterstützer angewendet werden kann.

Schlechte Inhalte mit Wortwiederholungen

Aber es fallen auch subtilere Formen des Spams auf, gegen die Google ebenfalls vorgegangen ist. Das kommende Beispiel hat immerhin Kundenbewertungen, Bilder und ein Design, wie es auch in dem ein oder anderen Online Shop vorkommen kann. Allerdings sind auch hier die Spam-Techniken erkennbar, wenn man im Text einmal nach Hämorrhoiden und Abwandlungen des Wortes sucht. – Nebenbei sehr leicht daran zu erkennen, dass ebendiese Wörter immer „Fett“ geschrieben sind. Außerdem kann es nicht schaden, wenn der Text von Leuten geschrieben wird, die der Sprache mächtig sind.

Schlechte Spamseiten über Hemhorroiden

 

Nichtssagender SEO Text

Ganz zu schweigen von den weiter unten folgenden Hinweisen, die ich so früh am Tag nun eigentlich auch nicht gebraucht hätte.

Hemo_Spam_Seite_weiter_unten

Jeder, der einen eigenen Blog betreibt, kennt bestimmt die spammigen Kommentare, die auf Freischaltung warten und den Text im Blog loben. – Meistens auf englisch, noch häufiger mit einem Link und Hinweis auf Rolex-Uhren und URLs, die einem Passwortgenerator entsprungen zu sein scheinen.

SPAM_Uhren

Aber auch der Tourismussektor scheint vor Google nicht sicher zu sein. Zumindest, wenn die Texte nichtssagend sind und es eher um die Akkumulation von Adressen und Links geht, anstatt um Informationen rund um den Urlaubsort.

Toursimus_Spam

Das Foren ebenfalls von Google unter Spamverdacht gestellt werden können, beweist folgender Screenshot. Schon öfter wurde von Google darauf hingewiesen, dass exzessiver Foren-Spam die Webmaster-Richtlinien verletzt und somit für beide Seiten Auswirkungen haben könnte. – Wie anscheinend im Fall der Mr McDougall’s Seite geschehen.

Foren_Spam

Free-Webhosting Seiten scheinen in der Gunst von Google ebenfalls nicht ganz oben zu stehen. Daher fällt bei Durchsicht der Beispielseiten direkt mehrfach etwas auf. Die Wortkombinationen „Free Web Hosting“ sind in etwa genauso gerne gesehen wie Hinweise auf die aktuellen Folgen der beliebtesten US-Serien und Filme zum Download. Ein weiteres, sehr schönes Beispiel hierzu (inklusive Spinning-Texten und dem wohl schlechtesten Übersetzungsprogramm der Welt) gibt es zu Pacific Rim auf Searchenginewatch.

Free_Web_Hosting_Spam

 

Pretty_Little_Liars

Noch häufiger als diese Seiten tauchen allerdings Websites auf, die sich mit Orten, Telefonnumern und dem Verbinden von sonstigen Zahlenkombinationen und Stadtnamen eine Platzierung in den Suchergebnissen sichern möchten.

Anrufer_Telefonnummern

Es fällt also auf, dass Spam in vielen Formen, Farben und Techniken gegenwärtig von Google erkannt und anscheinend manuell aus den Suchergebnissen entfernt bzw. in den SERPS massiv nach hinten durchgereicht werden können. Immerhin schreibt Google auf derselben Seite, was als Spam angesehen und daher vermieden werden sollte. Dazu gehören:

Dies sind nebenbei Techniken, die schon seit einiger Zeit in ebendiesen Webmaster-Richtlinien stehen und zu einer manuellen Abwertung seitens Google führen können. Einer der Gründe, warum wir uns hier bei SEOPT schon vor einiger Zeit in der Pflicht sahen, unsere Linkbuilding Guidelines dementsprechend anzupassen.

Spam und die Webmaster-Richtlinien

Für Google steht nach eigener Aussage der Nutzer im Vordergrund. Daher wird der Algorithmus des Suchgraphen regelmäßig angeglichen und verbessert. Über den Erfolg und Misserfolg dieser Techniken lässt sich zwar bestimmt streiten, aber bei den eingangs vorgestellten Beispielen sollte wohl jeder erkannt haben, dass diese Seiten keine Berechtigung haben bzw. hatten, um in den Suchergebnissen vor irgendwelchen anderen Seiten platziert zu sein.

Daher kann ich in allen vorgestellten Fällen schnell erkennen, warum es bei diesen Seiten zu manuellen Abstrafungen via Google kam, die sich zum Teil nur schwerlich abbauen lassen.

Vermutlich hat jeder Webmaster, SEO oder Qualitätsmanager seine ganz eigene Definition von Spam. Wichtig ist allerdings, was Google als Spam ansieht und wie das Unternehmen dagegen vorgeht. Kann man über sinnvolle Inhalte streiten? Sicherlich. Ebenso über den Sinn und Unsinn von Linkaufbau oder technischen SEO Maßnahmen. Was aber wohl mittlerweile jedem deutlich sein sollte ist, dass Google durch die weiter wachsenden Möglichkeiten der Datenbeschaffung und Datenakkumulation auch immer besser in der Auswertung dieser Datenfülle wird. Es ist daher anzunehmen, dass die Grauzonen der einzelnen SEO Maßnahmen kleiner werden und es schwieriger wird, mit den fraglichen Methoden nachhaltig gute Platzierungen zu erreichen. Es muss daher wohl jeder Webmaster selbst entscheiden, ob er wirklich das Risiko eingehen möchte, dass seine Seiten aufgrund fragwürdiger bis verbotener Maßnahmen abgestraft werden.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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