Google passt die Ergebnislisten an – Personalisierte Suchergebnisse für alle!

Google passt die Ergebnislisten an – Personalisierte Suchergebnisse für alle!

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SEO-Agenturen werden künftig einige Mühe haben, den Kunden das „wirkliche“ Ranking ihrer Seiten zu vermitteln, denn Google startet mit einer Neuerung ins Jahr 2010. Man könnte auch sagen, die Suchmaschine schenkt ihren Nutzern zu Weihnachten individuelle Ergebnislisten, denn das „Webprotokoll“ für alle ist schon aktiv. Doch der Reihe nach:

Bisher war das Ranking einer Webseite ganz einfach zu erkennen: Nach der Eingabe des Suchbegriffs wurde die Ergebnisliste angezeigt. Diese Ergebnisliste sah für alle Nutzer gleich aus. Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit, sich im eigenen Google Account personalisierte Ergebnisse anzeigen zu lassen. Wer also eingeloggt ist, bekommt eine personalisierte Liste angezeigt. Webseiten, die schon vom Nutzer angesteuert wurden, rutschen auf dieser persönlichen Ergebnisliste nach oben. Möglich macht das ein Webprotokoll, das die Klicks festhält und später ins Ranking einfließen lässt. Ohne Google Account, beziehungsweise ohne bei Google eingeloggt zu sein, wurden bislang die Ergebnisse für jeden einheitlich angezeigt – bis auf die üblichen Abweichungen der unterschiedlichen Datenserver von Google.

Der Google Account mit dem Webprotokoll bleibt unverändert bestehen. Die Neuerung bezieht sich auf die Nutzer der Suchmaschine, die nicht eingeloggt sind. Denn auch sie bekommen ab sofort ihre eigenen Ergebnisse angezeigt. Ein Cookie hält bis zu 180 Tage lang die Klickaktivitäten des Einzelnen fest und lässt sie in die Ergebnisliste einfließen.

Beispiel: Ein Nutzer will einen neuen Fernseher kaufen, sucht über Google nach dem Modell und wählt auf der Ergebnisliste den Multimedia-Shop XYZ aus. Einen Monat später klickt er bei der Suche nach einem MP3-Player erneut auf die Seiten dieses Shops. Google zählt zwei Klicks und zeigt dem Nutzer bei der nächsten passenden Suche – beispielsweise für den Begriff „CD-Player“ – den Multimedia-Shop XYZ höher an.

Aus SEO-Sicht bedeutet das in der Praxis, dass die Kunden vor einem Bildschirm sitzen, auf dem ihnen ihre Seite bei Eingabe eines Suchbegriffs ganz oben angezeigt wird, weil sie üblicherweise mehrmals im Monat – auch über den Umweg Google – auf ihre eigene Seite klicken. Für andere sieht das Bild ganz anders aus. Auch hier ein Beispiel:

Ein Kunde betreibt den „Angelshop Müller“ und testet regelmäßig sein Ranking bei bestimmten Suchbegriffen. Er gibt „Angel“ bei Google ein, findet den Link zu seinem Shop und klickt darauf. Schließlich will man ja ausprobieren, ob auch alles klappt. Er gibt „Angelrute“ ein – gleiches Spiel. Er gibt „Fischfutter“ ein … usw. Mit jedem Klick rückt sein Angelshop auf seiner persönlichen Ergebnisliste nach oben. Irgendwann steht der Shop bei allen relevanten Suchbegriffen auf seiner Liste an Platz 1.

Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort: Ein Angler sucht über Google nach einer neuen „Angel“. Er wählt den Shop „Angel Schmidt“. Er ist zufrieden mit seinem Einkauf. Bei der späteren Suche nach „Fischfutter“ wird ihm „Angel Schmidt“ noch weiter oben angezeigt. Weil er den Shop schon kennt, klickt er wieder darauf usw. Irgendwann landet „Angel Schmidt“ auf seiner persönlichen Liste bei allen relevanten Suchbegriffen auf Platz 1. Der „Angelshop Müller“ landet auf jeden Fall weiter unten.

Lediglich diejenigen, die noch niemals nach einem Angelbegriff gesucht haben und somit auch noch nie eine entsprechende Seite angeklickt haben, bekommen bei der Eingabe des Begriffs „Angel“ das unverfälschte „wirkliche“ Ranking angezeigt.

Über die Frage, was das im Ergebnis bedeutet, kann man nur spekulieren. Für den Nutzer kann diese Praxis von Vorteil sein, denn nach und nach rutschen alle uninteressanten Seiten auf seiner Ergebnisliste auf die hinteren Plätze, etwa mit Keywords zugemüllte Seiten ohne wirkliche Inhalte. Die wird er schließlich nicht öfter als ein Mal anklicken. Shop-Betreiber und Webmaster sollten also noch dringender als bislang schon auf professionelle Inhalte mit Mehrwert, eine schlüssige Navigation und ein seriöses Auftreten setzen. Vielleicht hat man durch das neue Webprotokoll nur eine Chance beim potentiellen Kunden, bevor man irgendwo im Nirwana der hinteren Sucherergebnisse verschwindet.

Denn wenn man weiter spekuliert, könnte das Webprotokoll für den Nutzer auch eine negative Seite haben. Die Vielfalt der Angebote im Netz kann für den Einzelnen mit der Zeit auf gewisse Weise eingeschränkt werden. Bekannte Webseiten und Shops mit breitem Angebot werden automatisch öfter angeklickt. Wer hat nicht schon mal bei Amazon oder bei Ebay eingekauft?! Diese Seiten rücken auf den persönlichen Ergebnislisten also höchstwahrscheinlich bei so ziemlich jedem nach oben, unabhängig davon, ob ein anderer Anbieter durch gute Suchmaschinenoptimierung und gute Inhalte bei relevanten Begriffen in der unverfälschten Liste höher gerankt wird.

Aus Sicht der Shopbetreiber kann sich dies zu einem Nachteil auswachsen. Dass User zufällig auf einen hervorragenden unbekannten Anbieter treffen, wird auf Dauer gesehen unwahrscheinlich, wenn man davon ausgeht, dass der User nur die ersten Suchergebnisse auf seiner persönlichen Liste anklickt, die von den „Großen“ oder zumindest von den bereits besuchten Seiten mit entsprechendem Angebot belegt sind.

Man kann zwar die Cookies ausschalten oder gezielt blocken, um die „wirklichen“ Suchergebnislisten zu sehen, aber dies wird wohl mangels Hintergrundwissen kaum ein Ottonormal-Surfer machen. Das aufgezwängte Webprotokoll für alle wird auf jeden Fall im nächsten Jahr nicht nur die Datenschützer sondern auch Webmaster, Shopbetreiber und vor allem SEO-Agenturen beschäftigen.

Fazit: Wohin die Reise gehen wird, kann man aktuell leider nur schwer einschätzen. Sicher gibt es Argumente, die für die Neuerung und welche, die gegen sie sprechen – auch im Zusammenhang mit bezahlten Anzeigen (Google AdWords). In jedem Fall wird es wichtig sein, die Entwicklung zu beobachten, dies offen zu kommunizieren und gegebenenfalls die Strategie der Suchmaschinenoptimierung den Entwicklungen anzupassen.

Weitere lesenswerte Informationen zu den personalisierten Ergebnissen gibt es unter anderem auch auf seo-strategie.de/blog/google-personalisierte-suchergebnisse/777.html und seouxindianer.de/blog/personalisierte-suche-google-gedanken/

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Eren Kozik, Gründer und Head of SEO der auf SEO spezialisierten Online-Marketing-Agentur SEOPT und beschäftige mich seit 2005 mit der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Die Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und widme mich dem Laufsport.

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