Google+ oder Facebook: Welches soziale Netzwerk sollte man wählen?

Google+ oder Facebook: Welches soziale Netzwerk sollte man wählen?

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Es ist wieder einmal Zeit für den WebmasterFriday. Thema heute ist: Google+ oder Facebook? Es geht also um soziale Netzwerke und den Nutzen. Immerhin hat Google+ eine nicht unerhebliche Verbindung zu einer uns allen bekannten Suchmaschine und Facebook ist nun auch nicht unbedingt eine Hinterhoffirma. Zumal es auch hier die Bestrebung gibt, eine (soziale) Suchmaschine zu implementieren.

Wo sollte man sich also aufhalten? Welches soziale Netzwerk hat den größten Nutzen und was sollte man generell beachten bevor, während oder nachdem man sich auf einem dieser Netzwerke angemeldet hat? Fragen, die ich mir persönlich auch ab und an stelle. Vor allem, wenn es so weitreichende Design-Änderungen gibt, wie die letzten Tage bei Google+ zu sehen.

Google+

Ich muss zugeben, dass ich persönlich kein großer Fan von Google+ bin. Zum einen finde ich es sterbenslangweilig, weil der Personenkreis meines Profils in etwa so abwechslungsreich ist wie der auf Xing oder LinkedIn. Und zum anderen finde ich das neue Design in etwa so ansprechend wie das gegenwärtige Wetter in Deutschland. Es ist entweder unübersichtlich oder zu schmal und 60% der wenigen Mitteilungen, die im Stream erscheinen, ignoriere ich konsequent, weil sie mich nicht im geringsten interessieren. Es sind eben alles Meldungen aus dem Berufsleben oder von Leuten, die ich meistens nur geschäftlich oder sogar nur virtuell kenne.

Warum bin ich bei Google+?

Diese Frage ist wohl spätestens jetzt gerechtfertigt. Hauptsächlich, weil ich die Hoffnung in ein erwachsenes, soziales Netzwerk noch nicht aufgegeben habe und denke, dass es mir zumindest langfristig gesehen nicht schaden kann. Schlagworte wie AuthorRank, Glaubwürdigkeit und bestätigte Profile geistern seit einiger Zeit in der SEO-Szene herum und auch, wenn sie in meinen Augen zumindest momentan noch ziemlich leere Worthülsen sind, weiß man nicht, wie sie sich entwickeln.

Es soll Autoren von Internettexten eine größere Glaubwürdigkeit in den Suchergebnissen bescheren, wenn man schön vernetzt ist und seine Blogs mit dem Google+ Profil verbindet. Google kann dann erkennen, dass es sich um echte Menschen hinter den Profilen handelt, die wissen wovon sie schreiben. Heißt es zumindest. Nun ja. Die größten Erfolge und Zugriffe bekomme ich momentan von Menschen, die sich nach kollaborativen Internetumgebungen erkundigen. Ob meine Beiträge zu kollaborativen Internetumgebungen nun besonders toll und wissenschaftlich das Thema behandeln, wage ich zu bezweifeln, aber gut. Wenigstens kann ich sagen, dass es für andere Autoren schwierig werden könnte mit kollaborative Internetumgebungen gänzlich an mir vorbeizuziehen. – Soviel also zu den Kinderkrankheiten, die sich in Verbindung mit AuthorRank und verifizierten Profilen ergeben. Ich meine, das Seminar, welches ich vor gut sechs Jahren zu dem Thema hatte, war sehr spannend und mein Referat zum Thema: „Verpiss dich Penner! – Zum Verhalten in kollaborativen Internetumgebungen“ war auch nicht das schlechteste, aber bin ich wirklich so ein Experte, dass ich diesen Auftritt in den Suchergebnissen verdient habe? Wohl eher nicht. Mir kommt lediglich entgegen, dass ich mein Google+ Profil mit meinen Blogs verbunden habe.

Ob dies nun aber für oder gegen Google+ spricht, überlasse ich jedem selbst. Schaden kann es anscheinend also nicht, auf Google+ zu sein. Und wenn es nur als stiller Beobachter ist. So weit zu gehen, wie letztens eine Dame auf Twitter und zu sagen, dass man seinen Neugeborenen nur noch Namen geben sollte, die noch auf Gmail verfügbar sind, teile ich eher nicht.

Facebook

Kommen wir zum zweiten großen Netzwerk. Im Gegensatz zu Google+ erfüllt Facebook zwar auch nicht so ganz meine Definition von Freundeskreis, aber was Google+ an losen und entfernten Freunden ab und an kläglich vermissen lässt, habe ich auf Facebook gefunden. Seien es ehemalige Mitschüler aus Grundschule oder Gymnasium, ehemalige und gegenwärtige Freunde, Teammitglieder oder Kollegen, man hat sie garantiert auf Facebook. Ich finde, dass Facebooks größte Schwäche daher auch zugleich eine Stärke sein kann. Während Google+ nach wie vor unter Ausschluss der (breiten) Öffentlichkeit agiert und diejenigen, die dort sind, meistens selbst nicht wissen, warum sie dort einen Account haben, ist es bei Facebook anders.

Jeder will hin. Jeder ist drin. Außer natürlich die ganz großen Google+ Verfechter. Aber deren Nachrichten will sowieso niemand lesen. Geht ja meistens um die Arbeit.

Warum ich bei Facebook bin?

Für mich ist Facebook eigentlich das soziale Netzwerk schlechthin. Nicht qualitativ oder weil es technisch so Top-of-the-Art ist. Nein, es erfüllt für mich einzig und allein den Zweck, den ich von einem sozialen Netzwerk erwarte. Es ermöglicht mir die Verbindung mit Bekannten und Weggefährten, die ich mehr oder weniger regelmäßig sehe und mit denen ich auf diesem Wege relativ unkompliziert in Kontakt treten kann. Eine Nachricht hier, ein Kommentar dort oder eine geblockte Spiele-Einladung allenthalben. Facebook ist zwar in keinem Bereich perfekt, aber dennoch überall vorhanden.

Recht sicher kann ich mir sein, dass ich täglich neue und interessante Meldungen in meinem Newsfeed habe. Seien es nun Nachrichten von Freunden, von Zeitungen, von Blogs, von Unternehmen oder von sonstigen mehr oder weniger flüchtigen Lebensabschnittsbegleitern. Man wird unterhalten und bekommt mit etwas Glück noch einen interessanten Link zum Anklicken vorgesetzt.

Positive Auswirkungen auf AuthorRank sucht man zwar vergebens, aber wer weiß, ob sich Graph Search nicht doch irgendwann als große Suchmaschine herausstellen wird. Irgendwo zwischen Amazon, Ebay und Fireball vielleicht. Niemand kann schließlich sagen, wie sich Facebook entwickeln wird. Werden Facebook-Likes als Ranking-Kriterium bei Google herangezogen? Wohl eher nicht, da die Freundschaft der beiden Unternehmen wohl über eine lose LinkedIn-Verbindung niemals hinauskommen wird, aber die Kraft bzw. der Schein von Facebook sorgt für gekaufte Fans hier und bestochene Likes dort. Facebook ist halt auch ein wenig der Poser in den sozialen Netzwerken. Hier weiß man nicht, dass man besser ist und teilt es mit (wie auf Google+), sondern man macht sich einfach größer als man ist.

Das Für und Wider

Ich denke, dass man soziale Netzwerke einfach nehmen sollte, wie sie sind. Wenn es einem Spaß macht, sich als Privatperson, als Unternehmen oder mit seinem LARP-Namen dort anzumelden, dann nur zu. Immerhin hat jedes Netzwerk seine Eigenheiten. Während Facebook große Massen an Fans und Freunden erreichen kann, ist Google+ eher für die Außendarstellung notwendig.

Ein Richtig oder Falsch gibt es daher nicht wirklich. Zumindest nicht für mich. Denn während das eine im Berufsleben durchaus seine Berechtigung hat, wäre es für den Zeitvertreib zwischendurch oder eine großangelegte PR-Aktion einfach zu klein. Wohingegen das andere zwar Massen an Leuten anspricht und auch jede Menge Klicks auf die eigenen Seiten erzeugen kann. Ob es sich allerdings um die Klicks handelt, die man haben möchte, bleibt am Ende jedem selbst überlassen.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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1 Kommentar

Alex L 1. Dezember 2013 um 12:37

Hallo Helen,
einen schönen Artikel hast du hier geschrieben und ich habe es sehr gerne gelesen. Dass man die sozialen Netzwerke so nehmen sollte, wie sie sind, das teile ich mit dir und man hat bei den beiden Vor-und-Nachteile. Für mich ist Google+ allerdings relevanter geworden und nicht zuletzt wegen meinerseits genutzten Blogger-Gruppen auf Google+. In Facebook verbringe ich derzeit eher weniger die Zeit, aber versuche es auch nicht zu vernachlässigen.

Gibt es eigentlich einen Grund, warum man bei dir nicht mit Link kommentieren kann?

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