Das Problem von Content Marketing und der Qualität

Das Problem von Content Marketing und der Qualität

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Oder: Wir wollen alles, aber kosten sollte es nichts.

Auf Grundlage des Content Marketing Surveys von Lisa Parmley auf BusinessBolts möchte ich diesen Artikel doch direkt einmal nutzen, um auf die Problematiken von Hype vs. Sternschnuppe aufmerksam zu machen. Das Internet und somit auch unwiderruflich die SEO-Landschaft werden gegenwärtig von einigen Schlagwörtern beherrscht. Heute soll es dabei um Content Marketing gehen, immerhin können Sie diversen anderen Artikeln in diesem Blog den enormen Stellenwert entnehmen, den Content Marketing momentan inne hat.

Ich habe so an 100 Euro gedacht

Beiden Themenbereichen ist gegenwärtig eins gemein: Jeder will es haben und auf den Zug aufspringen, aber bezahlen für eine Dienstleistung wäre dann doch zu viel. Vermehrt gibt es Anfragen für textliche Leistungen oder für den Aufbau einer Community in den sozialen Netzwerken oder das schöne „Verpacken“ von Informationen in beiden Bereichen. Was leider die meisten der Interessenten vergessen ist, dass es sich um zeitintensive und vor allem kreative, daher nicht einfach potenzierbare Leistungen handelt.

Natürlich ist es jedem Online-Redakteur (hoffentlich) möglich, innerhalb weniger Stunden mehrere 08/15 SEO-Texte zu verfassen. Leistungen, die in stellenweise erschreckender Qualität auch von Textfirmen übernommen werden. Diese kosten dann zumeist zwischen 1 und 6 Cent pro Wort, liegen innerhalb von 24 Stunden vor und stellen dafür dann auch direkt einmal Rekorde auf. Immerhin sind deutsche Grammatik, Rechtschreibung und Ausdruck ja etwas, das sich hervorragend mit so wagemutigen Aussagen deckt, wie sie in den folgenden Textausschnitten vorgekommen sind:

„In Köln gibt es keine Kneipen an den Ringen da es keine Kölner Ringe gibt. Die besten Kneipen findet man in Köln-Rodenkirchen“

„Axcessouwares für Mätschen“

„So gehören zudem beliebtesten Städten in Deutschland die gerne besucht werden gehören Wien, Stuttgart, Stralsund, Berlin sowie Hamburg.“

„Das Abheben von Bargeld in vielen Ausländern macht gerade für Reisende die Kreditkarte unersetzlich.“

Sie merken also, einige der freiberuflichen Texter scheinen nicht unbedingt große Freunde der deutschen Rechtschreibung zu sein. Grammatik ist eine Kunst und Erdkunde bzw. Geographie benötigt man nach der Schule nie wieder. Aber dafür hat man ja Geld gespart und kann den Blog mit aktuellen Inhalten füllen, die ja bestimmt auch massig Leser interessieren. Und wenn es auch nur die wagemutige Formatierung ist, die beim Lesen hängen bleibt:

Alternativer Satzbau beim Content Marketing

Die Krux mit den Dienstleistern

Leider ist Deutschland nicht unbedingt das dienstleistungsfreundlichste Land. Und gerade kreative oder geisteswissenschaftlich interessierte Arbeitnehmer merken dies spätestens am Arbeitsmarkt. Während einige Branchen utopische Gehälter für drittklassige Studenten anderer Fachrichtungen bezahlen, sind sie nicht bereit ein Minimalgehalt für die neuen, wichtigen Disziplinen wie Social Media und Content Marketing zu zahlen.

Ich meine, momentan geistert ja ein Bericht durch die Medien, dass die Grünen es wagen, einem Praktikanten nur 4 Euro die Stunde zu zahlen. Aber mal im Ernst. Das sind 4 Euro mehr die Stunde, als ich für alle meine Praktika bekommen habe und selbst das mir angebotene Traineeship für anvisierte 60 Stunden die Woche und 1.000 Euro brutto hätte mir wohl niemals so viel eingebracht. – Das wäre natürlich auch noch in Berlin gewesen. Außerdem hätte ich ja danach ein wohlbekanntes und geschätztes Unternehmen in meiner Vita vorweisen können. – Garantie auf Übernahme nach dem Trainee-Jahr gäbe es ja leider nicht. Aber wer braucht denn schon Geld für Miete und Essen. Eins von beidem reicht doch auch. Ist ja nur vorübergehend. Da darf ich mir doch nicht anmaßen auf eine anständige Bezahlung zu hoffen.

Wenn man eine Leistung billiger angeboten bekommt, dann nimmt man sie. Wird ja schon nicht so schlecht sein. Dummerweise irren hier die meisten. Content Marketing ist skalierbar und auch qualitativ messbar. Es ist eine erfolgversprechende Stellschraube des Inbound Marketings, für die nur leider (bislang) kaum jemand bereit ist zu bezahlen. Professionelles Content Marketing, das sich im Idealfall positiv auf Konversionsraten, Seitenbesucher, Markenbekanntheit und Markenbranding sowie diverse SEO-Kriterien auswirkt, soll nach Möglichkeit nicht mehr als $100 kosten. Dies sagen zumindest die Befragten des oben genannten Surveys.

Die Auswertung der Befragung

Bei der Befragung der über 200 Firmen wurde deutlich, dass schon 74% Content als Marketing-Tool einsetzen. Wie wenig sie sich aber bislang mit Content Marketing beschäftigt haben, zeigt direkt die nächste Frage des Surveys. Die Verfasserin wollte darin wissen, welche Fragen sich in Verbindung mit Content Marketing bei den Befragten als erstes stellen. Die Antworten machen dann in meinen Augen auch das Dilemma deutlich, in dem sich Content Marketing (momentan) befindet. Gerade durch die Pinguin Updates ist Content wieder in den Vordergrund gerückt und bietet eine gute Alternative für den Linkaufbau, der sich mehr und mehr zum Problemkind der SEOs entwickelt. – Niemand möchte Links hergeben, alle wollen welche haben und wenn man welche hat, muss man sich vor Black-Hat und negativ SEOs fürchten.

Aber kommen wir zurück zum Content Marketing. Da sich immer mehr Firmen mit diesem Inbound Marketing Bereich beschäftigen stellen sich natürlich Fragen. Und eben diese Fragen durften die Firmen in dem Survey stellen.

Die Top 10 setzen sich dabei in aufsteigender Reihenfolge wie folgt zusammen:

10. Wo finde ich Multiplikatoren für meine Inhalte?

9. Welche Länge müssen gute Inhalte haben?

8. Welche Themen muss ich aufgreifen, um interessant zu sein?

7. Wie oft muss man guten Content erstellen?

6. Was ist die effektivste Strategie beim Content Marketing?

5. Wie schaffe ich außergewöhnliche Inhalte?

4. Welches Medium nutze ich am besten für mein Content Marketing?

3. Was ist die schnellste und günstigste Methode Content zu erstellen?

2. Wo finde ich gute Autoren?

1. Wie profitiere ich am meisten in den Suchergebnissen?

Wir halten also fest: Content Marketing soll professionell und aktuell sein, mehrere Medien umfassen, effektiv vermarktet werden und soll im Schnitt unter 100$ im Monat kosten. Marktwirtschaft sieht anders aus. Aber da ich mich mit Kraftausdrücken in diesem Blog zurückhalten werde, lesen Sie doch gerne die Stellungnahme bei MarketingPilgrim.

Vor allem in Verbindung mit den Ergebnissen, die Firmen durch das Content Marketing generiert haben, wird die Zurückhaltung bei der Bezahlung deutlich:

Mit jeweils über 70% setzen sich die Top 3 aus „Firmenbranding“ (70%), Verbesserungen in den Suchergebnissen (71%) und verbessertem Traffic (77%) zusammen. Die anderen Plätze belegen: höhere Umsätze (59%), die Generierung von Leads (48%) sowie gesunkene Werbeausgaben (45%).

– Ineffektiv sieht anders aus.

Steigende Umsätze, steigende Verbesserungen

Interessant ist außerdem, dass Firmen mit einem Umsatz von $10.000 und darüber durch die Umsetzung eines Content Marketing-Konzeptes noch mehr davon profitieren als kleinere Unternehmen. Sprich: während 70% der Unternehmen mit weniger als $10.000 durch bessere Rankings in den Suchergebnissen profitieren, sind es bei den größeren schon fast 80%.

Immerhin sind diese Firmen aber auch bereit, mehr für das Content Marketing auszugeben. 15% von den Firmen mit Umsätzen über $10.000 geben immerhin mehr als $1.000 aus. – 6% davon sogar mehr als $5.000.

Wie viel allerdings im Content Bereich momentan noch an Potenzialen verspielt wird, zeigt die Auswertung der aufgebrachten Zeit pro Woche für das Content Marketing deutlich. Lediglich 1 bis 5 Stunden wird in den befragten Firmen für Inhalte aufgebracht. Lediglich 4% der Unternehmen beschäftigen sich 40 Stunden oder mehr mit der Contenterstellung.

Immerhin haben 74% der Befragten vor, den Bereich des Content Marketings im Jahr 2013 auszubauen. Vorzugsweise in diesen Bereichen:

Ausbau Content marketing

Qualität und Massenware

Sicherlich liegt im Bereich des Content Marketings noch vieles im Argen. Die Firmen möchten gute Inhalte haben, wollen dafür aber nichts bezahlen. Die Aussage, dass es schwer ist, „gute“ Autoren zu finden, empfinde ich als Farce. Zum einen gibt es jedes Jahr genug Absolventen in diversen Fächern und Fächerkombinationen, die einen gewissen Bezug zum Schreiben von Texten haben. Meiner Meinung nach kommt es im Content Marketing viel mehr auf die Kreativität und Textaffinität der Autoren an, als auf direkte Fachnähe. Denn eben diese „Fachidioten“ sind es, die es garantiert niemals schaffen werden, die Potenziale des Content Marketings vollkommen aufzudecken. Allerdings kommen auch diese Absolventen nicht umsonst und wollen für ihr Studium bzw. ihre Leistungen genauso gerecht entlohnt werden wie die Absolventen anderer Disziplinen.

Kreativer Schreibstil und interdisziplinäres Denken sollten daher nicht nur irgendwelche Modewörter in den Stellenausschreibungen sein, sondern besondere Beachtung bei der Einstellung erfahren. Denn nur dann ist es möglich, die Erfolge auch langfristig zu verbuchen, die im Survey beschrieben wurden.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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