Das Google Penguin Update wird unnachgiebiger

Das Google Penguin Update wird unnachgiebiger

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Gestern bin ich auf einen Report der Firma Portent (zur PDF geht’s hier) gestoßen, welcher auf Grundlage von 500.000 Links auffällige Linkprofile untersucht hat. Und die Ergebnisse sind durchaus interessant. Immerhin wurden erst vor knapp zwei Wochen einige Änderungen in den Panda und Pinguin Algorithmen angekündigt.

Panda Update Mitte März

Ein wenig scheint es ja wirklich, dass man Pinguine nicht mehr ohne Pandas sieht. Daher sei mir auch hier ein kleiner Exkurs erlaubt. Als Matt Cutts auf der SMXW verkündete, dass noch 2013 Panda und Pinguin Updates an den Algorithmen vorgenommen werden, war die Anspannung zunächst einmal groß. Wie würde sich das noch für die Woche angekündigte Panda Update auswirken und vor allem: Wie groß würden die Auswirkungen sein?

Mittlerweile scheint es der Panda Express auch nach Deutschland geschafft zu haben. Zumindest bei den von mir beobachteten Seiten lässt sich seit Anfang März die „Qualitätsschraube“ der Updates erkennen. Content scheint (zumindest nach den momentanen Sichtbarkeitswerten) in Deutschland angekommen zu sein. Nachdem wir nun seit einigen Monaten versucht haben, mit textlichen Verbesserungen einen Kunden (Seite A) in den Suchergebnissen nach vorne zu bekommen, hat es seit dem 1. März eine kleine aber signifikante Sichtbarkeitssteigerung von 124% gegeben. Ohne Linkaufbau oder Ähnliches. – Und ja, ich behaupte jetzt einfach mal, dass die Texte unserer Redaktion besser sind als die Texte vom Konkurrenten bzw. von Seite B.

Kurvenverlauf_März

Während wir uns auf die Umsetzung von Themenwelten und produktspezifischen Unterseiten sowie aktuelle und informative Blogbeiträge konzentriert haben, konnten wir bei einer Konkurrenzanalyse ein überproportionales Linkwachstum bei Seite B beobachten. Gleichzeitig wurde auf Seite B der Informationsgehalt eher übersichtlich gehalten. Ähnliches konnten wir bei weiteren Seitenanalysen zum Thema Panda-Update beobachten.

Der Portent Penguin

Die Studie bezieht sich zwar wieder einmal auf die USA im Allgemeinen und die ersten 50 Firmen der Inc. 500 List im Besonderen, aber dennoch finde ich die Ergebnisse durchaus interessant und einleuchtend. Kommen wir aber zum Modus Operandi der Portent Studie.

Der Aufbau der Analyse

Portent hat für die 50 am schnellsten wachsenden Unternehmen in den USA ein Link Audit durchgeführt. Mit Hilfe dieses Audits konnten 85.000 Links gefunden werden, welche wiederum auf Aktualität geprüft wurden. Aus diesen 85.000 Links konnten die Analysten 33.000 Links als aktuell verifizieren und für die Studie genauer betrachten.
Diese 33.000 Links wurden im Anschluss mit SEOMOZ und Majestic SEO nach Autoritätsmerkmalen sowie dem „citation und trust flow“ untersucht. Zu guter Letzt ermittelte Porten den ahrefs-Wert der Seiten.

Mittels eigenem Algorithmus wurden daraufhin die Seiten gecrawled und mit einem Wert zwischen 0 und 1 versehen. Je höher der Wert, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich bei dem Link um Spam handelt.

Als letztes untersuchte Portent eine halbe Million Links zu Seiten mit einem Sichtbarkeitseinbruch seit dem ersten Penguin Update und zu Seiten mit einem „reinen“ Linkprofil, die keinerlei Sichtbarkeitsverluste durch die Updates hinnehmen mussten.

Die Ergebnisse der Analyse

Kommen wir nun zum wirklich spannenden Teil der Analyse. Es scheint nämlich, dass Google seine viel gescholtene Qualitätsschraube schrittweise festzieht. Zusammenfassend würde dies bedeuten, dass immer mehr Firmen in die Gefahr einer „Bestrafung“ in den Suchergebnissen kommen, die kein reines Linkprofil aufweisen.

Schön und einfach hat es die Studie in einer Grafik dargestellt:

Portent Studie

In Bezug auf die untersuchten Top 50 Seiten kommt die Studie daher zu dem Ergebnis, dass Google sich langsam aber sicher die größten und auffälligsten Linkprofile vornimmt und sich schrittweise zu den kleineren Delinquenten vorarbeitet. Nur weil es ein mehr oder weniger offensichtlicher Linkspammer bisher verschont blieb, bedeutet dies daher nicht, dass sich dieser sicher fühlen kann und sollte. Er ist vermutlich nur noch nicht weit genug oben auf Googles Prioritätenliste.

Das Fazit der Analyse

Dass Google langsam aber sicher Ernst macht und vielleicht auch ein wenig die Geduld verliert, wird in der Grafik schon deutlich. Während direkt nach dem ersten Penguin Update lediglich Seiten mit einem Spamlink-Anteil von über 80% bestraft wurden, waren es keine zwei Monate später schon alle mit 65% Spamlinks. Seit Oktober 2012 waren es Seiten mit einem zur Hälfte fragwürdigen Linkprofil. – Wenn Google dieses Tempo auch für das nächste Penguin Update durchzieht, wird deutlich, welche Seiten sich schleunigst um die Bereinigung ihres Linkprofils kümmern sollten.

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Link Audit

Seitenbesitzer, die eine externe SEO-Firma beauftragt haben, sollten darauf bestehen, ein umfassendes Linkprofil von der Firma zu erhalten. Normalerweise sollte dies zwar Standard bei SEO-Agenturen sein, sollten Sie aber an eine geraten sein, die Ihnen nicht mitteilt, welche Seiten auf Ihre eigenen verlinken, wird es Zeit einmal nachzufragen. Denn wenn es erst einmal zu einer Bestrafung kommt, dann steht Ihnen ein langer und schwerer Weg bevor.

Sollten Sie die Liste regelmäßig oder auf Nachfrage erhalten haben, dann sollten Sie laut Portent Studie auf folgende Punkte achten:

Aufbauend auf dem Tipp aus der Portent-Studie empfiehlt sich ein genauer Blick auf das Linkprofil und gegebenenfalls eine Ausdünnung des gesamten Profils. Immerhin kann man nicht sagen, ob der nächste Qualitätssprung auf 40% oder 15% Spam-Anteil und auffällige Links erfolgen wird. Daher sollte nach Möglichkeit vor einer „Abstrafung“ ein Link Audit durchgeführt werden, um proaktiv tätig werden zu können.

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Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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2 Kommentare

Andre 26. März 2013 um 17:55

Hallo Helen, der letzte Abschnitt zum Vergleich Seite A vs. Seite B ist leider abgeschnitten (“ Gleichzeitig wurde auf Seite B der“). Kannst Du das nochmal ergänzen? Danke.

Antworten

Helen Schrader 27. März 2013 um 8:15

Hallo Andre,
Danke für den Hinweis! Da ist beim abspeichern wohl etwas verloren gegangen. Ist korrigiert.

Antworten

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