Wieso Linkaufbau nicht gleich Verlinkung ist

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Wieso Linkaufbau nicht gleich Verlinkung ist

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Bevor ich mich nachher für eine Wurzelbehandlung in die Obhut meiner Zahnärztin begebe, wird es noch Zeit, mein Versprechen aus dem Beitrag „Warum mir Linkaufbau tierisch auf die Nerven geht“ einzulösen. Zunächst einmal möchte ich aber sagen, dass ich wirklich von der positiven Resonanz überrascht bin. Es freut mich, dass sich so viele die Zeit genommen haben um diesen (elendig) langen Artikel zu lesen, zu kommentieren und natürlich auch zu teilen.
Grund genug, dass ich mir die Zeit nehme und nun mit einem noch längeren Artikel auch Taten folgen lasse. Ich hoffe, dass nachvollzogen werden kann, dass ich hier natürlich nicht allen meine Vorgehensweise verrate und auch die Blogs/Seiten und Kunden natürlich nicht nennen werde, bei denen ich bzw. wir von SEOPT die Punkte umsetzen konnten, die ich nun ansprechen werde. Ein wirkliches Patentrezept für Links sucht man sicherlich vergebens, aber je nach Branche, Thema und Ziel haben wir bislang feststellen können, dass sich Links eben auch ohne aktiven Linkaufbau generieren lassen. Bevor ich zu meinen Beispielen komme vorher noch ein paar Punkte, die zum Verständnis wichtig sind.

Linkaufbau und Backlinks sind zwei verschiedene Dinge

Gerne werden Linkaufbau und Backlinks noch heute weitestgehend interdependent verwendet. Das eine ist nicht ohne das andere möglich und gegenseitig beeinflussen tun sie sich dann nach Meinung vieler auch noch. Wer also keinen (aktiven) Linkaufbau betreibt, der bekommt keine Backlinks!? So zumindest gemeinhin die Aussage, die einem entgegenschlägt, wenn man sagt, dass man keinen aktiven Linkaufbau betreibt. Stimmt so aber eben nicht. Die Links kommen einfach nur auf andere Art und Weise zustande. Einige Exoten sprechen sogar von „organischem Linkwachstum“ oder „natürlichem Linkaufbau“, habe ich gehört.
Anstatt Linkaufbau per Kaltakquise zu betreiben, haben wir uns vor einiger Zeit gedacht, dass  wir die Verlinkungen zu uns kommen lassen. Widerspricht meines Wissens nach nicht den Richtlinien von Google und erfüllt vermutlich ein Kriterium, welches in Verbindung mit dem Linkaufbau immer wieder genannt wird: Besucherzufluss. Es kann eben nicht schaden, wenn über den platzierten Link ab und an mal ein Besucher auf die verlinkte Seite kommt und diese dann nicht direkt wieder panisch über den Zurück-Button  verlässt.

Wie baut man Links ohne Linkaufbau auf?

Guter Content hilft nur bedingt. Ende letzter Woche bin ich über den Artikel „10 SEO Myths Reviewed“ von Duane Forrester, dem Senior Product Manager von Bing gestolpert, der zwei Punkte hervorragend ansprach. Wäre der Artikel nicht von Mr. Forrester, sondern von einem Matt Cutts geschrieben gewesen, wäre vermutlich wieder ein Aufschrei durch die Netzgemeinde gegangen, aber so hat es der Artikel auf eine recht überschaubare Anzahl an Social Signals gebracht.
Unter den Punkten „I make awesome content“ und “Links are all I need“ werden die zwei Punkte angesprochen, um die es im Folgenden noch gehen wird. Großartiger Content wird nicht geschrieben sondern entsteht erst durch die Beurteilung von Nutzern. Nur weil ich meine Texte toll finde, heißt es noch lange nicht, dass es meine Zielgruppe auch so sieht. Rechtschreibung und Grammatik fließen hier genauso ein, wie die Bildauswahl, das Seitendesign und die Umgebung in der sich der Text befindet.
Würde ich auf eine Seite bzw. einen Artikel verlinken, der mehr Rechtschreibfehler aufweist als meine Artikel? Würde ich auf einen Artikel verlinken, der schwarze Schrift auf dunkelgrauem Hintergrund hat? Würde ich als Teenager auf eine Seite gehen, die ein veraltetes Design aufweist und einfach nicht zu dem passt, was ich ansonsten konsumiere? Wohl eher nicht.
Daher sollte man sein Glück vielleicht nicht durch die Kaltakquise und Linkaufbau herausfordern, sondern es halten, wie Mr. Forrester sagt:

„You want links to surprise you. You should never know in advance a link is coming, or where it’s coming from.”

Die Links kommen bei guten, ansprechenden Inhalten eigentlich von alleine. Zwar nicht regelmäßig mit drei, sechs oder zehn Backlinks pro Monat, aber wer weiß denn schon, was als natürlich angesehen wird und was nicht? Zumal man mir sagen kann, was man will, aber jeder Linkaufbauer, jede SEO Agentur hat doch auch ein eher begrenztes „Jagdgebiet“ oder? Wachsen die manipulierten Backlinks wirklich in einem natürlichen Schema oder sind es mal vier Foren-, mal fünf Blog- und beim nächsten Mal drei Kommentar-Links in Blogs, weil eben die Linkaufbauer regelmäßig wechseln?
Ich persönlich frage mich ja immer, ob es nicht organischer wäre, wenn zunächst ein Beitrag veröffentlicht werden würde und dieser dann eben auf dieser Seite Aufmerksamkeit generieren sollte, bevor er – ohne jemals auf einer Zweitseite genannt worden zu sein – in Kommentaren von Magda, Mandy oder Michelle hoch gelobt wird. Einige Kommentatoren begegnen einem nämlich überraschend oft in einschlägigen Foren. Zumal es sich hierbei um Experten auf allen Gebieten zu handeln scheint. Laut Profil ist Mandy zwar Mitte 20 und Mutter von drei Kindern, aber ihr Studium im Bereich der Informatik scheint sie nebenbei gemacht zu haben. Die Tipps zum Thema Tapeten sind nämlich fast so gut wie die zu Babyklamotten, der Klout oder der Programmiersprache C#.
Ich traue den Suchmaschinen (nebenbei auch Bing…) mittlerweile durchaus zu, dass sie hier eine Manipulation entdecken können. Bestehende Profile in Foren und Blogs sind ja schön und gut, aber sind solche Personas nicht genau das, was die Blogs zu Themen wie Hausbau, Finanzen und Baby noch vor zwei Jahren waren? Es wurde eben alles auf einer Seite bzw. einer Domain abgehandelt.

Abschließend noch, bevor es gleich zu den Fallbeispielen geht: Generell finde ich die Konzentration auf Links ziemlich überholt. Ja, man hat es vor 10 Jahren schon so gemacht. Toll. Vor knapp zehn Jahren habe ich aber meine Facharbeit in der Schule noch mit einem 56k Modem, der Suchmaschine Fireball und auf Windows 97 geschrieben. Die Seiten, auf denen ich unterwegs war, waren in der Regel schwarz oder weiß und hatten jede Menge bunter Links. In der Regel auf Unterseiten, die „Links“ hießen. – Na, fällt was auf?
Facebook habe ich hingegen erst seit 2009. Seitdem sind mir z.B. die blinkenden Seiten nur noch bei der Linkentfernung begegnet und Fireball begegnet mir nur noch bei Saber Rider. Zwar sind Social Signals nicht unbedingt als Rankingkriterium anzusehen, aber mittlerweile durchaus als Konversionskriterium, welches sich nach Meinung vieler ja wiederum auf die Platzierungen auswirken kann. Mehr dazu aber nun in den Fallbeispielen. 😉

Fallbeispiel eins: Content, der konvertiert

Komme ich nun zu den Beispielen, wie Linkaufbau funktioniert ohne es wirklich zu versuchen bzw. bei dem man lediglich einen Impuls via Google Alerts und nette „Online-Kollegen“ benötigt. Auf einer nagelneuen Seite, mit Standard-Wordpress-Theme und genau drei Inhalten, konnte ich mich gemeinsam mit meinen anderen damaligen Kolleginnen auf einer „Testumgebung“ austoben. Wenn wir Themen hatten, die wir behandeln wollten, dann taten wir dies. Insgesamt gab es also kurz nach dem Jahreswechsel 2012/2013 sage und schreibe drei Texte auf der Seite: einen zu dem Streit zwischen dem Weltkonzern Apple und dem Bonner Cafe Apfelkind, eine Kritik zu einem Kinofilm und eben noch den dritten Text. Dieser behandelte das PC Spiel Giana Sisters – Twisted Dreams. Genauer gesagt ging es in der Geschichte darum, wie es dazu kam, dass ich unter die Backer / Unterstützer eines Kickstarter Projektes ging, meine Kindheit wiederaufleben ließ, meinen alten C64 vom Dachboden holte und mich wie ein kleines Kind auf die Veröffentlichung des Spiels freute. Ende vom Lied bzw. Artikel war, dass ich das Spiel am Tag nach der Veröffentlichung schon nahezu durchgespielt hatte, die Jugend von heute mit einem Artikel dazu auffordern wollte sich das Spiel zu kaufen und mir eigentlich nur noch ein Gamepad zum Geburtstag wünschte um auch die schwierigen Stellen endlich ohne Hilfe von Außen zu meistern.
Sagen wir also, dass man mir meinen Spaß vermutlich anmerkte. Der Meinung waren zumindest die Besuchermassen, welche der Artikel generierte, kurz nachdem der Spielehersteller den Link zum Artikel gepostet hatte. Ergebnis waren dreistellige Zahlen bei den üblichen Social Media Signals, ein ausgelasteter Server und dutzende Kommentare, die sich unter dem Artikel ansammelten. Ein Gamepad bekam ich nebenbei noch von Microsoft geschenkt, da einem Mitarbeiter der Artikel bei Facebook aufgefallen war.

Backlinks: Links kamen anschließend noch einige von mehr oder weniger einschlägigen PC und Gaming Zeitschriften hinzu, da der Artikel ja auch noch für eine andere Zielgruppe interessant war, die man gerne in der Online-Welt vergisst: Frauen.

Positiver Nebeneffekt: Die anderen beiden Artikel auf der Seite bekamen ebenfalls noch Likes, Shares und Kommentare, weil die Seitenbesucher auf der Domain verweilten und sich auch die anderen Beiträge ansahen.
Fazit: Natürlich kamen nach dieser ersten Woche kaum neue Signale hinzu und mittlerweile ist der Artikel auch schon länger nicht mehr online, aber das Ergebnis der ersten Tage war beachtlich. Lässt sich das ganze wiederholen? Ja, denn mit ein wenig Begeisterung bei den Texten, lässt sich auch die Zielgruppe erreichen. Wenn diese Zielgruppe bzw. hier die Entwickler und Hersteller auch noch die richtigen Google Alerts gesetzt haben, online-affin sind und eine Facebook-Seite mit ein paar (Hundert)Tausend Fans haben, dann braucht man sich um das virale Marketing nun wirklich keine Sorgen zu machen. Ganz ohne (aktiven) Linkaufbau nebenbei. Die Zeit hierfür habe ich anschließend in das Beantworten von Anfragen und Kommentaren investiert.

Fallbeispiel zwei: Content, der informiert

Sicherlich ein wenig in der Grauzone vom Linkaufbau befindet sich das nächste Beispiel. Aufgrund einiger Gesetzesänderungen, die es in der Internetwelt ja ab und an gibt, stellte mir ein Kunde einmal eine bestimmte Frage zu Bildrechten bzw. Bildern auf seiner Seite. Da ich auch nach einiger Recherche nur unzureichende Ergebnisse hatte, fragte ich einmal vorsichtig bei einigen Personen nach, die sich damit auskennen sollten. Ich mailte also ein paar Freunden, Bekannten und Verwandten, die durch ihre Arbeit hier ein deutlich tiefergehendes Wissen haben sollten als ich. Ergebnis war, dass mir von drei unterschiedlichen Quellen ein Kontakt empfohlen wurde.
Mit Empfehlungen „bewaffnet“ machte ich mich also auf den Weg und fragte einmal vorsichtig nach, ob ich Informationen zu Gesetzesurteil XY bekommen könne, da ich mir eben unsicher sei. Die Antwort bekam ich direkt und einen Backlink zum Artikel im Kundenblog ebenfalls. Weitere Links folgten kurze Zeit später, da das Thema sehr aktuell war und somit der Artikel oftmals als Referenz angegeben wurde.
Das tolle an aktuellen Inhalten ist schließlich, dass das Suchvolumen (vermeintlich) hoch ist, aber die Inhalte zu der Suchanfrage noch nicht (in dem Maße) existieren, wie es sein wird, wenn erst einmal alle darüber berichten. Was macht man also als guter Suchmaschinenoptimierer? Genau! Man schreibt einen guten(!) Text, der sich mit dem Thema auseinandersetzt, sorgt dafür, dass dieser schnell indexiert wird (siehe Grafik) und wartet quasi darauf, dass man sich an der Spitze (oder zumindest Seite eins) der Suchergebnisse wiederfindet.

Backlinks: Bei diesem spezifischen Artikel und Kundenprojekt, gab es etwa fünf von anderen Blogs. Hinzu kamen noch Social Signals und (passend zum Thema Bilder) jede Menge Pins auf Pinterest.

Positiver Nebeneffekt: Es sprechen immer alle von Autoritäten, Authorship und rel= Publisher. Sagen wir also einfach, dass man unter gleichgesinnten nicht unbedingt in der Beachtung sinkt, wenn man es schafft, frühzeitig auf etwas zu reagieren. Wenn das dann auch noch gut recherchiert und aufbereitet, sowie von einer weiteren Autorität mittels Interview-Ausschnitten gestützt wird, erreicht man seine Zielgruppe auch mit folgenden Artikeln und Handlungen.
Fazit: In der Anzahl der Backlinks zwar überschaubar, aber dennoch erfolgreich, was die Seitenbesuche, die Aufenthaltsdauer und die Absprungrate anging.

Fallbeispiel drei: Schreibe über das, was dir Spaß macht

Sicherlich ein Punkt, der als Agentur oder auch Alleinunterhalter nicht immer ganz einfach umzusetzen ist, aber allein schon die Wahl der Redakteure für einen Artikel kann sich auszahlen. Bei SEOPT habe ich mich vor einigen Themen zum Beispiel bewusst gedrückt. Kommasetzung, Rechtschreibung und WDF*IDF sind einige dieser Themen, die hier im Blog behandelt wurden, aber eben nicht von mir geschrieben wurden, weil es andere eben schlichtweg besser konnten.
Wenn meine Kolleginnen besser mit einem Thema umgehen können, dieses in ihrer täglichen Arbeit (besser) umsetzen und dazu noch schreiben können, warum sollte ich dann das Thema behandeln, nur weil ich regelmäßig(er) im Blog schreibe? Mir gefällt ein Thema, aber ich habe bislang keine großen Berührungspunkte damit oder ich würde mich nicht als „Experte“ auf dem Gebiet bezeichnen. Dann sorge ich doch dafür, dass ich den Text von jemandem schreiben lasse, der eben dieses Wissen besitzt. Wohlgemerkt jemand, der dem Blog entweder schon folgt oder selbst involviert ist.
Genauso halten wir es auf einigen Kundenblogs und so setze ich es auch in meinem privaten Blog um. Ich spreche das böse Wort „Gastbeitrag“ also extra nicht aus. Es soll sich schließlich um etwas wiederkehrendes handeln, von dem beide Seiten profitieren. Zunächst ohne Fokus auf Backlinks oder Social Signals. Beim Linkaufbau heißt es doch auch immer, dass eine regelmäßige Kooperation gewünscht ist. Allerdings zählt aber ja auch immer nur ein Link pro Domain und dann am besten eben auch nur der erste aus einem Artikel heraus. Ein Grund, weshalb Folgeartikel und Links in der Regel nicht mehr zustande kommen. Aber wie bereits weiter oben erwähnt: Zählt es mittlerweile nicht mehr, wenn diese Links auch geklickt werden? Wieso dann also immer noch die Regel mit dem „ein Link pro Domain“?

Wenn man nun bei Leuten nachfragt, die entweder schon involviert sind oder durch Interaktionen suggerieren, dass Sie Interesse daran haben mitzuwirken, wieso fragt man dann nicht einfach genau diese Leute ob sie an einer Zusammenarbeit interessiert sind? Ob es sich nun um andere Redakteure handelt, die ihre Hobbies behandeln können oder die Teenager Töchter des Kunden, die schon immer „mal bloggen“ wollten ist egal. Abgesehen davon, dass man direkt wieder bei meinem Fallbeispiel eins landet und die Texte authentisch und ansprechender, weil persönlicher sind, hat man eben auch direkt seine Leserschaft vergrößert, da die zusätzlichen Autoren ihre Arbeiten dementsprechend mitreißend in den eigenen Netzwerken vermarkten.

Backlinks: Ein paar Dutzend vielleicht. Darunter von Universitäten, Wikipedia, Blogs, Herstellern, sozialen Netzwerken und öffentlichen Einrichtungen.

Positive Nebeneffekte: Vorträge bei der Deutschen Welle, eine Kooperation mit einem Bahn-Tochterunternehmen, ein Beitrag in der Website Boosting, Einladungen zu Filmpremieren und Produktvorstellungen der Hersteller.
Fazit: Je spezieller und je „long-tailiger“ ein Begriff ist, desto eher wird man also mit diesem Begriff auch von Experten gefunden. Diese suchen zumeist mit diesen Long-Tail Begriffen nach den ominösen Mehrwerten. Präsentiert man diese, bzw. positioniert man sich selbst als Experte auf einem bestimmten Gebiet, dann wird man selbst angeschrieben und um eine Kooperation irgendeiner Art gebeten.

Fallbeispiel vier: Nicht nach den Sternen greifen

Früher wollte jeder einen Pagerank von 1.000 und einen Sichtbarkeitwert von einer Trillion, wenn es darum ging einen Backlink zu tauschen. Meistens waren die im Gegenzug angebotenen Seiten eine Mischung aus Blog- und Informationsportal, dem irgendwie die Inhalte fehlten. Ergebnis waren langatmige Verhandlungen und pseudo „Längenvergleiche“, wer denn nun die schönste Seite hat im ganzen Land.
Heute sehe ich dies bei der Jagd nach Gastbeiträgen und Autoritäten. Natürlich würde jeder gerne „seinen“ Branchenprimus interviewen (Markus, Malte ruft mich mal an, wenn ihr mal Zeit habt 😉 Und Johannes, danke nochmal für das Programmier-Einhorn), aber ist das dann auch wirklich etwas, was die regelmäßige Leserschaft erreicht? Sollte man nicht seinem eigenen Maßstab treu bleiben und zunächst kleinere Fische fangen? Über die Aufmerksamkeit der „Großen“ kann man sich dann im Anschluss (wahnsinnig) freuen, wenn man diese erreichen konnte. Erst als nächsten Schritt würde ich mich dann an die Großen der jeweiligen Branche wenden. Als „an den Aufgaben und Herausforderungen wachsen“ würde ich es bezeichnen.

Muss ich zum Beispiel (hypothetisch gesprochen) bei einem Blog zum Thema TV & Fernsehen einen Hollywood-Star interviewen um Erfolg (Links und Aufmerksamkeit) zu generieren oder wäre nicht schon der deutsche Statist aus Berlin in dem Hollywood-Film von und mit George Clooney ein Erfolg? Immerhin kommen „meine“ Leser ja auch regelmäßig zu mir, obwohl – oder gerade – weil ich nur über Filme schreibe, die ich nach dem Erscheinungstermin im Kino gesehen habe. Wie authentisch und glaubwürdig wäre es, wenn ich ein Interview mit Mr. Kaffeemaschine persönlich veröffentlichen würde?

Ein anderes Beispiel: es gibt tausende Seiten, Blogs, Unternehmen und Shops, die dem Trend Fitness, Körperkult und Ernährung hinterher laufen. Und auf wie vielen gibt es Artikel zum Thema „Schlank im Schlaf?“ Genau… vermutlich auf nahezu allen. Auf wie vielen gibt es ein Interview oder einen Bericht über ein Fitnessstudio in der Nähe, einen regionalen Sportler oder das liebste Essen vor einem Punktspiel? In kaum einem. Warum nicht? Weil es erstens mit Aufwand verbunden ist und zweitens nicht oder nur schwerlich von externen Textern umgesetzt werden kann. Das macht das ganze Unterfangen teu(r)er und für die meisten unwirtschaftlich bzw. uninteressant. Immerhin benötigt man ja noch Etat um durch Linkaufbau den „Schlank im Schlaf“ Artikel an den Webmaster zu bringen.
Ein Aushang an der regionalen Uni (ok, wir sind hier durch die Deutsche Sporthochschule vielleicht etwas verwöhnt) oder dem Supermarkt an der Ecke kann hier aber schon Wunder bewirken. Ich meine, wer weiß schon, welche (angehenden) Olympioniken im Sportverein um die Ecke lauern, wenn er nicht einmal nachschaut.
Mit etwas Glück bekommt man sogar einen künftigen Olympiasieger in die Finger, der mit einer Begeisterung von seinem Sport schwärmt, dass es zunächst auf Sie und später auch auf die Leser überspringt.

Backlinks: Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Ich habe es nie überprüft, weil sowohl die Kunden als auch ich den Erfolg der Beiträge anhand der Resonanz bewertet haben.

Positive Nebeneffekte: Ich hatte hervorragende Gespräche mit Olympia-Siegern, Schauspielern, Musikern und Fotografen, die echte Geschichten zu erzählen hatten.
Fazit: Alle sind glücklich und ich kann zu meiner Wurzelbehandlung. Sowie positive Resonanz auf allen Kanälen und eine gute Platzierung mit den jeweils forcierten Keywords auf die es uns ankam.

Sicherlich lässt sich nicht alles umsetzen, was ich hier angesprochen habe. Einiges war vermutlich auch einfach nur Glück. Aber ich finde einfach, dass ein gut überlegter Artikel am Ende mehr wert ist als ein vollkommen durchgeplanter Linkbait, der am Ende eventuell verpufft bzw. aktiv beworben werden muss. Ein gutes Produkt (zum Beispiel die Infografik von Martin Mißfeldt zum Thema Google Glass) erhält von ganz allein Aufmerksamkeit. Zumeist nach dem Schneeballprinzip in Wellen und steigender Anzahl. Ohne, dass man große Anstrengungen in die Vermarktung stecken muss. Sicherlich schaffen solche traumhaften Backlinks nur die wenigsten (vor allem in der Masse), aber das muss ja vielleicht auch gar nicht sein um nachhaltigen Erfolg zu haben.

Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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