Der Google Tag Manager – agiles Online Marketing

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Google Tag Manager

Der Google Tag Manager – agiles Online Marketing

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Gestern hieß es früher von der Arbeit verschwinden und zum SEO Stammtisch in den Startplatz Köln zu fahren. Gemeinsam mit Eren, Caro und Alejandro durfte ich mir den hervorragenden Vortrag von Michael Janssen zum Thema „Tagmanagent“ anhören.

Veranstaltet wird der SEO Stammtisch Köln von Fabian Rossbacher, der neben dem jährlich stattfindenden SEO Day auch unter dem Jahr immer wieder hochklassige Referenten zu den Stammtischen in den Startplatz holt.

Nachdem ich Michael vor einigen Wochen beim Lean Coffee Cologne schon kennenlernen durfte, freute ich mich bereits auf die Präsentation um mehr über den Google Tag Manager herausfinden zu können und um zu sehen, wie sich das Tagmanagement mit dem Gedanken des Lean Management (oder den verwandten Themen Kanban, Agile & Scrum) vereinbaren lässt. Schließlich ist Zeit Geld und allzu aufgeblähte Strukturen verlangsamen eben genau die Prozesse, auf die es oftmals im Online Marketing ankommt. Dazu aber später mehr. Beginnen wir doch mit einer kleinen Einführung in das Thema Google Tag Management.

Was ist der Google Tag Manager?

Google Tag Manager

Die Übersichtsseite zum Google Tag Manager (GTM) kommt zunächst einmal wie jede andere Seite von Google daher. Mit bunten Zeichnungen und aufgeräumten Design werden direkt einige der Vorteile des GTM dargelegt, die auch Michael immer wieder nur hervorheben konnte in seinem Vortrag:

  • Schnelles und flexibles digitales Marketing
  • Verlässliche Daten aus einer Hand
  • Einfache Benutzeroberfläche & schnelle Implementierung
  • (teilweise) Tag Unterstützung von Drittanbietern
  • Benutzerdefinierte Regeln und Variablen
  • Automatisches Ereignis-Tracking
  • Debugging und Vorschaumodus
  • Mehrere Konten und Nutzerberechtigungen (z.B. bei der Arbeit mit Agenturen)
  • Weniger IT-basiert als andere Tools

Die zweite Version des Tag Managers, der selbst seit 2012 auf dem Markt ist, kann unter tagmanager.google.com erreicht werden und ermöglicht – ebenso wie die Konkurrenzprodukte Ensighten, Tealium, Adobe DTM uvm. – das Einbinden von neuem Code auf den Seiten ohne, dass man aufwändig Tickets in der eigenen IT oder gar bei dem externen IT-Betreuer aufmachen muss.

Somit werden, ganz dem agilen Gedanken folgend Arbeitsschritte und auch die Anzahl der benötigten Personen minimiert, weshalb die Ergebnisse (vermeintlich) schneller umgesetzt werden können.

Die Vorteile des Google Tag Managers

Wie auch schon im Blog von OnPage.org von Stephan Walcher beschrieben, ist der Tag Manager eine allumfassende Lösung für viele Problembereiche des Online Marketings und somit auch des SEO-Bereiches. Da Stephan die Implementation bereits ganz ordentlich in seinem Beitrag beschreibt, erspare ich mir die Schritte hier und stelle nur nochmal kurz die einzelnen Punkte vor, die den Tag Manager so besonders machen.

Sofern man mit seinem Online Auftritt schon in der Gegenwart angekommen ist und den Universal Analytics Code von Google eingebunden hat, gibt es bereits fertige Templates für die meisten der gängigen Anwendungen zur Einbindung in den Google Tag Manager. Google Analytics und AdWords, doubeclick, comscore, dstillery u.v.m. können ohne Probleme schnell in das System integriert werden. Auffällig abwesend sind hier natürlich direkte Konkurrenten wie z.B. Etracker und andere.

Google Tag Manager einfach einrichten

Wie bei so vielen Google Anwendungen, überzeugt der Google Tag Manager durch sein einfaches, nahezu selbsterklärendes Benutzermanagement. Die Oberfläche ist aufgeräumt und die Möglichkeit den verschiedenen Nutzern unterschiedliche Rechte einzuräumen wird vor allem Unternehmen freuen, die mit mehreren externen Agenturen zusammenarbeiten.

Hinzu kommt, dass man zum Einbetten des Code lediglich Javascript-Kenntnisse auf dem Einstiegsniveau haben sollte, damit der GTM problemlos integriert werden kann. Die Möglichkeit die einzelnen Javascripts vor dem „scharfstellen“ zu testen, ist ebenfalls ein nettes Feature, welches den Einstieg ungemein erleichtert. Man sollte lediglich als trainierter Google Drive Nutzer daran denken, dass auch Google nicht alle Einstellungen automatisch speichert und knallrote Buttons in der rechten unteren Seite eines Dokumentes ab und an eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Google Tag Manager Code

Das Einbinden von GoogleAnalytics ist ebenso in wenigen Schritten gemacht und kann sogar noch beschleunigt werden, wenn man bei Michael in den Tagmanager für Profis Artikel reinschaut und bis nach ganz unten scrollt. Dort gibt es die exportierten Einstellungen, die direkt in das eigene System importiert werden können.

Wer bis hierhin noch nicht überzeugt ist, dem hilft vielleicht das folgende Video von den Google Developers Seiten um noch mehr über den Tag Manager herauszufinden. Hier lässt sich auch erkennen, wie wenige Schritte eigentlich notwendig sind um am Ende einen funktionierenden Code auf seinen Seiten zu haben.

Was kann ich mit dem Google Tag Manager alles messen?

Lapidar würde ich sagen, dass es nichts gibt, was der GTM nicht kann. Die wichtigen Marketing Fragen, wie genaue Verkäufe, Umsätze, Impressions und Checkouts einzelner Seiten können ebenso mit dem Tag Manager abgebildet werden wie weitere Punkte des enhanced E-Commerce, auf die man ansonsten nur mit einer gut ausgebauten BI einen Einblick hat.

Wie oft werden zum Beispiel einzelne Produkte geklickt? Wie oft werden die Produkt- und Kategoriebeschreibungen tatsächlich geklickt bzw. gelesen und wie oft werden in den Warenkorb gelegte Produkte dort wieder herausgeholt? Dies alles sind Antworten, die sich ab Implementation mit dem Google Tag Manager erfassen und im Laufe der Zeit auswerten lassen.

Removing items out of shopping cart

Hinzu kommt, dass man einzelne Schritte noch unterteilen kann um beispielsweise den Checkout Prozess zu konfigurieren und somit zu optimieren. Mit Hilfe der E-Commerce Einstellungen können, je nach Fragestellung einzelne Hypothesen aufgestellt, getestet und anschließend bewertet werden. Eben ganz nach dem Prinzip des Lean Management, was euch Michael bestimmt gerne freitags einmal bei einer Tasse Kaffee erklären wird.

Durch den Aufbau nach Containern, die wiederum in einzelne Tags, Regeln und Variablen aufgeteilt werden, kann der GTM gut auf die einzelnen Belange eines Online-Shops, einer Unternehmenswebsite oder eines Blogs eingestellt werden. Hinzu kommt natürlich, dass auch der Tag Manager kostenlos genutzt werden kann, was wiederum Geld für andere Marketing-Zwecke freigibt. Zumal sich ja anschließend vielleicht das ein oder andere kostenintensive Ticket im IT-Bereich sparen lässt um herauszufinden, wie sich die Nutzer eigentlich auf den eigenen Seiten bewegen und welche Intention sie dabei anscheinend verfolgen.

Welche Schritte man aber unbedingt beachten sollte, bevor man loslegt, kann man dem Tag Manager Hilfeforum entnehmen. Anschließend sollte man sich dann ungestört ein bisschen Zeit nehmen und die Einrichtungshinweise öffnen, bevor man loslegen kann.

Das war es dann auch eigentlich schon mit dem Rückblick auf den spannenden und sehr informativen Vortrag vom SEO Stammtisch Köln. Ich schaue nun mal nach, ob mein Tag Manager auch Auto waschen oder abspülen kann.

Über den Autor

Wer schreibt eigentlich hier? Mein Name ist Helen Schrader, Diplom-Geographin und ambitionierte Bloggerin in den Bereichen SEO und Online Marketing. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit E-Commerce, Social Media, internetgestützter Markt- und Meinungsforschung sowie kollaborativen Internetumgebungen.

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3 Kommentare

Top 10 der Woche 18/15 – SEO-united.de Blog 4. Mai 2015 um 9:25

[…] Der Google Tag Manager – Gestern hieß es früher von der Arbeit verschwinden und zum SEO Stammtisch nach Köln zu fahren. Gemeinsam mit Eren, Caro und Alejandro durfte ich mir dort einen Vortrag von Michael Janssen anhören. Weiter… […]

Antworten

Venio 7. Mai 2015 um 6:03

Der Google Tag Manager ist lediglich ein Tool oder „Container“ um die Implementierung der verschiedenen Google Tools und Code Snippets zu vereinfachen. Anstatt dass man zum Beispiel den Code, den man benötigt, um eine Conversion zu messen, direkt auf der „Danke“-Seite einbindet, wird der Google Tag Manager Container eingebaut und der Code dann im Verwaltungs-Bereich des Tag Managers definiert. Dieser wird dann auf der Zielseite dynamisch hinzugefügt und kann auch schnell wieder entfernt oder verändert werden. Jedoch muss dies fast nie gemacht werden. Der Google Tag Manager selbst „kann“ in dem Sinne nichts Neues. Und da es so viele Plugins gibt, mit denen man Google Analytics etc. mit wenigen Klicks einbinden kann, bin ich ehrlich gesagt kein grosser Fan dieses Tools. Ein interessanter Artikel, aber meiner Meinung nach zu unkritisch.

Antworten

Strukturierte Daten für einen besseren Online Shop 28. September 2015 um 13:32

[…] Hilfe des Google Tag Managers und Google Analytics wurde untersucht, welche Auswirkungen die semantische Auszeichnung hatte und […]

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